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Florian Dörr- Nora Kraft
Sarah Bernhard
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Anna Kirschner
Vor einer Woche wurde ein Mann am Hauptbahnhof Frankfurt erschossen. Die Staatsanwaltschaft äußert sich zum Verdacht der Familienfehde.
Update von Dienstag, 27. August, 9.50 Uhr: Vor einer Woche hat am Dienstagabend, 20. August, ein 54-Jähriger einen 27-Jährigen mitten im Frankfurt Hauptbahnhof erschossen. Die Tat glich einer Hinrichtung. Wie nun die Frankfurter Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtet, laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren.
Inzwischen ist auch offiziell bestätigt, dass die Ermittler den Hinweisen auf eine Familienfehde als mögliches Motiv nachgehen. Laut dpa berichten türkische Medien teilweise mit großer Empörung über den Vorfall, den sie auch als „Blutrache“ bezeichnen. Hintergrund sei eine Blutfehde zwischen zwei Familien.
„Hinweise lassen Verdacht auf Familienfehde zu“: Staatsanwaltschaft zum Bahnhofmord
Diesen Hintergrund hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft bisher nicht bestätigt. Es gebe allerdings durchaus Hinweise, die diesen Verdacht zuließen, sagte der Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Dominik Mies, am Freitag gegenüber dem Hessischen Rundfunk.
Als Blutrache bezeichnet man ein Verfahren der Selbstjustiz, das es in vielen Ländern weltweit gibt. In der Türkei etwa wird immer mal wieder über vergleichbare Fälle berichtet, die etwa als Mord vor Gericht verhandelt werden, schreibt die dpa.
Nach dem Anschlag in Solingen am Freitag entbrannte eine Debatte um mehr Waffenverbotszonen. Doch auch der Vorfall in Frankfurt zeigt, dass diese geplante Morde nicht aufhalten kann. Im Bahnhofsgebäude gilt erst seit 1. Juni ein nächtliches Waffenverbot für die Zeit zwischen 20.00 und 5.00 Uhr.
Update vom Freitag, 23. August, 9.18 Uhr: Auch in türkischen Medien ist die Hinrichtung im Hauptbahnhof Frankfurt ein Thema. Berichtet wird auch über eine mögliche Motivlage. Demnach sind die Familien von Täter und Opfer verfeindet. Mindestens zwei weitere Morde sollen den tödlichen Schüssen in der Main-Metropole vorausgegangen sein.
+++ 12.57 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen vom Hauptbahnhof Frankfurt werden Forderungen nach Konsequenzen laut. Unter anderem meint CDU-Innenexperte Alexander Throm: „Die Bundesregierung hat keine Kontrolle mehr über die Sicherheit an unseren Bahnhöfen und Zügen.“
„Eiskalter Mord“ in Frankfurt – Video von Tat am Hauptbahnhof kursiert
Update vom Donnerstag, 22. August, 9.40 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen vom Frankfurter Hauptbahnhof am Dienstagabend (20. August) dauern die Ermittlungen an. Das erklärte Dominik Mies als Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstagmorgen. Gegen den mutmaßlichen Täter wurde Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes erlassen.
Derweil sprach Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gegenüber der Bild von einem „eiskalten Mord“, der sich am Hauptbahnhof Frankfurt ereignet habe. „Der Täter erschießt sein Opfer ohne Rücksicht auf andere Passanten.“
Ein Video, das die Tat zeigen soll und im Internet kursiert, zeigt, wie sich ein Mann von hinten seinem Opfer nähert und ihm unvermittelt in den Hinterkopf schießt. Kaum einen Meter vom 27-Jährigen, der von der ersten Kugel getroffen sofort zu Boden geht, steht ein Passant. Auch rund um den Tatort sind viele Reisende unterwegs. Die Menge strömt nach dem ersten Schuss teils in Panik auseinander. Anschließend gibt der Schütze – unter Tatverdacht steht ein 54-Jähriger – noch zwei weitere Schüsse auf sein Opfer ab und entfernt sich schnellen Schrittes. Kurz darauf wird er von Beamten der Bundespolizei festgenommen.
Die Tat gibt den Ermittlern noch immer Rätsel auf: In welchem Verhältnis standen die beiden türkischen Staatsangehörigen? Welche Motivation hatte der Täter? Unter Verdacht steht ein Mann mit Wohnsitz in Baden-Württemberg.
Tödliche Schüsse am Hauptbahnhof Frankfurt – Rätsel um Täter-Opfer-Verhältnis
+++ 15.07 Uhr: Inzwischen hat Staatsanwalt Dominik Mies weitere Details zu den tödlichen Schüssen im Frankfurter Hauptbahnhof bekanntgegeben. Demnach feuerte der Täter insgesamt dreimal auf sein Opfer: Zunächst traf er von hinten in den Kopf des 27-Jährigen, als dieser zu Boden ging, gab er zwei weitere Schüsse ab.
Auch zu den Identitäten der Beteiligten gibt es Neuigkeiten: So ist der 54-jährige Tatverdächtige, der noch im Hauptbahnhof Frankfurt festgenommen wurde, in Baden-Württemberg wohnhaft. Das Opfer hatte keinen aktuellen Wohnsitz in Deutschland. Warum die beiden in der Main-Metropole aufeinandertrafen und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, das ist weiter unklar.
Entsprechend gibt das Motiv der tödlichen Schüsse auch noch Rätsel auf: „Derzeit haben wir keine weiteren Informationen zum Hintergrund der Tat, das ist Gegenstand der Ermittlungen, auch zur Motivlage“, erklärt Mies.
Tödliche Schüsse am Hauptbahnhof Frankfurt – Polizei nennt Details zu Opfer und Verdächtigem
+++ 11.49 Uhr: Wie mutmaßliche Zeugen berichten, gab der Täter vom Frankfurter Hauptbahnhof noch weitere Schüsse auf sein Opfer ab, nachdem dieses nach einem ersten Kopfschuss bereits auf dem Boden lag.
+++ 10.27 Uhr: Nach den tödlichen Schüssen am Hauptbahnhof Frankfurt haben Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Informationen veröffentlicht. Darin bestätigen die Ermittler, dass es sich bei dem Opfer um einen 27-Jährigen, bei dem mutmaßlichen Täter um einen 54-Jährigen handelt. Beide Männer sind türkische Staatsangehörige.
Demnach näherte sich der Schütze seinem Opfer gegen 21 Uhr an Gleis 9 des Frankfurter Hauptbahnhofs von hinten und gab mehrere Schüsse aus einer Pistole auf ihn ab. Er versuchte zu fliehen, konnte aber an Gleis 7 von Beamten der Bundespolizei widerstandslos festgenommen werden. Der 27-Jährige starb noch am Tatort.
Der 54-jährige Tatverdächtige wird am Mittwoch durch die Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Frankfurt vorgeführt werden, der über die Anordnung von Untersuchungshaft zu entscheiden haben wird. Informationen zur Motivlage hinter den tödlichen Schüssen vom Hauptbahnhof liegen weiterhin noch nicht vor.
+++ 10.20 Uhr: Nach der brutalen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof sind viele Fragen offen. Doch einiges über den Fall ist bereits bekannt und bestätigt. Die wichtigsten Informationen im Überblick.
Schüsse am Hauptbahnhof Frankfurt: Polizei will neue Details nennen
+++ 7.33 Uhr: Am Morgen nach dem Tötungsdelikt am Frankfurter Hauptbahnhof sind die Hintergründe der Tat noch unklar. Die werden am heutigen Mittwoch sehr wahrscheinlich auch nicht mehr bekannt gegeben, äußerte ein Sprecher der Polizei Frankfurt gegenüber IPPEN.MEDIA auf Nachfrage.
Im Laufe des Tages soll eine gemeinsame Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Fall veröffentlicht werden. Dann könnten auch Informationen zu den Identitäten der beiden Männer vorliegen.
Hintergründe zum Tötungsdelikt am Hauptbahnhof Frankfurt weiterhin unklar
Update vom 21. August, 6.36 Uhr: Nach dem Tötungsdelikt am Frankfurter Hauptbahnhof am Dienstagabend soll der Tatverdächtige am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Er soll einen Mann erschossen haben und wurde daraufhin von der Bundespolizei festgenommen. Die Hintergründe der Tat waren zunächst völlig unklar. Auch zur Identität der beiden Männer gab die Polizei zunächst keine genauere Auskunft.
Der Hauptbahnhof war für Züge und Passagiere wegen des Polizeieinsatzes am Dienstagabend den Angaben nach für etwa 25 Minuten gesperrt. In der Nacht lief der Einsatz am Tatort weiter: Die Spurensicherung und die Mordkommission waren für Ermittlungen vor Ort. Gegen 4.30 Uhr sei der Einsatz beendet und auch der Bereich um den Tatort wieder freigegeben worden, sagte die Bundespolizei.
Spurensicherung am Hauptbahnhof Frankfurt – Zugverkehr wieder aufgenommen
+++ 23.11 Uhr: Die Polizei hat bestätigt, dass das Opfer der am Hauptbahnhof abgegebenen Schüsse gestorben ist. Wie ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage erklärte, sei der Mann sofort tot gewesen. Die Bundespolizei habe den mutmaßlichen Täter unmittelbar nach der Tat festgenommen. Weitere Hintergründe zur Tat sind noch nicht bekannt.
+++ 22.55 Uhr: Zwischen Gleis 8 und 9 am Hauptbahnhof steht ein mannshohes, weißes Zelt. Dort findet aktuell noch die Spurensicherung statt.
Der Bahnverkehr wird seit 22.21 Uhr wieder aufgenommen, vermeldet der RMV. Die Haltestelle Hauptbahnhof kann wieder angefahren werden, auch mit den Trams und U-Bahnen. Es kommt aber dort und auch im S-Bahn-Netz Rhein-Main weiter zu Folgeverspätungen und Ausfällen. Der Ausstieg aus S-Bahnen für Reisende am Frankfurter Hauptbahnhof ist aus ankommenden Zügen möglich. Der Einstieg ist nicht möglich.
+++ 22.45 Uhr: Einem Polizeisprecher zufolge soll der mutmaßliche Täter dem Opfer in den Kopf geschossen haben. Der Mann sei schwer verletzt worden. Allerdings liegen widersprüchliche Informationen vor: Andere Medien berichten, das Opfer sei tot.
Die Tat soll sich auf dem Querbahnsteig auf Höhe der Gleise 8 und 9 ereignet haben. Es gibt mehrere Zeugen, die von der Polizei festgestellt wurden. Der S-Bahn-Verkehr wurde gestoppt, um den mutmaßlichen Täter an der Flucht zu hindern.
Kopfschuss am Hauptbahnhof Frankfurt – Schusswaffe bei Verdächtigem gefunden
+++ 22.36 Uhr: Es gibt erste Informationen zum Polizeieinsatz am Hauptbahnhof Frankfurt. Wie Ippen-Reporterin Sabine Schramek berichtet, hat ein Mann Schüsse im Hauptbahnhof abgefeuert. Ein anderer Mann wurde am Kopf verletzt. Dabei ist laut Polizei noch nicht sicher, ob die Verletzung eine Schusswunde ist.
Die Einsatzkräfte haben einen Verdächtigen festgenommen und bei ihm eine Schusswaffe gefunden. Es ist noch unklar, ob es sich dabei um die Tatwaffe handelt.
Der Bahnhof war während des Einsatzes an einigen Punkten gesperrt. Auch die Läden waren geschlossen. Zurzeit sind die Gleise 7 bis 10 noch durch eine Polizeikette gesperrt. Es sind noch viele Menschen vor Ort, die angesichts der späten Stunde verzweifelt über ihre ausfallenden und verspäteten Verbindungen sind.
Haltestelle Frankfurt Hauptbahnhof wird wieder bedient
Update von Dienstag, 20. August, 22.17 Uhr: Laut RMV-Auskunft wird die Haltestelle Hauptbahnhof (tief) von den S-Bahnen wieder bedient. Es komme wegen des Polizeieinsatzes zwischen dem Hauptbahnhof und der Haltestelle Taunusanlage aber weiter zu erheblichen Verspätungen und Teilausfällen.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) war der Hauptbahnhof laut Bahn-Sprecher für 25 Minuten gesperrt. Noch laufe der Polizeieinsatz, aber der Verkehr starte wieder. Es kann weiterhin Beeinträchtigungen und Gleisänderungen geben.
Was der Hintergrund des Einsatzes ist, sagte der Polizeisprecher der dpa noch nicht. Auch IPPEN.MEDIA erhielt bisher keine genauere Auskunft.
Erstmeldung von Dienstag, 20. August, 21.54 Uhr: Frankfurt – Der S-Bahn-Verkehr in Frankfurt und Umgebung ist am Dienstagabend (20. August) von einer Großstörung betroffen. Als Grund dafür meldet der RMV einen Polizeieinsatz zwischen Hauptbahnhof und Taunusanlage in Frankfurt. Alle S-Bahnen außer der S7 halten nicht mehr an diesen beiden Haltestellen.
Großstörung bei S-Bahn Rhein-Main: Zwei Haltestellen fallen aus
Stattdessen verkehren sie laut RMV-Auskunft wie folgt:
- S1: Wiesbaden Hbf - Frankfurt Süd - Offenbach Ost - Rödermark-Ober Roden (Umleitung zw. Frankfurt-Griesheim und Offenbach Ost)
- S2: Niedernhausen - Frankfurt-Griesheim sowie Offenbach-Kaiserlei - Dietzenbach Bahnhof
- S3: Bad Soden - Frankfurt-Galluswarte sowie Frankfurt-Hauptwache - Darmstadt Hbf
- S4: Kronberg - Frankfurt-Galluswarte sowie Frankfurt Süd - Langen
- S5: Friedrichsdorf - Frankfurt-Rödelheim
- S6: Friedberg - Frankfurt West, 30-Min-Takt
- S8/S9: Wiesbaden Hbf - Frankfurt-Stadion
- S9: Frankfurt-Hauptwache - Hanau Hbf.
Auch die U-Bahn-Linien U4 und U5 sind betroffen. Die U4 hält nicht am Hauptbahnhof, aber an den benachbarten Stationen, teilt die VGF mit. Die U5 fährt nicht mehr zwischen Konstablerwache und Hauptbahnhof.
Bei den Straßenbahnen entfällt der Halt Hauptbahnhof ebenso. Betroffen sind die Linien 11, 12, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 21 und 22.
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Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa









