Nachfolger für Henkel

Christopher Gärtner ist neuer Bürgermeister in Flieden

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Christopher Gärtner (links) ist neuer Bürgermeister in Flieden. Zum Wahlerfolg gratulierte ihm unter anderem Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld.
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  • Lena Eberhardt
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Flieden hat einen neuen Bürgermeister: Christopher Gärtner (CDU) hat sich am Sonntag bei der Direktwahl um das Amt durchgesetzt.

+++ 18.51 Uhr: In der Direktwahl um das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Flieden konnte Christopher Gärtner (CDU) mit 76,6 Prozent die Wahl für sich entscheiden. Nicole Hess (AfD) erhielt 17,78 Prozent und Sebastian Künemund (Die Partei) 5,62 Prozent der Stimmen.

Auch Mario Klotzsche, Vorsitzender der Fuldaer Kreis-FDP, gratulierte Gärtner zum Sieg.

Von den insgesamt 7102 Wahlberechtigen haben 4490 Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgegeben. Damit liegt die Wahlbeteiligung in Flieden bei 63,22 Prozent.

+++ 18.28 Uhr: Die Stimmen in den Wahlbezirken Flieden 01, Struth, Magdlos und Schweben wurden ausgezählt. In allen vier Wahlbezirken konnte Christopher Gärtner die Wahl für sich entscheiden und bleibt konstant über 70 Prozent.

Das Rathaus in Flieden füllt sich mit Zuschauern.

+++ 18.20 Uhr: Die ersten Ergebnisse sind da: Sowohl in Buchenrod als auch in Stork liegt Christopher Gärtner klar vorne. In Buchenrod hat der CDU-Kandidat 75,86 Prozent und in Stork 73,42 Prozent der Stimmen erhalten.

Bürgermeisterwahl in Flieden: Drei Kandidaten stehen am Sonntag zur Wahl

Update vom 25. Februar, 18.01 Uhr: Die Wahllokale wurden offiziell um 18 Uhr geschlossen und die Auszählung der Stimmen beginnt. Die Übermittlung der Wahlergebnisse der einzelnen Wahlbezirke findet ebenfalls ab 18 Uhr im Rathaus in Flieden statt. Für den Einsatz der zahlreichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in den 13 Wahllokalen und drei Wahlbezirken bedankte sich der amtierende Bürgermeister Christian Henkel bereits im Vorfeld. Sollte am Sonntag kein Kandidat oder keine Kandidatin die absolute Mehrheit erhalten, kommt es am 17. März zu Stichwahl.

Erstmeldung vom 25. Februar, 7.20 Uhr: Flieden - Die Entscheidung des scheidenden Bürgermeisters Christian Henkel (CDU), sich in Flieden nicht erneut zur Wahl zu stellen, kam im vergangenen Sommer für viele überraschend. Henkel sprach im vergangenen Juni von einer „sehr persönlichen Entscheidung“, die ihm nicht leichtgefallen sei.

Es galt nun also, Kandidaten für eine Nachfolge zu finden. Der CDU-Gemeindeverband nominierte bereits im August Christopher Gärtner, der mittlerweile von allen Fraktionen der Fliedener Gemeindevertretung unterstützt wird. Zuvor hatte das Fliedener Listenbündnis - bestehend aus SPD, Grünen und den Freunden des Königreichs (FDK) - per Aufruf einen eigenen Kandidaten gesucht. Der favorisierte Kandidat für die Bürgermeisterwahl war allerdings kurz vor seiner Vorstellung wieder abgesprungen.

Stattdessen stellte die AfD mit Nicole Hess eine eigene Kandidatin auf. Zudem warf außerdem Sebastian Künemund (Die Partei) seinen Hut in den Ring, der bereits bei der Landratswahl Fulda angetreten war. Am Sonntag (25. Februar) haben die Fliedener Bürger nun die Wahl. Eine mögliche Stichwahl, sollte im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, ist für den 17. März angesetzt.

Der 37-jährige Christopher Gärtner aus Schweben war der erste Kandidat, der sich zur Wahl stellte. Der Abba-Fan geht für die CDU ins Rennen, wird aber mittlerweile von allen Fraktionen der Fliedener Gemeindevertretung unterstützt. Gärtner ist in Schweben aufgewachsen und lebt bis heute dort. Der studierte BWLer, der aktuell als Projektmanager im Bereich Photovoltaikanlagen in Künzell arbeitet, bringt bereits einige kommunalpolitische Erfahrung mit.

Gemeindevertretung Flieden steht geschlossen hinter CDU-Kandidat Christopher Gärtner

Drei Jahre lang war er als Geschäftsführer des CDU-Kreisverbands Fulda tätig und gehört seit 2021 dem Kreistag Fulda an. „Mit viel Herzblut und Liebe für unsere Heimatgemeinde Flieden möchte ich der Bürgermeister für alle sein. Für mich ist der wertschätzende Kontakt mit den Menschen besonders wichtig“, sagte Gärtner anlässlich seiner Nominierung zum Bürgermeister-Kandidat.

So ist es vielleicht nicht überraschend, dass Gärtner sich im Falle eines Wahlsiegs vor allem den Themen Kommunikation in der Gemeinde sowie dem Bau der neuen Veranstaltungshalle widmen möchte. Weitere Themen, die der 37-Jährige angehen möchte, ist die Schaffung von Wohnraum sowie die ärztliche Versorgung, die sich vor allem durch die Ruhestands-Ankündigungen der Neuhofer Mediziner Dr. Aman Esmaty und Dr. Stephan von Keitz aus Neuhof verschärft hat.

AfD-Kandidatin Nicole Hess ist im Kreis Fulda ebenfalls keine Unbekannte, obwohl die 50-Jährige im Taunus lebt. Bereits bei der Landtagswahl in Hessen 2023 war Hess für die AfD im Wahlkreis Fulda II angetreten. Die Flugbegleiterin ist seit 2016 AfD-Mitglied, seit drei Jahren ist sie als Schriftführerin im Kreisverband Fulda tätig. Sie wolle eine pragmatische Politik machen, das Thema Migration sei sich er ein wichtiges, aber nicht das einzige.

Bürgermeisterwahl: Satirepartei-Kandidat geht als Reaktion auf AfD-Bewerbung ins Rennen

Pierre Lamely, AfD-Kreisvorsitzender Fulda, bewertet es durchaus als Vorteil, dass Hess nicht aus der Region kommt: „Die Herkunft unserer Kandidatin Nicole Hess jenseits von Flieden ist ein klarer Vorteil. Es garantiert eine Führung, die frei von Vorbelastungen und ,Amigo-Connections‘ ist.“ Somit sei sie in der Lage, objektiv zu handeln.

Der dritte Bürgermeister-Kandidat in Flieden ist Sebastian Künemund, der für die Satirepartei „Die Partei“ antritt. Neben einer Reihe satirischer Punkte im Wahlprogramm - so etwa ein Tempolimit von 23,7 Stundenkilometern in ganz Flieden oder die Umsetzung des Kaliberges auf Fliedener Gemeindegebiet zwecks Nutzung als Wintersportgebiet - hat Künemunds Bewerbung einen durchaus ernsten Hintergrund, wie der 47-Jährige sagt.

Seine Kandidatur sei nämlich eine Reaktion auf die Bewerbung der AfD-Kandidatin Nicole Hess.  „Der drohende Rechtsruck ist nicht zu unterschätzen, auch in Flieden“, warnt Künemund. Es gehe darum, ein Machtvakuum in der Gemeinde zu füllen, „das nicht AfD-Kandidatin Nicole Hess füllen sollte.“ Im Falle einer Wahl sei es sein erstes Anliegen, die Menschen in Flieden wieder an einen Tisch zu bringen.

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