VonWalter Kreuzerschließen
„Mit einer allgemeinen Wetterberuhigung tritt heute allmählich auch eine leichte Entspannung der Hochwasserlage in Hessen ein“, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Mittwoch mit. Von Anspannung war zumindest an der Kinzigtalsperre schon zuvor nicht viel zu spüren.
Steinau/Ahl - Tendenziell sind laut HLNUG vielerorts fallende Wasserstände zu verzeichnen. Insgesamt rechnet das Landesamt mit einer weiteren Entspannung der Lage. Zum Jahreswechsel würden allerdings wieder größere Niederschläge erwartet, die erneut zu einem Anstieg der Wasserstände führen könnten, hieß es. Der Wetterdienst warnt vor ergiebigem Dauerregen zum Start ins neue Jahr.
Kinzigtal: Noch kein „Wiedereinstau“ im Kinzigstausee
Abgesehen von den Kinzigpegeln Gelnhausen und Hanau (Main-Kinzig-Kreis) war am Dienstag (26. Dezember) nirgendwo in der Region auch nur annähernd eine der drei Meldestufen erreicht. Am Dienstag, 9.15 Uhr, wurden für die Kinzig bei Steinau 65 Zentimeter gemeldet. Ulmbach und Steinaubach führten 30 beziehungsweise 34 Zentimeter hoch Wasser und die Salz bei Bad Soden 56 Zentimeter.
Die fallende Tendenz zeigt sich auch am Wasserstand des Kinzigstausees. Auf den ersten Blick scheint es, als habe dort der Wiedereinstau nach fast zwei Jahren Arbeiten im Zusammenhang mit der vertieften Sicherheitsüberprüfung begonnen. Laut Holger Scheffler ist dies allerdings nicht der Fall. Der Geschäftsführer des Wasserverbands Kinzig (WVK), der die Sperranlage betreibt, spricht dagegen von normalem Betrieb in Zusammenhang mit dem Hochwasser.
„Wir versuchen, die Wasserwelle zurückzuhalten, also nicht das gesamte Wasser auf einmal in den Unterlauf der Kinzig zu lassen. Unsere Steuerungsgrößen sind 20 Kubikmeter pro Sekunde Ablass beim Sommerstau, jetzt beim Winterstau sind es 40 Kubik. Mit einem Maximum am Samstag von 28 Kubik waren wir von diesem Wert noch deutlich entfernt“, erläutert Scheffler. Während der Weihnachtsfeiertage habe der Ablass bei knapp 30 Kubikmeter pro Sekunde gelegen. Scheffler: „Wir sind im normalen Bereich.“
Der Zulauf vom Oberlauf der Kinzig schwankte in den vergangenen Tagen zwischen etwa 30 und 38 Kubik. Zum Vergleich: Nach Starkregen oder bei starker Schneeschmelze können es auch schon mal 140 bis 150 Kubikmeter pro Sekunde sein, die in den See strömen und an der Sperre gestoppt werden. Dann ist der Stauraum innerhalb eines Tages voll.
An der Staumauer betrug der Wasserstand am Samstagnachmittag etwa 6,60 Meter, am Dienstag waren es noch 5,80 Meter. Im hinteren Bereich des Stauraums war der gesunkene Wasserstand deutlich zu sehen. Um das Hochwasser an den Unterlauf abzugeben, so Scheffler, sei die mittlere Wehrklappe geöffnet worden. Dies geschehe bei einem Wasserstand von 5,50 Metern. Die seitlichen Klappen seien nicht tangiert.
Ein Hochwasser kann nicht verhindert, seine Auswirkungen können aber gemildert werden. Davon sind die Verantwortlichen für die Kinzigtalsperre überzeugt. Damit das gewährleistet ist, musste das Bauwerk im Kinzigtal jetzt gründlich renoviert werden.

