VonMagnus Reitingerschließen
Die Stadt Weilheim würde gern umfassender gegen Saatkrähen im Stadtgebiet vorgehen – doch all ihre Anträge hat die Regierung von Oberbayern jetzt abgelehnt.
Weilheim – Der Stadtrat wollte es noch einmal wissen: Nachdem rund 800 Bürger, darunter viele genervte Anwohner, per „Petition“ wirksameres Handeln gefordert hatten, beantragte das Rathaus im Januar bei der Regierung von Oberbayern, weitere Vergrämungsmaßnahmen durchführen zu dürfen: Auch in den Bereichen „Friedhof“ und „Grünfläche am Maibaum“, die seit 2021 als Schutzräume für die Saatkrähen in der Stadt benannt sind, wolle man die Vögel vertreiben. Zudem bat die Stadt darum, ungeschlüpfte Eier entnehmen und auch nach dem 31. März eines Jahres Nester der streng geschützten Tiere entfernen zu dürfen.
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Regierung: Vergrämung an Friedhof und Maibaumplatz wäre kontraproduktiv
Doch all diese Anträge habe die Regierung „vollinhaltlich abgelehnt“, wie in der jüngsten Stadtratssitzung bekannt gegeben wurde. Nach Überzeugung der übergeordneten Behörde brächten die gewünschten Maßnahmen keine Verbesserung, sondern würden die Probleme sogar verschärfen: „Der aktuell beantragte Versuch einer Komplettvergrämung an den Standorten Friedhof und Maibaumplatz mit in der Summe über 120 Brutpaaren führt mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit zur Bildung weiterer Splitterkolonien im innerörtlichen Bereich und damit zu einer Vervielfachung der Belastung, wie sie bereits nach den Vergrämungsmaßnahmen am Oberen Graben geschehen ist.“
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Im Maibaumpark sei das Konfliktpotential „verhältnismäßig gering“
Die Entnahme von Saatkräheneiern brachte bei einer Erprobung in Puchheim und Eichenau „keinen entscheidenden Effekt“, schreibt die Regierung; es sei unwahrscheinlich, dass dies in Weilheim anders wäre. Auch Vergrämungen über Ende März hinaus könne man nicht erlauben, da mit den bereits genehmigten Maßnahmen (Entfernung von Nestern und Einsatz von Beizvögeln) im zulässigen Zeitfenster ausreichend Möglichkeiten bestünden.
Mit diesen Mitteln solle die Stadt weiter versuchen, die Krähen aus den „konfliktträchtigen dicht besiedelten Wohngebieten“ wie dem Paradeis in die Tabubereiche zu vertreiben – also in die Au, den Friedhof und den Maibaumpark, wo das Konfliktpotential „verhältnismäßig gering“ sei. In Letzteren müssten die Krähenpopulationen zur Ruhe kommen, damit sie nicht wieder Splitterkolonien bilden und der Gesamtbestand weiter überproportional stark zunehme – wie es in Weilheim bereits jetzt „sehr deutlich erkennbar“ sei.
Womöglich beauftragt die Stadt demnächst doch einen Falkner
Lösungsansätze für das Krähenproblem habe auch der von der Stadt kontaktierte Bayerische Städtetag nicht bieten können, hieß es im Stadtrat. So richten sich die Hoffnungen vorerst allenfalls noch auf den Einsatz eines Falkners, wie ihn Ratsmitglied Ullrich Klinkicht (WM Miteinander) bereits 2021 gefordert hatte. Die Bauverwaltung stehe mittlerweile mit dem „über Klinkicht empfohlenen Falkner aus Oberhausen“ in Verbindung, hieß es in der jüngsten Sitzung. Dieser wolle der Stadt bis September ein Angebot vorlegen.
