VonDieter Dorbyschließen
Elf Millionen Euro will die Stadt Miesbach durch Grundstücksverkäufe erzielen. Der Löwenanteil entfällt dabei auf die Erweiterungsflächen im Gewerbegebiet Nord.
Dort hat die Stadt 30 000 Quadratmeter, von denen aber noch Erschließungsflächen abzuziehen sind. Wie dies trotz des Verfahrens zur Wasserschutzzone nun möglich sein soll, haben wir Bürgermeister Gerhard Braunmiller gefragt.
Herr Braunmiller, warum ist die Erweiterungsfläche im Gewerbegebiet Nord jetzt wieder ein Thema für den Verkauf? Das Verfahren zur Erweiterung des Wasserschutzgebiets ist ja noch lange nicht beendet.
Es stimmt, dass es schwierig ist, das Gelände zu veräußern, aber bestimmte Nutzungen sind dort möglich. Es gab widersprüchliche Aussagen seitens des Landratsamts, ob wir bei der Entwicklung weitermachen können. Das haben wir jetzt geklärt. Im Stadtrat haben wir die Wiederaufnahme des Bebauungsplanverfahrens beschlossen. Das ist ein großes Pfund.
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Es gibt aber Einschränkungen, oder?
Ja, es gibt einen Verbotskatalog, der gilt. Auf dessen Basis werden wir nun eine Nutzwertmatrix erstellen, anhand derer wir Bewerber nach einem Punktesystem bewerten und in einer Arbeitsgruppe verabschieden.
Auch Teil Ihres Sechs-Punkte-Plans ist der Auf- und Ausbau von Stiftungen für Sport, Kultur und Soziales.
Ja, die Idee dahinter ist, einen Finanzsockel aufzubauen, der auch in schwierigen Zeiten sicher ist und nicht angetastet werden kann. Die Stadt hat zum Beispiel mit der Anton-Gillhuber-Stiftung gute Erfahrungen gemacht. Man kann Vermögen aufbauen und Projekte unterstützen. Vielleicht ist es auch für den einen oder anderen Bürger eine interessante Möglichkeit, die Stadt zu unterstützen, ohne befürchten zu müssen, dass das Geld verbraucht wird. Wir wollen uns hier neu ausrichten.
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Auch immer wieder ein Thema ist ein Kommunalunternehmen? Wie stehen Sie dazu?
Ich will die Möglichkeiten eines Kommunalunternehmens prüfen lassen, aber man muss auch sagen: Es ist nicht in jedem Fall ein Allheilmittel. Wir werden deshalb einen Berater holen, um das prüfen zu lassen. Wir rechnen das durch, ob das für unsere Möglichkeiten und Bedürfnisse funktioniert. Am Ende steht entweder eine schwarze oder eine rote Zahl.
Als Ingenieur haben Sie berufsbedingt eine große Nähe zu Planern und Experten. Doch diese arbeiten auch nicht umsonst. Sehen Sie bei diesem Punkt ebenfalls Sparpotenzial?
Nein. Wenn Sie an der Planung sparen, sparen Sie an der falschen Stelle. Man braucht einfach Grundlagen. Und in der Frühphase eines Projekts spart man am meisten.
ddy
