Aufwertung der Altstadt

2650 Unterschriften: Bürgerbegehren gegen Brunnen-Verschiebung nimmt erste Hürde

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„Harmonisches Ensemble“: Die Wolfratshauser Liste möchte die Versetzung des Marienbrunnens verhindern.
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Die Wolfratshauser Liste möchte den Marienplatz so erhalten, wie er heute ist. 2650 Menschen haben dafür unterschrieben - wie es weitergeht, ist offen.

Wolfratshausen – Die Wolfratshauser Liste hat in ihrem Kampf um den Erhalt des Marienplatzes in seiner jetzigen Form ein für sie wichtiges Etappenziel erreicht: Beim Bürgerbegehren „Schutz der historischen Altstadt“ haben mehr Menschen unterschrieben als nötig. Am Montagvormittag überreichten drei Vertreter der Gruppierung die bisher gesammelten Unterschriften an den Bürgermeister.

2650 Unterschriften: Bürgerbegehren gegen Brunnen-Verschiebung nimmt erste Hürde

Laut den Stadträten Dr. Manfred Fleischer und Richard Kugler sowie Listen-Mitglied Herrmann Paetzmann befanden sich in dem prall gefüllten weißen Ordner die Signaturen von 2650 Wolfratshausern. Laut Bayerischer Gemeindeordnung müssen neun Prozent der Wahlberechtigten in einer Stadt von der Größe Wolfratshausens unterschreiben, damit ein Bürgerbegehren zulässig ist. Das wären laut Kugler in der Loisachstadt etwa 1350. „Dieses Quorum hatten wir sehr schnell erreicht“, berichtete Fleischer bei der Übergabe. Mitte Juni hatte die Wolfratshauser Liste damit begonnen, für das Bürgerbegehren zu sammeln (wir berichteten).

Gefüllter Ordner: (v. li.) Richard Kugler, Dr. Manfred Fleischer und Herrmann Paetzmann (re.) überreichten Bürgermeister Klaus Heilinglechner 2650 Signaturen.

Wolfratshausen: Marienbrunnen soll verschoben werden - Liste WOR macht dagegen mobil

Argumente wurden beim Termin im Rathaus nicht mehr ausgetauscht – ihre Sicht der Dinge hatte die Wolfratshauser Liste in den vergangenen Wochen bereits mehrfach kundgetan. Die politische Gruppierung möchte einen Stadtratsbeschluss rückgängig machen, nach dem der Marienbrunnen auf dem gleichnamigen Platz zwischen Ober- und Untermarkt näher an die Bundesstraße gerückt werden soll. Für die Liste sprechen mehrere Gründe gegen die Versetzung des Brunnens: Zum einen sei sie mit kolportierten Kosten von rund 200 000 Euro zu teuer. Zum anderen solle das „gewachsene, harmonische Ensemble“ in seiner heutigen Form erhalten bleiben. Außerdem bestünde die Gefahr, dass der Marienbrunnen durch die Baumaßnahme zerstört würde. Auch das Wurzelwerk der Platanen auf dem Marienplatz – ein Geschenk der französischen Partnerstadt Barbezieux – könne verletzt werden.

Befürworter der Maßnahme hingegen sehen in dem Projekt die Chance, im Herzen der Innenstadt eine Veranstaltungsfläche zu gewinnen. Das Wahrzeichen würde außerdem prominenter platziert und in diesem Zuge der Verkehr auf der B11 verlangsamt, da der Brunnen ein Hindernis darstellen würde.

Markstraße in Wolfratshausen: Stadtrat stimmte für die Verschiebung - nun regt sich Widerstand

Mit 15:5 Stimmen hatte der Stadtrat die Versetzung beschlossen. Nun muss sich das Gremium erneut mit der Thematik befassen. Die nächste Sitzung ist im September. Nach einer Prüfung der Unterschriftenlisten durch die Verwaltung entscheiden die Ratsmitglieder, ob sie den Brunnen-Beschluss zurücknehmen oder nach den Wünschen der Initiatoren des Bürgerbegehrens anpassen. Bleibt der Rat bei seiner Meinung, werden die Gegner einen Bürgerentscheid forcieren, kündigten sie an. Dann dürfen die Wolfratshauser an der Wahlurne entscheiden, ob der Platz verändert werden soll oder nicht. Es wäre der fünfte Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt. Seit 1995 gibt es dieses direktdemokratische Instrument.

Altstadt Wolfratshausen: Heilinglechner gibt keine Prognose ab - Stadtrat hat mehrere Möglichkeiten

Klaus Heilinglechner wollte am Montag keine Prognose abgeben, wie es mit der Maßnahme weitergehen könnte. „Wir müssen sehen, was der Stadtrat dazu sagt“, meinte der Rathauschef. Daran, dass die Hürde von rund 1350 Unterschriften genommen wurde, habe er keine Zweifel, so Heilinglechner. Dennoch sei eine Prüfung der Listen obligatorisch.

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Wie Manfred Fleischer erklärte, sammelt die Wolfratshauser Liste weiterhin Unterschriften gegen das Projekt. „Wir wurden von vielen Leuten gefragt, ob wir das fortsetzen können“, erklärte er. An fünf Stellen – Gasthaus Löwenbräu, Schuhmoden Meiller, Edeka Heininger sowie Rosen- und Isar-Apotheke – würden Listen in Wolfratshausen ausliegen.

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