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Niklas Hecht
Anna Kirschner
Erik Scharf
Florian Dörr
Aktuell fällt der Pegel am Neckar, doch der Wasserstand des Rheins bei Wiesbaden wird steigen. Neuer Regen ist bereits angekündigt.
Update vom Dienstag, 4. Juni, 13.46 Uhr: Das Hochwasser in und um Hessen scheint seinen Höhepunkt vorerst erreicht zu haben. Wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Dienstagmittag mitteilte, seien die Pegel an Rhein und Neckar zwar weiterhin sehr hoch, man erwarte im Laufe des Tages an beiden Flüssen aber die Unterschreitung der Meldestufe 3. Am Neckar bei Rockenau würden bereits „stark fallende“ Wasserstände registriert, der Rhein bei Worms habe seinen Scheitel in den Morgenstunden erreicht. Eine kurzzeitige Überschreitung der Meldestufe 3 sei dafür noch am Rhein in Mainz möglich.
Am hessischen Mainabschnitt würden die Wasserstände am Dienstag laut HLNUG voraussichtlich auf leicht erhöhtem Niveau verharren, eine Meldestufenüberschreitung sei in den kommenden Tagen aber nicht zu erwarten. Das Landesamt warnt allerdings mit Verweis auf den DWD am Mittwoch vor schauerartigem, gebietsweise auch länger andauernden Regen. Im Südosten seien dabei einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Donnerstag würden nachlassende Niederschläge prognostiziert.
Autofahrerin in Hessen per Gummiboot gerettet
+++ 20.26 Uhr: Am überfluteten Rheinufer im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim ist eine Autofahrerin von der Feuerwehr mittels eines Gummiboots aus ihrem Fahrzeug gerettet worden. Ein Feuerwehrsprecher teilte am Montagabend mit, dass die Touristin mit ihrem Auto und Anhänger auf der Maaraue unterwegs war, als sie aufgrund der Überschwemmungen in Panik geriet. Sie habe daraufhin einen Notruf abgesetzt. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers wurde die Frau mit dem Boot sicher ins Trockene gebracht. Einer der Helfer habe ihr Gespann auf einem höher gelegenen Parkplatz sicher abgestellt.
+++ 17.48 Uhr: Die Hochwasserlage am Rhein hat am Montag dazu geführt, dass ein Gelände neben dem außer Betrieb genommenen Atomkraftwerk Biblis überschwemmt wurde. Ein Sprecher des Betreibers RWE teilte am Montag auf Anfrage der dpa mit, dass Wasser aus dem Boden austrete. Auf der Fläche hätten die beiden Kühltürme des Blocks A gestanden, die 2023 abgerissen worden waren. Das Wasser werde durch ein Grabensystem und auf benachbarte Felder abgeleitet. Um die Lage zu kontrollieren, seien mehrere Feuerwehren aus der Umgebung im Einsatz. Das betroffene Gelände liege deutlich niedriger als das eigentliche Kraftwerksgelände, das auf die Höhe der Deichkrone aufgeschüttet worden sei. Der Sprecher betonte, dass die Situation in Bezug auf das stillgelegte Atomkraftwerk „vollkommen unkritisch“ sei.
Nach der Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 beschloss Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie, was zur Stilllegung des Kraftwerks Biblis geführt hatte. Seit 2017 wird die Anlage abgerissen. Zwei der ursprünglich vier Kühltürme stehen noch.
+++ 15.47 Uhr: Am Montagmittag ist wegen der Hochwasserlage die B42 bei Oestrich-Winkel im Rheingau-Taunus-Kreis gesperrt worden. Wie die hessenschau berichtete, wurde die Bundesstraße entlang des hessischen Rheinufers zunächst in Richtung Rüdesheim, am Nachmittag auch in Richtung Wiesbaden gesperrt.
Im Wiesbadener Stadtteil Kostheim hat die Feuerwehr eine Hochwasser-Schutzwand in der Rosenstraße und Mainpfortstraße errichtet, in Schierstein wurde eine Pumpe installiert. Die Feuerwehr Wiesbaden warnt, die ufernahen Parkplätze in den nächsten Tagen nicht zu nutzen und die Beschilderung zu beachten. Weitere Maßnahmen seien aktuell nicht nötig. Die Personenfähre Tamara hat vorerst alle Fahrten auf die Freizeitgelände Rettbergsaue Biebrich und Schierstein abgesagt.
+++ 12.21 Uhr: Das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat neue Informationen zur Hochwassersituation in Hessen veröffentlicht. Demnach habe der Starkregen nur stellenweise zu einzelnen Überschwemmungen geführt, anders als in Süddeutschland, wo mindestens zwei Personen ums Leben kamen.
In Hessen bleibt die Lage aber an den Flüssen Neckar und Rhein angespannt. „Während die Pegelstände am hessischen Neckarabschnitt derzeit auf hohem Niveau verharren, steigen die Wasserstände am hessischen Rheinabschnitt weiter“, heißt es in der Mitteilung des Landesamts am Montag (3. Juni). Am hessischen Rheinabschnitt liegt der Pegel Worms, der seit Sonntagabend über der Meldestufe 2 liegt. Er soll am Montagnachmittag Meldestufe 3 überschreiten. Der „Scheiteldurchgang“, also das Durchlaufen des höchsten Pegelstands, wird am Dienstagmorgen erwartet.
Lage an Neckar und Rhein bleibt angespannt – Meldestufe 3 in Südhessen weit überschritten
Bei Mainz ist aktuell die Meldestufe 2 am Rhein erreicht, der Scheitel wird am Dienstagnachmittag bis -abend bei Meldestufe 3 erwartet. Rheinabwärts bei Kaub erwartet man den Scheiteldurchgang unterhalb der Meldestufe 3 in der Nacht auf Mittwoch. Am Südzipfel Hessens nahe Eberbach liegt der Pegel Rockenau am Neckar. Er befindet sich aktuell weit über Meldestufe 3. „Hier hat sich ein etwa 10-jährliches Hochwasserereignis ausgebildet“, schreibt das HLNUG. Der Pegel steigt aktuell jedoch nicht.
Am hessischen Mainabschnitt werden die Wasserstände am Montag weiter ansteigen. Hier erwartet das HLNUG in den kommenden Tagen aber keine Meldestufenüberschreitung. An den Pegeln Fellerdilln/Dill als auch in Lorsch an der Weschnitz nehmen die Wasserstände ab. Glücklicherweise soll laut Deutschem Wetterdienst eine Wetterberuhigung einsetzen: Für Montag und Dienstag sagt der DWD trockenes Wetter voraus.
Update vom Montag, 3. Juni, 7.07 Uhr: Die Pegel der Flüsse in Hessen steigen, die Fähre zwischen Offenbach-Rumpenheim und Maintal-Bischofsheim auf dem Main ist vorerst außer Betrieb. Die Hochwasser-Lage in Hessen bleibt auch am Montag nicht ohne Auswirkungen für die Menschen.
In Alsfeld bahnte sich eine Schlammlawine den Weg durch die Stadt. Keller liefen voll, Menschen vor Ort berichteteten von Wassermassen, wie sie es in den vergangenen 50 Jahren nicht erlebt hätten. Eine Fahrbahnhälfte der B254 in Richtung Lauterbach sperrte die Polizei ab.
Wetter in Hessen am Montag: Mehr Sonne, weniger Regen
Die gute Nachricht: Am Montagmorgen liegen nur die Weschnitz bei Lorsch (Kreis Bergstraße) und die Fellerdilln (Lahn-Dill-Kreis) in der Meldestufe 1. Alle anderen Gewässer in Hessen sind laut dem HLNUG außerhalb einer Meldestufe. Zudem meldet das HLNUG auf rheinland-pfälzischer Seite für den Rhein an der Messstelle in Worms Meldestufe 2, in Mainz noch knapp Meldestufe 1.
Laut dem Deutschen Wetterdienst bleibt es heute bei längeren sonnigen Abschnitten, insbesondere am Nachmittag dabei niederschlagsfrei. Höchsttemperaturen liegen zwischen 17 und 20 Grad.
Starkregen verursacht Schäden – Hochwasser-Lage bereitet Sorgen
Update vom Sonntag, 2. Juni, 20.49 Uhr: Nach den teils heftigen Regenfällen der vergangenen Tage ist der Pegel des Rheins weiter angestiegen, wodurch Wiesen und Felder in der Umgebung um Lampertheim-Rosengarten überflutet wurden. Besonders betroffen ist das nahegelegene Naturschutzgebiet, das durch die Wassermassen stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Überschwemmungen führten zu erheblichen Beeinträchtigungen der lokalen Flora und Fauna.
In Wiesbaden wurden mit Blick auf ein drohendes Hochwasser am Sonntag bereits Vorkehrungen getroffen. Beim Hessischen Rundfunk erklärt Wetterexperte Andreas Wagner: „Für den Rhein ist der Höchststand erst Montagabend oder Dienstagvormittag zu erwarten.“ Problematisch: Das Hochwasser in Hessen bekommt viel Nachschub aus Süden vom Neckar. Auch beim Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) heißt es: „In den nächsten Tagen wird die Hochwasserlage in Hessen weiterhin maßgeblich durch den Neckar und den Rhein bestimmt.“
Unwetter über Hessen: Starkregen verursacht Schäden – Vorbereitungen für Hochwasser-Lage
Erstmeldung vom Sonntag, 2. Juni, 15.57 Uhr: Die gebietsweise heftigen Regenfälle der vergangenen Tage haben Schäden auch in Hessen verursacht. Und laut einer Karte des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) überschritten in Hessen am Sonntagvormittag auch bereits vier Gewässer die Meldestufe 1.
Insbesondere im Norden und im Osten des Bundeslandes wurden am Samstagabend Keller geflutet, Straßen überschwemmt und Bäume durch Sturmböen umgekippt. In Teilen der Region, etwa im Schwalm-Eder-Kreis, fielen innerhalb einer Stunde Regenmengen von knapp 20 Litern auf den Quadratmeter.
Überschwemmte A7, vollgelaufene Keller in Nordhessen
Für mehrere Stunden ging am Samstagabend auch auf der A7 zwischen Homberg (Efze) und Bad Hersfeld nichts: Die Autobahn war aufgrund des Starkregens teilweise überflutet. Zwei Autofahrer konnten auf der nassen Fahrbahn nicht mehr ausreichend abbremsen. Es kam zum Unfall.
Auch in der Knüllregion waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Hier mussten zahlreiche Keller ausgepumpt und Straßen von Schlamm befreit werden.
Sorge vor Hochwasser in Wiesbaden – Aussichten trocken
Derweil sind die Arbeiten ebenfalls in Teilen des Rhein-Main-Gebiets noch in vollem Gange: So haben die Behörden in Wiesbaden umfassende Schutzmaßnahmen gegen die steigenden Wasserstände von Rhein und Main ergriffen. Im Stadtteil Kostheim wurde bereits eine Hochwasser-Schutzwand aufgebaut, wie die Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen mitteilte. Auch im rheinnahen Stadtteil Schierstein wurden Vorkehrungen getroffen. Hier wurde eine Pumpe installiert, um das Wasser abzuleiten. Ufernahe Parkplätze sollten in den kommenden Tagen gemieden werden, warnte die Feuerwehr weiter.
Immerhin: Das Wetter zum Wochenstart in Hessen wird voraussichtlich überwiegend heiter und trocken. Am Sonntagnachmittag könne es noch einzelne Gewitter und einen lokal eng begrenzten Starkregen geben, bei dem in kurzer Zeit um die 20 Liter pro Quadratmeter fallen können, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.
Am Montag und Dienstag bleibt es laut DWD voraussichtlich niederschlagsfrei. Lediglich am Dienstagabend können demnach im Nordwesten von Hessen ein paar Tropfen Regen fallen.
Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa






