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Christina Hein
Anna-Laura Weyh
Florian Hagemann
Marie Klement
Matthias Lohr
Bundesweit protestieren immer mehr Menschen gegen die AfD, am Samstag auch in Kassel. Zeitgleich fand eine Kundgebung für Gaza statt. Der Newsticker zum Nachlesen.
+++ 20.18 Uhr: Hier kommt noch ein Blick auf den Tag: 15.000 Menschen haben in Kassel gegen Rechtsextremismus und die AfD demonstriert - und das friedlich. Gerechnet worden war im Vorfeld mit 1000 Teilnehmern. Rund um die Innenstadt kam es zwischen 14 und 17 Uhr zu Verkehrsbehinderungen.
Insgesamt sind am Samstag in Hessen zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. In Frankfurt zählte die Polizei bei der hessenweit größten Kundgebung 35.000 Teilnehmer. Mehr als 12.000 Menschen waren es in Gießen. Auch hier waren das zwölfmal so viele wie erwartet.
+++ 17.19 Uhr: Und auch das hier haben wir noch für Sie: Die Buslinie 16 kann wieder über den Auedamm fahren und verkehrt damit auf ihrer regulären Strecke. Auch die weiteren Buslinien sowie die Regiotrams verkehren nach Plan. Vereinzelt kommt es auf Straßenbahnlinien zu Verspätungen, die sich voraussichtlich in Kürze auflösen werden, teilt die KVG mit.
+++ 16.58 Uhr: Und schon kommt noch eine Meldung: Vor wenigen Minuten wurde die Sperrung der Königsstraße für die Straßenbahnen und Regiotrams aufgehoben. Damit kehren laut KVG alle Bahnen nach und nach wieder auf ihre regulären Fahrstrecken zurück. Dies gilt auch für alle Buslinien mit Ausnahme der Linie 16 aufgrund der noch bestehenden Sperrung des Auedammes.
+++ 16.54 Uhr: Wir beenden unseren Demoticker an dieser Stelle. Danke fürs Mitlesen. Später folgen noch weitere Bilder des Tages.
+++ 16.52 Uhr: „Tanzt gerne weiter. Aber offiziell ist die Veranstaltung beendet“, sagt eine Rednerin auf dem Friedrichsplatz durchs Mikro.
+++ 16.45 Uhr: Mehrere hundert Teilnehmer versammeln sich noch einmal vor dem Staatstheater.
Demo gegen Rechts in Kassel




+++ 16.39 Uhr: Der Demozug kommt jetzt über den Steinweg wieder am Staatstheater an.
+++ 16.35 Uhr: Vor dem Theater skandiert ein harter Kern von Demonstranten „ganz Kassel hasst die AfD“.
+++ 16.17 Uhr: 200 Leute sind bei der Demo vor dem Rathaus. Es heißt: „Wir demonstrieren weiter. Wir frieren nicht.“ Und es wird gerufen: „Free Palestine.“
+++ 16.15 Uhr: Weil ein Demonstrationszug sich vom Scheidemannplatz Richtung Lutherplatz bewegt, können alle Busse, die regulär aus Richtung Hauptbahnhof die Haltestelle „Königsplatz/Mauerstraße“ ansteuern, diese Haltestelle nicht erreichen. Die Busse werden deshalb ab der Haltestelle „Am Stern“ über die Erzberger Straße umgeleitet.
Auch die Linie RT5 kann aktuell vom Hauptbahnhof nicht Richtung Auestadion fahren. Die Züge enden deshalb im Hauptbahnhof. Die Linien RT1 und RT4 werden ab Hauptbahnhof über den Lutherplatz umgeleitet.
+++ 16.05 Uhr: Autofahrer sollten den Bereich um die Innenstadt meiden. Es gibt zahlreiche Sperrungen und Staus.
+++ 16.01 Uhr: Nicht alle Passanten haben von der Großdemo heute gehört. Ein Mann ist verwundert über das Polizeiaufgebot und fragt seine Partnerin, was passiert sei.
+++ 15.55 Uhr: Vor dem Rathaus findet derzeit die Demo statt, die auf das Leid der Menschen im Gaza-Streifen aufmerksam machen soll.
+++ 15.48 Uhr: Auf dem Friedrichsplatz ist es nun komplett leer. Das wird sich erst ändern, wenn der Demo-Zug hier wieder ankommt. Geplant ist das für kurz vor 17 Uhr.
+++ 15.45 Uhr: Die Versammlung verläuft laut einem Polizeisprecher friedlich.
+++ 15.42 Uhr: Weil die Polizei den Scheidemannplatz – und damit die ÖPNV-Umleitungsstrecke für die gesperrte Königsstraße – ebenfalls für den Verkehr gesperrt hat und die Straßenbahnen und Regiotrams nur vereinzelt dort fahren dürfen, kommt es zu Verspätungen auf allen Straßenbahn- und Regiotram-Linien.
Auch die Buslinie 10 ist davon betroffen. Die Busse fahren von der Haltestelle Am Stern über die Erzberger Straße zum Rhönplatz. Die Haltestellen Königsplatz/Mauerstraße, Scheidemannplatz und Hauptbahnhof entfallen in beiden Richtungen.
+++ 15.30 Uhr: Die Trams fahren nun nicht mehr über die Königsstaße. Die KVG meldet: Wegen einer Störung ist die Königsstraße für den Bahnverkehr in beiden Richtungen gesperrt. Die Tramlinien 1, 3, 4, 5, 6 und 8, sowie die RT Linien RT1 und RT4 fahren in beiden Richtungen Umleitung über Lutherplatz und Scheidemannplatz. Die Linien RT 1 und RT 4 erreichen Sie an der Haltestelle Scheidemannplatz.
Wegen der hohen Teilnehmerzahlen der verschiedenen Demonstrationszüge rechnet die KVG mit Verspätungen in der Umleitungsstrecke.
+++ 15.18 Uhr: Die Demonstranten ziehen jetzt zur Trompete. Es ertönt „Arschloch“ von den Ärzten.
+++ 15.11 Uhr: Der Zug setzt sich in Bewegung. Einige rufen: „Ganz Kassel hasst die AfD.
+++ 15.07 Uhr: Jetzt geht es über die Frankfurter Straße, Ständeplatz, Lutherplatz und Altmarkt zurück zum Theater.
+++ 15.06 Uhr: Die Organisatoren der Demo sagen: „Wir sind überwältigt.“
+++ 15.01 Uhr: Gleich beginnt der Aufzug.
+++ 14.58 Uhr: Leila Mohtadi sagt auf der Bühne: „Ich will, dass die Menschen, die bislang nicht wählen gegangen sind, wählen gehen gegen Rechtsextremismus.“ Und: Sie nennt Friedrich Merz einen Rattenfänger.
Mohtadi weiter: Lasst uns um unsere Demokratie kämpfen.
+++ 14.56 Uhr: Während einige gehen, kommen andere. Teilweise wärmen sich Demonstranten in der Königsgalerie auf und kehren dann zurück.
Die Bahnen fahren übrigens normal durch die Innenstadt. Viele Kasseler sind - wie jeden Samstag - zum Bummeln und Shoppen gekommen.
+++ 14.55 Uhr: Die Polizei spricht von 15.000 Demonstranten.
+++ 14.49 Uhr: Die Teilnehmer harren übrigens bei eisigen Temperaturen aus: Minus 2 Grad sind es. Füße, Hände und Gesichter sind mittlerweile eingefroren. Einige Teilnehmer machen sich daher auf den Rückweg.
+++ 14.48 Uhr: Eine Vertreterin von „Kassel gegen Rechts“ sagt: „Die große Frage muss sein, dass die AfD wieder unter 10 Prozent ist.“ Und: „Die anderen Parteien müssen Lösungen finden, damit es allen besser geht.“
+++ 14.45 Uhr: Suse Umscheid sagt: Lasst uns laut sein gegen den Faschismus, gegen rechts.
+++ 14.43 Uhr: Das Publikum ist bunt gemischt. Eltern mit Kinder sind hier, Jugendliche, Senioren - alle Altersgruppen sind vertreten. Viele Teilnehmer haben Schilder gebastelt.
+++ 14.41 Uhr: Noch immer kommen weitere Teilnehmer - wenn auch nicht mehr so viele wie vor einer Stunde. Um 15 Uhr etwa soll der Zug durch die Innenstadt starten.
+++ 14.39 Uhr: Suse Umscheid spricht auf der Bühne davon, Gänsehaut zu bekommen beim Blick auf die Menschenmenge. Sie sagt: „Ich bin queer. Größtes Coming-out, das ich bisher hatte.“
+++ 14.38 Uhr: Eben gab es Sprechchöre: „Ganz Kassel hasst die AfD.“
+++ 14.34 Uhr: Bei Instagram @kassellive findet ihr in der Story schon erste Bilder.
+++ 14.29 Uhr: Schoeller benennt die Gefahr von rechts und sagt mit Bezug auf die jüngten Ereignisse: Remigration ist auf keinen Fall zu akzeptieren.
Schoeller: „Wir können über alles reden. Aber an der Wahlurne spielt man nicht mit dem Feuer.“ Er öädt auch die Unzufriedenen ein, sich dem Bündnis, das die Demo organisiert hat, anzuschließen.“
Schoeller: „Wir werden für die Demokratie kämpfen, und wir werden den Kampf gewinnen.“ Dafür gibt es viel Applaus.
+++ 14.25 Uhr: Schoeller bedankt sich bei den Initiativen aus der Mitte der Gesellschaft, die die Demo organisiert haben. Er sagt: „Wir haben uns versammelt, um unsere Stimme zu erheben und zu zeigen, was uns eint. Die Werte der Demokratie und die Unantastbarkeit unserer Würde.“
+++ 14.20 Uhr: Sabeina Franz hat gerade das Gedicht „Bei Hitlers brennt noch Licht“ vorgetragen. Jetzt spricht OB Sven Schoeller.
+++ 14.16 Uhr: Die Menschen stehen vor dem Staatstheater, auf dem Steinweg, vor dem Friedericianum. Und es werden immer noch mehr.
+++ 14.15 Uhr: Wegen der Sperrung des Steinwegs wegen der Demonstration kann die Buslinie 16 am Auedamm nicht fahren.
Die Busse fahren ab dem Rothenberg regulär und auch über die Haltestelle „Königsplatz/Mauerstraße“, dann aber auf direktem Weg zur Auestadion und zurück. Die Haltestellen in der Frankfurter Straße entfallen.
+++ 14.12 Uhr: Vor dem Staatstheater geben die Organisatoren Anweisungen.
+++ 14.11 Uhr: Rund 200 Menschen haben sich am Kulturbahnhof versammelt. Gegen Waffenlieferungen an Israel protestieren sie und ziehen gleich über den Lutherplatz zu Rheinmetall.
+++ 14.10 Uhr: Der Steinweg in Höhe Staatstheater ist jetzt in beide Richtungen gesperrt.
+++ 14.07 Uhr: Die Polizei hat aktuell den Steinweg Richtung Altmarkt für Autos gesperrt.
+++ 13.58 Uhr: Es sind längst mehrer Tausend Menschen vor dem Staatstheater - und es kommen immer mehr.
+++ 13.54 Uhr: Die Organisatoren bitten die Menschen, auf die Wiese vor dem Staatstheater zu gehen. Der Gehweg muss frei bleiben. Bei jeder Grünphase gehen Dutzende Menschen über den Steinweg.
+++ 13.50 Uhr: Zu lesen sind die Schilder „EkelHAfD“ und „Menschenrechte statt rechte Menschen“.
+++ 13.47 Uhr: Es haben sich schon mehrere Hundert vor dem Staatstheater eingefunden. Viele stehen auch vor dem Fridericianum - aus gutem Grund: Da scheint die Sonne.
+++ 13.41 Uhr: Überall nahe der Innenstadt sieht man dick eingepackte Menschen in Gruppen Richtung Fußgängerzone laufen.
+++ 13.30 Uhr: Die Stadt ist jetzt schon sehr voll. Viele haben das Zeil: Friedsrichsplatz. Die Straßenbahnen fahren aktuell aber ganz normal durch die Königsstraße.
+++ 12.57 Uhr: Auch die Demokratie-Initiative „Offen für Vielfalt - Geschlossen gegen Ausgrenzung“ unterstützt die Kundgebung, die von Privatpersonen angemeldet wurde. Das Demokratie-Mobil steht direkt neben der Bühne am Staatstheater.
+++ 12.36 Uhr: Nicht nur in Kassel wird an diesem Wochenende gegen die AfD demonstriert: Das Magazin Katapult teilte eine Karte mit allen Veranstaltungen vom 19. bis 21. Januar. Es gibt kaum einen leeren Fleck. Von Flensburg bis Freiburg gehen die Menschen auf die Straße.
+++ 12.14 Uhr: Auch das Kunstkollektiv Raamwerk wird heute bei der Demo präsent sein. Bei der Veranstaltungsreihe Kusoko am Freitagabend in der Neuen Denkerei malten Teilnehmer Plakate für die Kundgebung. Ein Slogan lautete: „Jetzt können wir herausfinden, was wir an Stelle unserer Großeltern getan hätten.“ Den Satz liest man gerade auf Demos in der ganzen Republik.
Zudem wurden Plakate und andere Kunstwerke versteigert. Ein rosafarbenes Plakat mit dem Spruch „Abstand halten gegen rechts“ ging für 45 Euro weg.
+++ 11.37 Uhr: Es ist ziemlich kalt am Samstagmorgen in Kassel. Trotzdem erwarten die Organisatoren der Demo gegen Rechts heute viele Teilnehmer. Angemeldet war die Veranstaltung mit 1000 Teilnehmern. Mittlerweile haben jedoch zahlreiche Initiativen dazu aufgerufen, heute um 14 Uhr auf den Friedrichsplatz zu kommen. Auch Oberbürgermeister Sven Schoeller wird sprechen.
Einige rechnen damit, dass heute Nachmittag sogar 10.000 Menschen kommen könnten - auch angesichts der Erfahrungen aus anderen Städten wie in Hamburg, wo am Freitagnachmittag laut Veranstaltern 80.000 Teilnehmer an die Alster kamen. Am späten Vormittag hatten die Mitarbeiter der Firma Ambion bereits die Mikrofone unter dem Vordach des Opernhauses aufgebaut. Da zeigte sich auch die Sonne. Vielleicht wird es nicht ganz so kalt.
+++ 11.27 Uhr: Bei einem Geheimtreffen diskutierten AfD-Politiker über Vertreibungen von Migranten. Auch deshalb wird Samstag in Kassel demonstriert. Hier erzählen vier Migranten, warum sie Angst vor der AfD haben.
Demo gegen Rechts in Kassel: Slogen ist „KasselStehtZusammen“
Der Demo-Aufruf, der bereits am Montag (15. Januar) in sozialen Netzwerken kursierte, war gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Erst am Wochenende hatte eine Gruppe Kasseler beschlossen, eine Kundgebung gegen die AfD zu organisieren. Der Flyer mit dem Slogan „KasselStehtZusammen“ sollte noch einmal überarbeitet werden. Irgendjemand postete ihn aber bei Facebook. Danach verbreitete sich der Aufruf für die „Demo gegen Rechts“ rasant.
1000 Teilnehmer haben die Veranstalter bei der Anmeldung der Kundgebung angegeben, die am Samstag (14 Uhr) vor dem Staatstheater auf dem Friedrichsplatz beginnt. Es könnten auch dreimal so viele werden, schätzt ein Mitglied der 17 Leute umfassenden Gruppe. Mit ihren Namen wollen sie nicht in die Öffentlichkeit – auch aus Schutz vor möglichen Drohungen von rechts. Im Aufruf heißt es, man sei ein „spontanes parteiunabhängiges Bündnis“.
Aktuelle Infos zur Demo auf HNA.de und bei Instagram
Wir halten Sie am Samstag in diesem Artikel auf HNA.de und bei Instagram (@hnanews und @kassellive) auf dem Laufenden
Verkehrsbehinderungen am Samstag in der Innenstadt
Am heutigen Samstag kann es wegen Demonstrationen zu Verkehrsbehinderungen im Kasseler Stadtgebiet kommen. Betroffen ist davon auch der ÖPNV.
Es sind drei Versammlungen angemeldet, darunter zwei Aufzüge, die im Zeitraum von 14 bis 18 Uhr über den Innenstadtring und durch die Fußgängerzone führen. Autofahrer werden gebeten, das bei ihrer Routenplanung zu bedenken, teilt die Stadt Kassel mit.
Wer Bus und Bahn fahren will, bekommt Informationen zum Ersatzverkehr und eventuellen Fahrtausfällen in der NVV-App, auf der Homepage kvg.de unter der Rubrik „Verkehrsmeldungen“ und am NVV-Servicetelefon unter 0800-939-0800 (täglich von 5 bis 22 Uhr, freitags und samstags bis 0 Uhr).
Gleich mehrere Demos gegen Rechts in Hessen
Tausende Menschen werden am Samstag nicht nur in Kassel, sondern in mehreren hessischen Städten bei Demonstrationen gegen die AfD und Rechtsextremismus erwartet. Zur mutmaßlich größten hessischen Protestaktion unter dem Motto «Demokratie verteidigen» wird in Frankfurt (13 Uhr) aufgerufen, wo der Veranstalter mit mehreren tausend Teilnehmern rechnet.
Für die Demonstrationen in Kassel (14 Uhr) und Gießen (15 Uhr) sind laut Angaben der Stadtverwaltungen jeweils 1000 Teilnehmer angemeldet. Für die Demonstration in Limburg (11 Uhr) werden 300 Teilnehmer erwartet. In Offenbach soll am Sonntag (11 Uhr) demonstriert werden.
„Die Zeit des Schweigens ist jetzt vorbei“: Protest gegen AfD in Kassel
Nochmal zurück zu den Organisatoren der Demo: Alle Mitglieder der Gruppe beobachten seit Jahren mit Sorge das Erstarken der AfD, die für den Verfassungsschutz in drei Bundesländern als „gesichert rechtsextremistisch“ gilt. Nach den Enthüllungen von „Correctiv“ sah man sich zum Handeln gezwungen. Die Recherche-Plattform hatte über ein Treffen in Potsdam berichtet, bei dem AfD-Politiker und Neonazis über einen „Masterplan zur Remigration“ von Menschen mit ausländischen Wurzeln diskutierten. Eine Organisatorin der Kasseler Demo sagt: „Die Zeit des Schweigens ist jetzt vorbei.“
So denken mittlerweile viele Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. In zahlreichen Städten gab es in den vergangenen Tagen Demos gegen die AfD mit Tausenden Teilnehmern. In Köln gingen am Dienstag laut Polizei 30.000 Menschen unter dem Motto „Bündnis gegen Rassismus“ auf die Straße – angemeldet war die Kundgebung ursprünglich mit 1000 Teilnehmern.
In Hamburg kamen am Freitag ebenfalls deutlich mehr Menschen zusammen als erwartet. Die Polizei sprach von 50.000, die Veranstalter von 80.000. Angemeldet worden waren 10.000 Teilnehmer. Daher wurde die Kundgebung zur Sicherheit der Teilnehmer von den Organisatoren früher beendet als geplant.
„Kassel steht zusammen“: OB Schoeller spricht bei Demo auf dem Friedrichsplatz
Die Kasseler Organisatoren erklären in ihrem Aufruf: „Die AfD und ihre menschenverachtende Haltung und Politik sind kein Teil unserer Demokratie. Hass, Rassismus, Queerfeindlichkeit, Antisemitismus und jegliche Form der Menschenverachtung haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.“ Einer der Redner auf dem Friedrichsplatz wird Oberbürgermeister Sven Schoeller sein. Nach der einstündigen Kundgebung beginnt um 15 Uhr ein Aufzug durch die Stadt. Grünen-Politiker Schoeller wird ab 16 Uhr eine weitere Rede halten – dann beginnt im Rathaus der Neujahrsempfang der Stadt.
Pro-Palästina-Demo zeitgleich mit AfD-Protest – Kritik von Jüdischer Gemeinde
Zudem gibt es am Samstag eine zweite Demo: Um 14 Uhr startet am Kulturbahnhof die Demo „Gegen den Genozid in Gaza“. Organisiert wird die Veranstaltung mit erwarteten 250 Teilnehmern vom Bündnis Yousef Shaban, zu dem sich Studierende zusammengeschlossen haben. Benannt haben sie sich nach dem Kasseler Studenten, der im Oktober in Gaza ums Leben kam. Die Linke und mehrere Initiativen unterstützen die Demo, bei der unter anderem ein Stopp der Waffenlieferungen an Israel gefordert wird.
Miki Lazar von der Jüdischen Gemeinde kritisiert, dass beide Veranstaltungen zeitgleich stattfinden. Nach antisemitischen Vorfällen auf Pro-Palästina-Demos befürchtet er „eine Gefahr für die Jüdische Gemeinde“. Bei der Stadt sieht man keine Probleme, dass die Veranstaltungen parallel stattfinden, wie ein Stadtsprecher mitteilt.
Ein Problem mit der Demo gegen Rechts hat indes Sibylle Johst. Die AfD-Kommunalpolitikerin kandidierte zuletzt für die Wahlen zum Bundes- und Landtag und sagt: „Das sind Versuche, den Aufwärtsschwung unserer Partei zu stoppen. Mir macht das Sorgen, weil es die Partei schwächen kann. Ich schaue mir das an. Ich muss wissen, was da abgeht.“ (Matthias Lohr)
Bei der Landtagswahl in Hessen im Oktober 2023 erhielt die AfD in Kassel satte 33 Prozent. Nun ist die Partei die zweitgrößte Fraktion im Wiesbadener Landtag.
Rubriklistenbild: © Matthias Lohr











