VonChristopher Hessschließen
Der Fuldaer Weihnachtsmarkt beginnt am heutigen Freitag. Für Köstlichkeiten und Getränke sorgen bis zum 23. Dezember mehr als 90 Budenbetreiber. Dabei müssen viele von ihnen für die Standgebühr tiefer in die Tasche greifen. Werden Glühwein und Bratwurst nun teurer? Und gibt es eigentlich Dubai-Schokolade?
Fulda - Ob Thüringer Bratwurst, Handbrot, gebrannte Mandeln, kandierte Äpfel, Glühwein oder Punsch: Ab dem heutigen Freitag (29. November) werden in der Innenstadt in Fulda wieder allerlei Leckereien geboten und ein weihnachtlicher Duft liegt in der Luft. Für das Angebot sorgen mehr als 90 Budenbetreiber. Die Standplätze - ob auf dem Universitätsplatz, im Winterwald oder dem Regiomarkt - sind heiß begehrt.
Höhere Gebühren auf Weihnachtsmarkt in Fulda - wird Glühwein teurer?
Um die eigenen Produkte auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt anbieten zu können, müssen die Gastronomen allerdings immer tiefer in die Tasche greifen: Bereits im vergangenen Jahr war die Gebühr für Standbetreiber um bis zu zehn Prozent angestiegen, nun tut sie dies erneut. „Je nach Art des Stands wurden die Gebühren um fünf bis zehn Prozent angehoben“, teilt Monika Kowoll-Ferger, Pressesprecherin der Stadt Fulda auf Anfrage mit.
Betroffen sind Getränke-, Speisen- und Süßwarenstände. Für Warenstände gibt es keine Erhöhung. Hohe Kosten für Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen sowie die Ausweitung des Weihnachtsmarktes auf die Friedrichsstraße haben die Stadt Fulda dazu veranlasst. Zuvor war die Gebühr letztmalig im Jahr 2011 erhöht worden.
Für einen Speisenstand mit einer Größe von 12 Quadratmetern bedeutet das in diesem Jahr, dass der Betreiber für die Zeit des Weihnachtsmarktes etwa 3000 Euro Standgebühr zahlen muss. Ein Getränkestand der gleichen Größe zahlt 500 Euro mehr. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet die Anpassung eine Erhöhung der Quadratmetergebühr um 26 Euro. „Die Einnahmen durch die Standgebühren decken die Hälfte der Gesamtkosten für den Weihnachtsmarkt ab“, sagt Kowoll-Ferger.
Weihnachtsmarkt in Fulda: Auch Dubai-Schokolade gibt es
Was bedeutet die Gebührenerhöhung für die Besucher? Eine Umfrage unter Budenbetreibern zeigt, dass die Gebührenerhöhung auf die Preise für Bratwurst, Glühwein und Co. kaum Auswirkungen hat. Die meisten Beschicker lassen ihre Preise unverändert. Der durchschnittliche Glühweinpreis liegt bei vier Euro. Damit liegt die Barockstadt, was den Preis angeht, im Bundesschnitt: Eine Tasse kostet hier im Schnitt 4,09 Euro.
Carolin Zuspann ist mit dem Hünfelder Catering von Zuspann in diesem Jahr erstmals auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. „Wir wollten seit vielen Jahren ein Teil des Marktes werden, leider ist das echt nicht leicht“, sagt Zuspann. In diesem Jahr habe es endlich geklappt.
Dubai-Schokolade auf dem Weihnachtsmarkt
Crêpes mit Dubai-Schokolade, Dubai-Churros, Dubai-Reibekuchen: Der Hype um die Dubai-Schokolade macht in diesem Jahr auch vor Weihnachtsmärkten nicht Halt. Auch in Fulda wird es Variationen mit Dubai-Schokolade geben.
Dominik Weingärtner, Schausteller aus Freigericht, berichtet, dass an seinem Stand beispielsweise gebrannte Mandeln mit Dubai-Schokolade überzogen angeboten werden - für 6,50 Euro je 100-Gramm-Packung. Andere Mandel-Varianten kosten 4,50 Euro je Packung. „Pistaziencreme ist teuer, daher ist der Preis für die Dubai-Variante höher“, sagt der Schausteller.
Zuspann, die mit ihrem Team unter anderem eine 140-Gramm Thüringer Bratwurst anbietet, kann die Anhebung der Standgebühr aber durchaus verstehen. „Der Veranstalter sieht sich selbst auch mit steigenden Ausgaben konfrontiert, sei es für Werbemaßnahmen oder die Stundenlöhne der Mitarbeiter.“
Zudem sei es eine riesige Logistikleistung aller Beteiligten. Beim Festlegen des Preises versuche man selbstverständlich, nicht allzu weit von anderen Essens- und Getränkeangeboten abzuweichen. „Am Ende kalkuliert aber jeder für sich selbst.“ Die Bratwurst kostet bei den Zuspanns vier Euro. „Getränke dürfen wir nicht verkaufen, als waschechte Hünfelder haben wir aber natürlich unseren Aha-Kräuterschnaps dabei, als Absacker quasi“, ergänzt die Geschäftsführerin.
Budenbetreiber auf Fuldaer Weihnachtsmarkt rechtfertigen Preise
Am Stand der Beerenobstgemeinschaft Rhön-Vogelsberg bleiben die Preise im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Der Glühwein kostet weiterhin auch hier vier Euro. „Es muss für die Besucher ja auch in einem bezahlbaren Rahmen bleiben. Wir haben uns daher dagegen entschieden, die Erhöhung der Standgebühr und steigende Kosten für Produkte und die Energie direkt an die Kunden weiterzugeben“, sagt Christoph Münker von der Beerenobstgemeinschaft, der in Hosenfeld Hessens wohl größte Holunderplantage betreibt.
Überrascht habe ihn die Anhebung der Standgebühren nicht. „Überall werden die Sachen teurer, das ist dann auch verständlich.“ Die Beerenobstgemeinschaft ist seit mittlerweile 20 Jahren auf dem Weihnachtsmarkt vertreten.
Öffnungszeiten und Co.
Der Weihnachtsmarkt in Fulda öffnet am heutigen Freitag, 29. November. Offizieller Startschuss ist um 17 Uhr mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU). Für Besucher ist der Markt täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Ausschank ist von Sonntag bis Donnerstag bis 21 Uhr sowie von Freitag bis Samstag bis 22 Uhr. Der Weihnachtsmarkt endet am 23. Dezember, allerdings öffnet der Winterwald noch einmal von 27. bis 30. Dezember.
Der Weihnachtsmarkt ist in fünf verschiedene Themenmärkte aufgeteilt: der traditionelle Weihnachtsmarkt auf den Uniplatz, das Kinderweihnachtsland auf dem Borgiasplatz, das mittelalterliche Weihnachtsdorf im Museumshof, der Regiomarkt auf dem Buttermarkt und der Winterwald auf dem Platz Unterm Heilig Kreuz.
Jupp Hahner ist mit seinem Weinhandel noch länger dabei: ganze 40 Jahre. „Wir hätten die Preise grundsätzlich anpassen müssen, weil wir selbst mit Erhöhungen zu kämpfen haben. Wir haben uns aber dagegen entschieden“, sagt Hahner. Auch hier bleibt der Glühwein-Preis aber unverändert bei vier Euro.
Denn man müsse auch an die Gäste und die Bezahlbarkeit des Weihnachtsmarktbesuches denken. Wie alle anderen Budenbetreiber fiebert er dem Start entgegen. „Wir freuen uns und versuchen, den Gästen ein möglichst schönes Ambiente zu bieten - und das Ganze zu bezahlbaren Preisen.“
