Innenstadt

P&C-Gebäude auf der Zeil: Grundschule im 5. Stock wird immer konkreter

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So soll das Gebäude Zeil 71-75 in Frankfurt nach dem Umbau aussehen.
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Das Peek&Cloppenburg-Gebäude an der Zeil in Frankfurt wird nach Plänen des Büros Renzo Piano umgebaut – und das auf sehr ungewöhnliche Weise. Platz entsteht etwa für eine Schule.

Das Geschäftshaus von Peek & Cloppenburg (P&C)an der Frankfurter Zeil wird sich in den nächsten Jahren in eines der ungewöhnlichsten Gebäude der Stadt verwandeln. Der Komplex in Nähe der Konstablerwache soll so umgebaut werden, dass er außer einer weiterhin großen Verkaufsfläche für das Bekleidungshaus Platz für Büros, möblierte Apartments, Gastronomie aber auch etwa für eine zweizügige Grundschule mit Aula, Schulhof und Turnhalle bietet.

Geschehen soll dies nach einem Entwurf des Büros Renzo Piano Building Workshop aus Genua. Das entschied eine Jury am Dienstagnachmittag nach einem Wettbewerb unter sieben eingeladenen Architekturbüros. Mit dem zweiten Platz zeichnete sie den Entwurf von Meixner Schlüter Wendt aus, der dritte Platz ging an Holger Meyer Architekten.

Jury lobt hohe Flexibilität des Siegerentwurfs von Renzo Piano

Der Wettbewerb habe ein „atemberaubend hohes Niveau“ gehabt, sagte die Juryvorsitzende, die Architektin Anett-Maud Joppien, am Nachmittag im städtischen Planungsdezernat. Die Entscheidungen für die ersten drei Plätze seien dennoch einstimmig gefallen.

Platz für Sport, Veranstaltungen und mehr: Der „Playground“ soll das Herzstück des gemischt genutzten Gebäudes sein.

„Wir haben uns für den Entwurf entschieden, der uns die höchste Flexibilität für die Zukunft bietet“, sagte Kevin Meyer aus dem Vorstand der P&C-Immobiliengesellschaft „Midstad“, die als Bauherr fungiert. Er sprach von einem Pilotprojekt für die Transformation der Innenstadt. Planungsamtleiter Martin Hunscher lobte, dass der Siegerentwurf Grundrisse habe, die für viele Nutzungen funktionierten. Das trage zur Nachhaltigkeit des Gebäudes bei.

Zweite Ebene mit Sport auf dem Parkhausdach entsteht an der Zeil

Als im Februar bekannt wurde, dass eine Grundschule an der Zeil öffnen könne, war dies nicht auf einhellige Begeisterung gestoßen. Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) sprach dagegen am späten Nachmittag von einem sehr guten Standort. Der Bedarf sei groß, mehr als 500 Kinder unter sechs Jahren lebten in der Innenstadt. Die vorgeschlagene Lösung zur Integration der zweizügigen Schule samt Aula und Turnhalle sei sehr vielversprechend, sagte er. Sie soll Flächen im 5. und 6. Stock des umgebauten Gebäudes nutzen, die die Kinder über den Carl-Theodor-Reiffenstein-Platz erreichen. Auf einer Art „zweiten Ebene“ soll unter anderem ein Sportfeld auf dem bestehenden Parkhaus entstehen.

Kinder sollen vom Carl-Theodor-Reiffenberg-Platz aus in die geplante Grundschule gelangen.

Midstad plant einen Umbau im laufenden Betrieb. Ziel sei es, schnell in die Umsetzung zu kommen, hieß es. Noch muss aber etwa der Bebauungsplan für das Areal geändert werden.

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