Kommentar

Dünner Takt: Ein Rückschritt für die Verkehrswende

+
Auch der Wintereinbruch macht den Verkehrsunternehmen zu schaffen. M. Murat/dpa
  • schließen

Es motiviert nicht, die Bahn zu nehmen, wenn sie samstags nur alle halbe Stunde fährt oder unter der Woche voll ist. Gegen den Fachkräftemangel braucht es flexible Lösungen.

Für die Verkehrswende ist die Ausdünnung des Fahrplans in Frankfurt und anderen Städten ein Rückschritt. Wer samstags in Frankfurt eine halbe Stunde auf die U9 warten muss, steigt womöglich doch lieber ins Auto. Die Erwartung, in der Hauptverkehrszeit nur einen Stehplatz in der U-Bahn zu bekommen, stimmt nicht gerade froh.

Gegen den Fachkräftemangel gibt es ein einfaches Rezept: höhere Gehälter beim Berufseinstieg. Das motiviert, in der Fahrerkabine von Tram und U-Bahn den Hebel umzulegen oder die sehenswerten deutschen Lande vom Cockpit eines ICE an sich vorbeiziehen zu lassen.

Für die Tarifverträge sind die Gewerkschaften zuständig. Die Bundespolitik sollte sich wiederum dafür einsetzen, dass Geflüchtete aus der Ukraine oder anderen Ländern schneller in Deutschland arbeiten können. Dazu zählt eine unkomplizierte Anerkennung von Berufsabschlüssen, auch wenn Ausbildung in verschiedenen Ländern unterschiedlich abgelaufen ist. Weil Deutsch schwer ist, würde es helfen, wenn man sich in bestimmten Berufen zunächst auch auf Englisch verständigen kann - bei transnationalen Institutionen wie der EZB ist das selbstverständlich.

Dass die Baby-Boomer in Rente gehen, ist seit langem klar. Was fehlt, ist eine strategische Planung, damit umzugehen.

Auch interessant

In Frankfurt fährt die U5 künftig nicht mehr zum Hauptbahnhof durch. Zahlreiche Bus- und Bahnlinien fahren nicht mehr so oft. Hintergrund ist der Fachkräftemangel.

RMV kann Angebot erhalten. Aber es gibt sehr viele Baustellen im nächsten Jahr. Und weitere Erneuerungen zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember.

Die Stadt Frankfurt schlägt eine Arbeitgeberabgabe zur Finanzierung des Nahverkehrs vor. Geprüft wurden auch eine City-Maut und weitere Finanzierungsmittel.

Kommentare