Strand bei Cuxhaven

„Am Eingang sind wir echt zusammen gezuckt“ – Urlauberin an der Nordsee entsetzt über hohe Strand-Preise

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Eine Urlauberin empört: Mit so hohen Kosten für ihren Strand-Besuch in Dorum-Neufeld an der Nordsee hatte sie nicht gerechnet. Sie fragt sich: „Ist das überall so?“

Landkreis Cuxhaven – Eine Urlauberin machte kürzlich eine unerfreuliche Erfahrung an der Nordsee: Sie wollte mit ihrer Tochter und ihrem Hund einen Tag am Dorumer Strand verbringen. Die beiden staunten nicht schlecht, als sie einen Blick auf die Preise für den Eintritt zum Strand sahen. „Am Eingang sind wir allerdings echt zusammengezuckt“, schreibt sie später in eine Facebook-Gruppe.

Urlauberin entsetzt über hohe Strand-Preise – Eintritt für zwei Erwachsene und Hund kostet 23 Euro

„Zwei Erwachsene und ein Hund plus Parkgebühr für 23 Euro.“ Das ist zu viel, findet sie. In Sahlenburg habe sie erst am vorherigen Abend andere Erfahrungen gemacht. Hier habe sie lediglich Kurtaxe bezahlt, also 3,90 Euro pro Person. Die Urlauberin fragt ins Kollektiv: „Ist das überall so?“

Dieser Strand an der Nordsee erhitzte kürzlich die Gemüter. Grund waren die Eintrittspreise, die vor Ort verlangt werden. (Symbolbild)

Die Inflation hat Urlaubsorte an der Nordseeküste voll im Griff. Cuxhaven geriet kürzlich wegen hoher Preise für Eis, Currywurst und Co. in die Kritik. Vermeintlich mysteriöse, versteckte Kosten erhitzten ebenfalls Gemüter der Cuxhavener Urlauber. Auch die Sauberkeit eines Strandes an der Nordsee erzürnte eine Einheimische, die bei ihren Spaziergängen immer wieder Müll findet.

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Juist Strand Niedersachsen Ostfriesische Inseln
Weißer, feiner Sand und Dünengras zeichnen den Strand der Ostfriesischen Insel Juist aus. Auch dieser Strand ist mit Regionalbahnen und somit durch das Deutschlandticket einfach erreichbar. Ähnlich wie bei der Insel Norderney ist die Endhaltestelle der Züge der Bahnhof Norddeich (Mole). Regionalzüge aus Bremen über Oldenburg steuern diesen Bahnhof an. © IMAGO / Wirestock
Norderney Strand Sonnenuntergang
Die Ostfriesische Insel Norderney ist wohl ein Strand-Klassiker. Ausgezeichnet durch feinen Sand, erstreckt sich der Strand ganze 15 Kilometer. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Deutschlandticket ist die Insel gut zu erreichen. Direkt am Fähranleger befindet sich die Bahnstation. Der RE 1 klappert auf dem Weg dorthin direkt mehrere Orte ab, in denen Urlauber zusteigen können – unter anderem Emden, Oldenburg, Delmenhorst oder Bremen Hauptbahnhof.  © Imago/JanisMEYER/Priller&MAUG
Strand in Cuxhaven Duhnen Döse
Mit dem Wattwagen nach Neuwerk, zum Wattwandern oder in der Nordsee baden – wer aus Bremen oder Hamburg kommt und einen Kurzurlaub an der Küste plant, bekommt in Cuxhaven sogar mehr als nur Sandstrand geboten. Von Hamburg aus fährt der RE5 direkt bis nach Cuxhaven. Wer aus Bremen mit dem Deutschlandticket anreist, wählt die NWB RS2 und steigt in Bremerhaven in den Zug EVB RB33. © IMAGO/Torsten Krüger
Sandstrand Neuharlingersiel
Es mutet an, wie der Strand einer Ostfriesischen Insel, ist aber Neuharlingersiel. Bei 10 Hektar Fläche ist genug Platz am Strand, um zu entspannen und dem Meer zu lauschen. Wer von Oldenburg aus mit dem Deutschlandticket anreist, steigt in den RE1 Richtung Norden und hat dann nur noch eine kurze Busreise vor sich. Alle, die am Bremer Hauptbahnhof ankommen, steigen in den Bus F20. Dieser fährt bis zum Anleger, Neuharlingersiel. Von dort aus ist es zu Fuß nicht mehr weit. Die Buslinie K1 fährt aber auch in zwei Minuten direkt zum Strand. © IMAGO / Panthermedia
Strand Küste Ostfriesland Schillig
Ebenfalls ein echter Geheimtipp ist der zweieinhalb Kilometer lange Sandstrand von Schillig. Nördlich von Wilhelmshaven gelegen, ist er gut vom Oldenburger Hauptbahnhof aus mit dem Deutschlandticket zu erreichen. Die NWB RE18 bringt Urlauber nach Wilhelmshaven Hauptbahnhof. Von dort aus fährt die Buslinie 121 direkt in den kleinen Ort an der Nordsee. © IMAGO / imagebroker
Strandabschnitt zwischen Wenningstedt und Kampen auf Sylt
Ob Westerland, List oder Kampen, Sylt lockt jährlich bis zu 4,8 Millionen Übernachtungsgäste auf die Insel. Doch keine Sorge, Platz ist genug: Ungefähr 40 Kilometer lang misst der weiße Sandstrand. Der RE6 fährt direkt von Hamburg Altona durch, ohne Umstieg. Aber auch von kleiner Orten aus Schleswig-Holstein wie Bredstedt und Niebüll fahren Regionalzüge, in denen das Deutschlandticket gültig ist, zur Insel. © IMAGO/Chris Emil Janssen
Strand Pellworm
Es muss nicht immer Sandstrand sein, um ein maritimes Urlaubsgefühl zu bekommen, oder? Die Insel Pellworm ist zwar beliebt, aber längst nicht so populär wie ihre „großen Schwestern“ Sylt und Föhr. Dabei ist Pellworm genauso leicht mit dem Deutschlandticket zu erreichen: Wie bei der Anreise nach Föhr, müssen Urlauber von Hamburg aus lediglich einmal in Niebüll umsteigen.  © IMAGO / Panthermedia
Steg bei Sonnenuntergang auf der Insel Föhr
Wyk auf der Nordfriesischen Insel Föhr verfügt nicht nur über einen malerischen Sandstrand, sondern auch über eine gute Zuganbindung. Direkt am Fähranleger befindet sich die Bahnstation Dagebüll Mole. Zwar steuern diesen vorwiegend Intercity Züge als Direktverbindung an, mit dem RE 60 und einem Umstieg in Niebüll können Hamburger aber ebenfalls per Deutschlandticket den Fähranleger erreichen. © IMAGO / imagebroker
Strandkorb in Sankt Peter Ording
Lange Stege, die vom Ortskern über die Dünen zum Strand führen sowie die Pfahlbauten, sind das Markenzeichen von St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein. Wer hier in der Sonne auf dem Handtuch liegen oder im Strandkorb sitzen möchte, kommt entspannt von Kiel, Hamburg oder Westerland (Sylt), mit einem Umstieg in Husum in die RB 64, per Deutschlandticket zum Urlaubsglück. © CHROMORANGE / Karl-Heinz Spremberg

Die Frau erhält unter ihrem Post reihenweise Zuspruch für den Frust. Eine Frau antwortet: „Wir waren auch einmal da, einmal und nie wieder.“ Eine andere meint: „Das reguliert sich in Zukunft von selbst.“ Sie fahre aufgrund der hohen Preise an der deutschen Nordseeküste jetzt nach Holland.

Ein weiterer Nutzer meint: „Mal ein Beispiel nehmen an Holland und Ostsee. Leider sind aber auch viele Hundehalter Schuld, lassen ihre Hunde im Watt kacken und lassen es liegen oder die Hunde laufen durchs Schilfgras, auf die Deiche. Im Sommer will halt jeder seine Bedürfnisse befriedigt sehen und das Watt ist Naturschutzgebiet.“ Aber wie kommt es überhaupt zu derartigen Preisen?

Hohe Strand-Preise am Strand gerechtfertigt? Kurverwaltung bezieht Stellung

Louisa Sophie Wesler, Sprecherin der Kurverwaltung Wurster Nordseeküste, gibt einen Überblick darüber, wie sich die Preise aufteilen. Tatsächlich zahlen erwachsene Personen am Strand in Dorum 7 Euro sowie 6 Euro für ein Tagesticket auf dem Parkplatz. Es handele sich allerdings nicht nur um einen reinen Strandabschnitt, wie in Sahlenburg, sondern um eine Kuranlage. Deshalb wird hier auch ein Eintrittspreis, keine Kurtaxe fällig. Der Preis setze sich wie folgt zusammen: „Für die Freizeitanlage Dorum-Neufeld mit dem kombinierten Zugang in das Wellenfreibad Watt’n Bad und dem, an das Bad angrenzende, Strandgelände in Dorum-Neufeld.“

Nicht nur an der Nordsee können Besucher des Strandes in Dorum-Neufeld baden. Auch ein beheiztes Wellenbad steht den Gästen zur Verfügung.

Das Wellenfreibad werde beheizt und ermögliche somit tidenunabhängiges Baden zu jeder Zeit, so Wesler. Einen Tarif, ausschließlich für den Strandbesuch, gebe es während der Hauptsaison nicht. Alternativen gebe es in der Region aber massig. Die Strände im Nordseebad Wremen, Cappel-Neufeld oder Spieka-Neufeld sind nicht weit entfernt und seien darauf ausgelegt, den Tag am Meer zu verbringen. Sprecherin Wesler betont: Erwachsene bezahlen zum Beispiel in Wremen 2,50 Euro.“

Hunde kosten hier auch Eintritt an der Nordseeküste – Kurverwaltung informiert über Website

Zudem seien die Strandbereiche Dorum-Neufeld in der Nebensaison kostenlos. Dass Hundehundehalter für Ihre Tiere in der Hauptsaison ebenfalls drei Euro zahlen müssen, scheint nach Erklärungen von Louisa Sophie Wesler gerechtfertigt: Auf dem Strandgelände Dorum-Neufeld gebe es ein eingezäuntes Freilaufareal für Hunde und kostenlose Kotbeutel. Für Menschen mit geringem Einkommen dürften die Eintrittspreise trotz Begründung für einen Schock an der Kasse sorgen. Weitere Informationen finden Urlauber und Tagesgäste daher auf der Website der Kurverwaltung.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Volker Rauch

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