Kommentar zum Skulpturenweg Weilheim

Zehn neue Kunstwerke in Stadt und Natur - braucht‘s das?

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Eines von zehn neu geschaffenen Werken, die auf dem soeben eröffneten Skulpturenweg Weilheim zu sehen sind: „Scoop“ von Renato Rill - im Grünstreifen vor der Stadtmauer am Unteren Graben.
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Der Skulpturenweg Weilheim ist eröffnet: 14 Werke im öffentlichen Raum, davon zehn ganz neu geschaffen, laden zum Kunstspaziergang ein. Aber braucht es so was wirklich? Ein Kommentar.

Zehn neue Kunstwerke, mitten in der Stadt und mitten in der grünen Au – braucht es so was? Einfache Antwort: Ja! Das braucht es unbedingt! Und zwar mindestens, so lange noch irgendjemand fragt, ob es so etwas eigentlich braucht: Kunst im öffentlichen Raum, bezahlt zum Teil mit Steuergeldern. Ja, dieses Geld ist hier richtig gut angelegt.

Die Werke überraschen, beflügeln und fordern heraus

Es ist eine bunte, tolle und hochkarätige Mischung von Skulpturen, die ab sofort Passanten und Flaneure an ungeahnten Ecken Weilheims überraschen, beflügeln und auch herausfordern. Da sind ganz simple und herrlich verspielte Werke, klassische und moderne, heiter-leichte und inhaltsschwer ernste, laut auftrumpfende und ganz leise Arbeiten. Objekte, die auf Anhieb wirken und zum Beispiel leuchten, wenn Autoscheinwerfer an ihnen vorbeirollen. Und solche, die erst mit der Zeit und mit Muße ihre Wirkung entfalten.

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Hier kreuzt Kunst einfach so den Alltag

Wer sich auf diesen Skulpturenweg macht, kann also seine Sinne schärfen, kommt zum Nachdenken und kann sich freuen. Das alles ohne Beschränkungen, ohne Öffnungszeiten, ohne Eintritt. Und ohne, dass es Vorwissen oder große Erklärungen bräuchte. Hier kreuzt Kunst einfach so den Alltag – und bereichert ihn.

Ein starkes Zeichen für die Kulturstadt

Nebenbei ist der Skulpturenweg ein starkes Zeichen, dass Weilheim – das vor Jahrhunderten schon berühmt für seine Bildhauer, für die „Weilheimer Schule“ war – weiter Kulturstadt sein will. Dieses Zeichen ist wichtig. Denn kulturell ist nicht alles eitel Sonnenschein in Weilheim: das Stadtmuseum marode und keine Sanierung in Sicht; die Stadthalle viel zu lange geschlossen; das Stadttheater noch nicht erholt von der Corona-Krise, in der zu heftige politische Vorgaben Publikum vertrieben, das erst mal wieder gewonnen werden will. Auch deshalb braucht es einfach mal so etwas Schönes wie diesen Skulpturenweg. Magnus Reitinger

Ein Faltblatt zum Skulpturenweg Weilheim

mit Lageplan und Informationen zu den Werken und Künstlern liegt unter anderem im Rathaus und im Stadtmuseum Weilheim sowie in allen Tourist-Infos im Landkreis aus. In den nächsten Monaten erscheint zudem ein Katalogbuch. Weitere Informationen: skulpturenweg.kunstforum-weilheim.de

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