Weilheim

Emotionaler Abschied für SPD-Stadträtin: Das sind ihre Lehren aus der Zeit im Stadtrat

+
Blumen, eine Urkunde und die Große Silbermünze der Stadt Weilheim überreichte Bürgermeister Markus Loth an die scheidende Stadträtin Petra Arneth-Mangano.
  • schließen

Nach 15 Jahren zieht sich Petra Arneth-Mangano aus dem Weilheimer Stadtrat zurück. Eins habe sie in all der Zeit gelernt: „Man muss nur redn mit de Leit.“

Weilheim – Stadtratsmitglied zu sein, das sei „ein kraftzehrendes Ehrenamt“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW), als er in der jüngsten Sitzung Petra Arneth-Mangano verabschiedete – nur einen Monat nach dem Rückzug von BfW-Politiker Claus Reindl (wir berichteten). Die SPD-Vertreterin gab ihr Mandat nach 15 Jahren aus beruflichen Gründen auf. Sie müsse ihre „ Der Nachfolger ist wohlbekannt">Kraftreserven besonnen einsetzen“, begründete die 63-Jährige, die als Lehrerin an den privaten Oberlandschulen Weilheim arbeitet, diesen Schritt.

Viel Einsatz für Familien und Kinder

Wer im Stadtrat sitzt, so Loth, sehe sich „auch oft unsachlicher Kritik und Angriffen ausgesetzt“ und brauche „in manchen Angelegenheiten einen sehr langen Atem“. Andererseits könne dieses Ehrenamt „auch Kraft spenden, wenn man sich für Themenbereiche einsetzt, die einem am Herzen liegen, und Projekte wachsen und gedeihen sieht, für die man sich mitunter jahrelang eingesetzt hat“. Und Letzteres sei bei Arneth-Mangano der Fall gewesen, lobte der Rathaus-Chef. Sie habe sich mit den Referaten „Kinderbetreuung“, „Spielplätze“ sowie „Flüchtlinge, Asyl und Integration“ – die sie teils parallel verantwortete – „voll identifiziert“, so Loth: „Nicht zuletzt dank Ihres Einsatzes haben wir moderne Spielgeräte in der Stadt, mehr und kindgerechter angelegte öffentliche Spielplätze.“

Auch interessant: Bald gibt es einen doppelten Bürgerentscheid in Weilheim

„I-Tüpfelchen“ ihres Engagements sei die aktuelle Realisierung der Spielplatzrunde Marnbach-Deutenhausen, die sie mit engagierten Eltern auf den Weg gebracht habe. Zudem gehörte die scheidende Stadträtin in der laufenden Wahlperiode dem Hauptausschuss, dem Klimaausschuss und dem Konzessionierungsausschuss an, dem Stiftungsrat der Bürgerstiftung Weilheim, dem Beirat der Georg-Petel-Stiftung und dem Arbeitskreis „UN-Agenda 2030“.

Lob für die Stadtbaumeisterin

Arneth-Mangano selbst dankte ihrem Mann Orazio („Du musstest alles auffangen, was ich daheim nicht erledigen konnte“), ihrem SPD-Ratskollegen Horst Martin – und auch Bürgermeister Loth, der in schwierigen Zeiten einen „Richtungswechsel“ in der Stadtpolitik ermöglicht habe. In der Stadtverwaltung hätten sie „einige Persönlichkeiten nachhaltig beeindruckt“, sagte die 63-Jährige mit Blick auf die Verantwortlichen in Kämmerei, Haupt- und Bauamt. In puncto Kinderbetreuung sei sie heute „stolz auf das Level und die Standards, die unsere Stadt anbietet“. Und während sie etwa in Italien oft Orte sehe, „die außerhalb der Sehenswürdigkeiten jedes Gefühl für Quartiersplanung vermissen lassen“, stehe in Weilheim insbesondere Stadtbaumeisterin Katrin Fischer für eine gute Stadtentwicklung trotz starken Wachstums.

Ein Tipp für die Stadtratsmitglieder

Sie selbst sei eigentlich „leutscheu“, sagte Arneth-Mangano, habe im Stadtrat aber gelernt: „Man muss nur redn mit de Leit.“ In diesem Sinne hinterließ sie ihren Kollegen – die sie danach zu einem Umtrunk einlud – ihr „mit einem Lächeln vorgetragenes Vermächtnis“: „Nicht aufhören, miteinander zu reden, bis die bestmögliche Lösung gefunden wird. Was sind schon 20 Minuten mehr Redebeitrag, wenn es um jahrelange Folgen geht.“ Nachfolger von Petra Arneth-Mangano in der zweiköpfigen SPD-Stadtratsgruppe ist ab September der ehemalige Gymnasiums-Direktor Bernhard Kerscher (69).

Kommentare