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Carolin Gehrmannschließen
Regenfälle und Sturm sorgen in Hamburg an den Weihnachtstagen für eine brenzlige Hochwasser-Lage. Ein Erdrutsch beschädigte nun ein Restaurant.
Update von Montag, 25. Dezember, 13:45 Uhr: Am frühen Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages wurde das Restaurant „Maats“, gelegen am Elbhang in Hamburg-Nienstedten, von einem Erdrutsch heimgesucht. Durch eine geplatzte Wasserleitung löste sich das Erdreich auf einer Strecke von 15 Metern und rutschte den Hang hinab.
Gegen 7 Uhr morgens wurde der Vorfall von Passanten am Elbuferweg gemeldet. Als die Rettungskräfte eintrafen, bestätigte sich die Meldung: Eine Erdlawine hatte sich meterweit den Hang hinab bewegt und das Restaurant getroffen. Besonders die Sanitäranlagen des Restaurants erlitten dabei Schäden.
Update von Montag, 25. Dezember, 10 Uhr: Nach der schwereren Sturmflut am Freitag wird für den ersten Weihnachtstag erneut ein Erreichen der Sturmflutmarke in Hamburg und Teilen Schleswig-Holsteins erwartet. Voraussichtlich am Montagnachmittag wird die Elbe laut Prognose in Hamburg die Sturmflut-Schwelle von 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser (MHW) erreichen, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Sonntagabend mitteilte. Auch an den Pegeln der Elbe in Glückstadt, Wedel-Schulau und Geesthacht könnten solche Werte dann gemessen werden. Darüber hinaus erwartet das BSH für Montagmittag auch an der Nordseeküste Hochwasser. Laut Prognose könnte die Sturmflutmarke in Dagebüll und am Eider-Sperrwerk bei Tönning erreicht werden.
Bereits am frühen Montagmorgen sei an der Elbe ein erhöhter Pegelstand von 1 bis 1,5 Metern über MHW zu erwarten. Sturmflutniveau wird dann laut BSH-Vorhersage aber voraussichtlich noch nicht erreicht. Danach sollen die Wasserstände zunächst abnehmen.
Orkan Zoltan und Sirenen in Hamburg: Sturmflut-Pegel erreicht 3,33 Meter
Update von Freitag, 22. Dezember, 14:20 Uhr: Entwarnung am Hamburger Hafen: Das Wasser der Elbe läuft wieder ab. Die schwere Sturmflut in Hamburg hat ihren Scheitelpunkt überwunden. Der Höchsstand wurde um 10:42 Uhr am Pegel St. Pauli erreicht, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Freitagmittag erklärte.
„Die Abweichung zum mittleren Hochwasser betrug 3,33 Meter“. Damit erreichte der Wasserstand der Elbe noch einmal acht Zentimeter mehr als zunächst erwartet. Der Fischmarkt und umliegende Straßen waren teils hüfthoch überspült worden. Auch in der Hafencity hatten zahlreiche Straßen unter Wasser gestanden.
Es wird auch weiterhin mit Hochwasser gerechnet. „Aber Sturmflutniveau erreichen wir – so wie es derzeit aussieht – eher nicht“, prophezeit das BSH. Der starke Wind, den Sturmtief „Zoltan“ mit sich bringt, drücke zwar weiterhin Wasser in die Nordsee und die Flüsse. Doch könne nach derzeitigem Stand vorher ausreichend Wasser abfließen.
Update vom 22. Dezember, 9:50 Uhr: Wegen der schweren Sturmflut in Hamburg steigt der Wasserstand der Elbe doch höher als zunächst angenommen. Gegen 11 Uhr soll der Pegel St. Pauli auf 3,25 Meter über dem mittleren Hochwasser steigen, warnten Hamburgs Innenbehörde und die Polizei. Zunächst war man von 3,05 Metern ausgegangen.
Schon seit 5 Uhr früh ist der zentrale Katastrophenstab der Hamburger Innenbehörde deshalb in Hamburgs Hafengebiet im Einsatz. Anwohner dürften das spätestens um 7:15 Uhr bemerkt haben. Denn dann gingen bereits die Sirenen. „Wir haben schon jetzt die Bevölkerung mit Sirenen gewarnt. Bis 11.00 Uhr ist nicht mehr so lange hin. Da fangen wir jetzt schon an“, sagte ein Sprecher der Innenbehörde.
Schwere Sturmflut in Hamburg: Warnungen per App und Sirenen an der Elbe
Auch über Warn-Apps sowie die sozialen Medien wurden Menschen über die Situation informiert und davor gewarnt, sich in den Elbe-nahen Bereichen aufzuhalten. Dem Sprecher zufolge wird ein Wasserstand von 5,20 Meter erwartet, das entspricht Wasserstandsstufe 1. „Damit nimmt der Katastrophenstab seinen Dienst auf“, erklärte er.
Im Elbegebiet hat man außerdem mit Flutschutzmaßnahmen begonnen: Flutschutztore werden geschlossen und bestimmte Bereiche gesperrt oder evakuiert. Das betreffe aber keine bewohnten, sondern vor allem Industrie- und Gewerbegebiete, so der Sprecher. „Es wird im kompletten Bereich der Elbe bis Mittag zu Einschränkungen kommen“, sagte er weiter. Es werde jedoch nicht der gesamte Hafen gesperrt, sondern immer nur punktuell.
Polizei Hamburg warnt: Nicht mit dem Auto in überflutete Gebiete fahren
Die Polizei warnte ausdrücklich davor, überflutete Elbegebiete zu betreten und durch überflutete Straßen zu fahren. „Schon eine geringe Wasserhöhe kann die Steuerung behindern“, so ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei Hamburg.
Sturmtief „Zoltan“ fegt seit Donnerstag über ganz Deutschland hinweg und hat für Schäden und Verwüstung gesorgt. Auch in Hamburg gab es am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag zahlreiche Einsätze. Verletzte gab es aber in keinem der Fälle. Es handelte sich dem Lagedienst zufolge vor allem um Einsätze wegen umgestürzter Bäume und Äste, die Fahrbahnen blockierten, und losgelöster Ziegelsteine oder Baugerüstplanen.
Sturmtief Zoltan: S-Bahn in Hamburg fährt über umgestürzten Baum
Auch beim Bahnverkehr kam es durch den Sturm zu Störungen. Eine S-Bahn der Linie S1 fuhr am Donnerstagabend gegen 22:05 Uhr im Bereich des S-Bahnhofs Poppenbüttel über einen umgestürzten Baum. Wie die Polizei Hamburg mitteilte, wurde umgehend eine Streckensperrung und eine Stromabschaltung für diesen Einsatzbereich veranlasst. Nach ersten Ermittlungen fuhr die S-Bahn mit einer Geschwindigkeit von ca. 40 Kilometern pro Stunde gegen den Baum. Der Triebfahrzeugführer hatte zuvor eine Schnellbremsung eingeleitet. Die 26 Fahrgäste, die sich in der S-Bahn befanden, wurden nicht verletzt.
Update vom 21. Dezember, 15.45 Uhr: Die Hansestadt Hamburg muss sich wegen Sturmtief Zoltan am Abend nun doch auf eine schwere Sturmflut einstellen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg warnte am Donnerstagnachmittag: „Im Hamburger Elbegebiet muss heute Nacht mit einer schweren Sturmflut von 2,5 m über mittlerem Hochwasser gerechnet werden.“ Die Sturmflutgefahr bestehe bis etwa 23.25 Uhr.
Im Hamburg wird nun doch eine schwere Sturmflut erwartet – Höhepunkt Donnerstagnacht
Aktuell rechnet das BSH für das Abend- und Nacht-Hochwasser für die deutsche Nordseeküste mit 1,5 bis 2 Metern über dem mittleren Hochwasser. Im Elbe- und Wesergebiet sind 2 bis 2,5 Meter über mittlerem Hochwasser zu erwarten.
Wegen des Unwetters liegen im Norden aktuell große Teile des Bahnverkehrs lahm – auch Verbindungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein – jeweils über Hamburg – mussten eingestellt oder durch Busverkehr ergänzt werden.
Sturmtief Zoltan beschäftigt auch die Weihnachtsmarkt-Betreiber in der Hansestadt auf vollen Touren. Trotz des Wetters sollen die Buden auf den Hamburger Weihnachtsmärkten aber wie geplant geöffnet bleiben – zumindest vorerst. Man wolle die Sturmlage beobachten und dann entscheiden.
Sturm Zoltan bringt jede Menge Regen – Weihnachtsmarkt-Betreiber wollen Lage beobachten
Für den Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus wird es keine Einschränkungen bei den Öffnungszeiten geben, der Markt sei durch seine Lage gut geschützt, sagte ein Sprecher des Roncalli-Weihnachtsmarktes am Donnerstag in Hamburg. „Wie es die nächsten Tage weiter geht, werden wir sehen“.
Der Betreiber der Weihnachtsmärkte in der Spitaler Straße und am Gerhart-Hauptmann-Platz äußerte sich ähnlich: „Die Hütten sind ohnehin sturmgesichert. Das ist eine Vorgabe der Stadt. Wir werden abwarten, wie sich das heute noch entwickelt. Wenn es zu extrem wird, werde ich den Weihnachtsmarkt schließen“. Denn die Sicherheit der Gäste gehe grundsätzlich vor. „Die kann ich nicht mehr gewährleisten, wenn Teile durch die Gegend fliegen. Die müssen ja nicht von uns sein. Das können auch Gegenstände von Baustellen oder Planen sein“, erklärt er.
Märkte am Rathaus, Gänsemarkt, Petrikirche, in der Spitaler Straße bleiben trotz Sturm geöffnet
Die Märkte am Gänsemarkt und an der Petrikirche bleiben ebenfalls geöffnet, man wolle die Auswirkungen des Sturmtiefs aber wachsam beobachten. „Wir behalten das im Auge. Die ersten dürfen ihre Klappen schon runtermachen, wenn es zu schlimm wird“, so die Betreiberin Katja Dieckmann-Zerbe.
Ob es bei diesem „Schietwetter“ überhaupt so viele Besucher auf den Weihnachtsmarkt verschlägt, ist dann noch die ganz andere Frage. Sturmtief Zoltan fegt derzeit über ganz Deutschland hinweg.
Erstmeldung vom 20. Dezember 2023: Hamburg – Kurz vor Weihnachten könnte es in Hamburg noch einmal stürmisch. Statt weißer Weihnacht müssen sich die Hamburgerinnen und Hamburger wohl auf Sturmflut einstellen. Denn Sturmtief Zoltan ist im Anmarsch und bringt jede Menge Regen sowie orkanartige Böen mit sich. Doch das ist nicht alles: Beim Bundesamt für Schifffahrt und Hydrografie (BSH) rechnet man derzeit damit, dass Tief Zoltan auf seinem Weg nach Südskandinavien Elbe und Weser über die Ufer treten lässt. Auch für Hamburg besteht daher ab Donnerstag akute Hochwasser-Gefahr.
Hochwasser in Hamburg – Vor Weihnachten wird es noch einmal stürmisch und nass
Der Wasserstand der Elbe in Hamburg St. Pauli wird am Donnerstagabend, dem 21. Dezember, gegen 23 Uhr voraussichtlich 897 cm betragen, so die aktuellen Berechnungen der Experten des BSH. Die Grenze, ab wann man von einer Sturmflut spricht, liegt bei einem Pegelstand von 862 cm. Doch der Höchststand soll erst am Freitag gegen 11 Uhr erreicht werden. Dann steigt das Wasser der Elbe noch einmal an – auf schätzungsweise 932 cm. Danach soll das Hochwasser erst einmal wieder abklingen.
Eine schwere Sturmflut steht zwar allem Anschein nach nicht ins Haus, davon spricht man erst ab einem Wasserstand von 962 cm. Doch gerade in Hamburg-Altona im Bereich des Fischmarkts könnte es den Hamburgerinnen und Hamburgern vor Weihnachten noch einmal etwas nass um die Füße werden. Mit weißer Weihnacht im Norden wird es also nichts, stattdessen steht der Hansestadt also noch einmal Hochwasser bevor.
Sturmtief Zoltan bringt jede Menge Wind und Regen – Elbe in Hamburg tritt über die Ufer
Bereits ab Mittwoch macht sich Sturmtief Zoltan mit ersten stürmischen Böen an der Nordseeküste und im Binnenland bemerkbar. Ab Donnerstag rechnen die Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit einer deutlichen Zunahme des Windes und der Entwicklung einer Sturmlage. An der Nordsee können die Böen orkanartig ausfallen. Im Binnenland ist mit schweren Sturmböen zu rechnen. Lokal kann es im Norden auch zu Gewittern kommen.
Erst vor rund einem Monat hatte es im Norden eine schwere Sturmflut mit heftigen Gewittern gegeben. Auch dabei war die Elbe über ihre Ufer getreten und hatte den Fischmarkt samt Fischauktionshalle unter Wasser gesetzt. Etwa kniehoch hatte das Flusswasser auf dem Platz und auf der Brücke zum Fähranleger gestanden.
Sturmtief Zoltan – Wasserhöchststände an der Elbe werden noch vor Weihnachten erreicht
Nun könnte es schon wieder so kommen – und das nur wenige Tage vor Weihnachten. Der traditionelle Hamburger Fischmarkt, der mit seinem üppigen Angebot jeden Sonntag von 7 bis 9:30 Uhr Besucher und Einheimische anzieht, soll auch am 24. Dezember geöffnet haben. Denn Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Ob man sich auf dem Markt trotz Sturm ohne Einschränkungen noch kurz vor knapp mit den letzten Weihnachtseinkäufen eindecken kann, ist derzeit allerdings unklar.
Marktbetrieb am Fischmarkt an Heiligabend durch Sturmtief Zoltan wohl nicht in Gefahr
Aktuell sieht es aber so aus, als ob das Wasser Samstag und Sonntag nicht wieder ansteigt und die Betreiber ihre Stände ganz normal aufstellen können. Laut BSH wird an Heiligabend mit 800 cm ein Höchstwert erwartet, der zwar über dem Mittel von 712 cm liegt, der aber aller Voraussicht nach nicht für Hochwasser sorgen wird. Laut DWD hat sich auch der Wind bis dahin wieder beruhigt. Der Sonntag werde nach jetzigem Stand „zunächst schwachwindig, zum Morgen mäßiger, an der Nordsee frischer Südwest- bis Westwind“. Damit dürften zum Fest ruhigere Tage beim Wetter bevorstehen. (carolin gehrmann/dpa)
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