VonLeon Schmittschließen
Seit Februar 2024 hat die hessische Polizei in einigen Städten ihre Präsenz und den Kontrolldruck erhöht. Innenminister Roman Poseck zog nun in Fulda Bilanz.
Fulda - Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zog im Fuldaer Stadtschloss Bilanz zur Innenstadtoffensive. Gemeinsam mit Polizistinnen und Polizisten sowie Polizeipräsident Michael Tegethoff blickte er auf die vergangenen 13 Monate zurück. Im April 2024 hatte Poseck die Maßnahmen in Fulda vorgestellt.
Auch nun verschaffte sich der Minister bei einem Rundgang mit Bürgermeister Dag Wehner (CDU) durch die Rabanus- und Bahnhofsstraße bis zum Bahnhofsvorplatz wieder einen Eindruck von der Sicherheitslage in der Fuldaer Innenstadt.
Ein Jahr Innenstadtoffensive in Fulda: Behörden ziehen Bilanz
„Fulda ist eine sehr sichere Stadt“, erklärte Poseck laut Mitteilung des Innenministeriums. „Mit der Innenstadtoffensive haben wir in der Domstadt die offene und verdeckte Polizeipräsenz mit verstärkten Kontrollmaßnahmen und einer Intensivierung der Fuß- und Streifentätigkeit im innerstädtischen Bereich erhöht. Auch die Präventionsmaßnahmen wurden nochmals verstärkt. Dabei konnte an die bereits seit 2003 bestehende Rahmenkonzeption ,Sicheres Fulda‘ und die zahlreichen, im Rahmen der erfolgreichen KOMPASS-Teilnahme der Stadt bereits umgesetzte Präventionsmaßnahmen angeknüpft werden.“
Poseck sprach auch über die drei Videoschutzanlagen am Bahnhofsvorplatz, am Heertorplatz sowie übergreifend am Universitäts-, Borgias- und Jesuitenplatz: „Im Jahr 2024 konnten bei insgesamt zehn strafrechtlichen Ermittlungsverfahren die Videoaufzeichnungen dieser drei Anlagen zur Klärung der Tat beziehungsweise Ermittlung eines Tatverdächtigen beitragen. Ein Schutzmann vor Ort, der bei der zentral gelegenen Stadtwache angedockt ist, und der Freiwillige Polizeidienst tragen zu einem gesteigerten Sicherheitsgefühl durch mehr Präsenz bei. Stadt und Land arbeiten in Fulda in Sachen Sicherheit Hand in Hand.“
Innenstadtoffensive in Hessen
Die Hessische Landesregierung hat den Wiederanstieg der Kriminalität nach den Pandemie-Jahren zum Anlass genommen, die Sicherheit in Hessens Innenstädten zu verstärken. Seit Februar 2024 hat die hessische Polizei in 14 Städten ihre Präsenz und den Kontrolldruck erhöht. Gezielte Kontrollen finden in Wettbüros, Spielhallen und Szenelokalen statt. Teil der Innenstadtoffensive sind Städte wie Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Gießen, Hanau, Kassel, Limburg, Marburg, Offenbach, Rüsselsheim, Wetzlar und Wiesbaden. Im August 2024 wurde das Programm um Bad Hersfeld und Biedenkopf erweitert.
Im ersten Jahr der Innenstadtoffensive führten rund 35.000 Polizeikräfte in fast 200.000 Einsatzstunden 63.000 Personenkontrollen durch. Dabei stellten sie etwa 10.100 Ordnungswidrigkeiten und 6.200 Straftaten fest, nahmen rund 1.650 Personen fest und vollstreckten fast 650 Haftbefehle. Die gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen fließen in die weiteren Maßnahmen der Kriminalitätsbekämpfung und Prävention ein.
Seit Beginn der Innenstadtoffensive im Februar wurden nach Angaben des Ministeriums bis Ende 2024 in Fulda über 460 Sonder- und Brennpunktkontrollen sowie knapp 300 Streifen mit der Stadt- und Bundespolizei durchgeführt. Dabei stellten die Einsatzkräfte mehr als 680 Straftaten fest, vollstreckten vier Haftbefehle und registrierten über 1300 Ordnungswidrigkeiten. Im Jahr 2025 führten sie bereits knapp 80 Kontrollmaßnahmen und rund 140 Konzeptionsstreifen durch, bei denen drei Haftbefehle vollstreckt wurden. Im Bereich Prävention setzten sie über 30 Maßnahmen um, darunter Informationsstände an der Stadtwache und Beratungsangebote auf dem Bahnhofsvorplatz.
Die Innenstadtoffensive habe Fulda sicherer gemacht. Die Polizeiliche Kriminalstatistik des vergangenen Jahres zeigt einen Rückgang der Kriminalität um mehr als 1100 Fälle auf etwas über 6000. Die Straftaten sanken um über 15 Prozent, ein Spitzenwert in Hessen. Die Aufklärungsquote stieg 2024 um 0,5 Prozent auf über 75 Prozent und liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von rund 62 Prozent. Die Straßenkriminalität ging um fast 160 Fälle auf etwas mehr als 600 Delikte zurück.
Diese positiven Entwicklungen sollen fortgesetzt werden. „Ich danke den Beamtinnen und Beamten für ihren stets professionellen und engagierten Einsatz für die Sicherheit in Fuldas Innenstadt und allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit“, betonte Poseck.
Poseck begrüßt Waffenverbotszone in Fulda
Die neu eingerichtete Waffenverbotszone in Fulda begrüßt Roman Poseck: „Seit Einrichtung der Waffenverbotszone wurden bereits mehr als 210 Personenkontrollen durchgeführt, wobei drei Messer aufgefunden und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wurden. Insbesondere zusammen mit Videoschutzanlagen bieten diese eine deutliches Mehr an Sicherheit. Deshalb befürworte ich, wie auch die Polizei, weitere Videoschutzanalgen in Fulda, zum Beispiel an festgestellten ,Angstorten‘. Die Polizei wird im Rahmen der Innenstadtoffensive den Kontrolldruck weiter hochhalten – die Fortsetzung des Einsatzes der Reiterstaffel im Bereich des Schlossgartens ist zum Beispiel aktuell in Planung.“
„Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat für uns höchste Priorität“, betont Polizeipräsident Michael Tegethoff. „Durch vielfältige polizeiliche Maßnahmen im Rahmen der Innenstadtoffensive, wie einer hohen sichtbaren Polizeipräsenz mit vermehrten Kontrollen und einem verstärkten Einsatz operativer Einheiten, aber auch präventiven Ansätzen, wie einem städtebaulichen Beratungsangebot, tragen wir dazu bei, dass sich die Menschen in Fulda sicher fühlen können.“
