Skulpturenweg Weilheim

Vier echte Hingucker in Weilheim - aber warum stehen die da eigentlich?

+
„Geschichtsband Weilheim“ am Mittleren Graben: Andrea Kreipe hat in ihr Werk aus einem Bronze-Walzblech wichtige Daten der Stadtgeschichte als Schrift aufgesetzt.
  • schließen

Der kürzlich eröffnete Skulpturenweg Weilheim führt nicht nur zu zehn nagelneuen Kunstwerken. Er bezieht auch vier spannende Objekte mit ein, die schon länger im Stadtraum stehen.

Weilheim – Nicht erst seit Eröffnung des Skulpturenweges am 3. Oktober sind in Weilheims öffentlichem Raum, unter freiem Himmel, Kunstwerke zu bestaunen. Vier Arbeiten, die schon seit Jahren den Stadtraum bereichern, wurden explizit mitaufgenommen in diesen Kunstspazierweg zwischen Altstadt und Ammer – neben den zehn neu geschaffenen Skulpturen, für die bayernweit ein Wettbewerb ausgeschrieben worden war. Und „es gibt natürlich auch Kunst im öffentlichen Raum neben diesem Weg“, betonte Ragnhild Thieler, die Kulturreferentin des Stadtrates, bei der Eröffnung. Beispiele dafür sind verschiedene Brunnen in der Innenstadt oder auch die 1698 errichtete Mariensäule inmitten des Marienplatzes.

Auch interessant: Sorry, Männer, bei diesem Konzert geht es mal nicht um euch

„Stadtskulptur“ in der Au: Peter Frank schuf die geomantischen Steine im Jahr 2001 – und erhielt dafür damals auch den Kulturpreis der Stadt Weilheim.

Ein Werk, in dem sich auch Jogger Energie abholen

Für den Skulpturenweg beschränkte man sich auf zeitgenössische Plastiken. Die beiden ältesten Werke, die in den Weg und die dazugehörige Broschüre einbezogen wurden, stammen aus dem Jahr 2001: Das „Geschichtsband Weilheim“ (oder auch „Denkmal Stadtgeschichte“), das die Böbinger Bildhauerin Andrea Kreipe im Zuge eines Wettbewerbs „Kunst am Bau“ für die Grünanlage vor dem Sparkassengebäude und der Stadtmauer am Mittleren Graben geschaffen hat. Und die „Stadtskulptur“ von Peter Frank nahe dem Auweiher – mehrere geomantische Steine, die „Impulse für eine lebendige Stadtlandschaft setzen“ sollen, wie der Bildhauer erklärt. Es gab dort schon Konzerte und ein Festival, freut sich Frank, Qi-Gong-Gruppen träfen sich dort, „und ich hab’ mal einen Jogger gesehen, der reingelaufen ist, die Mittelsäule umarmt und sich Energie abgeholt hat“.

„Bachsäule“ vor der Musikschule, geschaffen 2012 von Christian Tobin.

Schongauer hat 36 Putti aus Weilheims Stadtpfarrkirche zu einer Säule arrangiert

Auch die vom Gautinger Bildhauer Christian Tobin im Jahr 2012 gestaltete „Bachsäule“ vor der Musikschule am Herzog-Albrecht-Platz gehört zum Skulpturenweg: Ein Brunnen mit einer beweglichen Basaltsäule, die mit Noten Johann Sebastian Bachs versehen ist. Der Verschönerungsverein Weilheim hat dieses Werk anlässlich seines 150-jährigen Bestehens gestiftet. Die vierte der schon länger bestehenden Skulpturen ist die „Engelssäule“ von Marinus Wirtl aus Schongau: Sie wurde erstmals 2018 bei einer Freiluft-Ausstellung des Kunstforums gezeigt, danach von der Stadt Weilheim erworben und neben dem Nordportal der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt am Marienplatz aufgestellt.  

„Engelssäule“ zwischen Stadtpfarrkirche und Stadtmuseum: Marinus Wirtl arrangierte dafür 36 Putti „frei nach Franz Xaver Schmädl“ zur Säule.

Kommentare