Südhessen

Schweinepest: Infokampagne an Autobahnen geplant

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Am Kühkopf im Kreis Groß-Gerau sind schon auf vielen Warnschildern die Verhaltensregeln für die Bevölkerung zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest zu lesen.
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Reisende sollen darauf hingewiesen werden, Speisereste nur in verschließbare Müllbehälter zu werfen, um das Afrikanische Schweinepest-Virus nicht weiter über Lebensmittel zu verbreiten.

Berlin/Wiesbaden/Südhessen - Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie das Hessische Landwirtschaftsministerium in Wiesbaden wollen eine Informationskampagne an Autobahnen starten, um reisende Menschen vor der weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu warnen.

Ein Ministeriumssprecher in Berlin und eine Ministeriumssprecherin in Wiesbaden sagten am Montag der FR, derzeit gebe es entsprechende Gespräche, um das weitere Vorgehen miteinander abzustimmen. In Hessen soll sich die Kampagne auch an die Bevölkerung in den Sperrzonen richten.

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu bremsen, sollen Reisende an Autobahnen mit einer Infokampagne darauf hingewiesen werden, Speisereste nicht achtlos wegzuwerfen, sondern in verschließbaren Mülltonnen zuentsorgen.

Afrikanische Schweinepest in Hessen: Mit Plakaten Reisende sensibilisieren

Plakate mit dem Warnhinweis „Achtung: Afrikanische Schweinepest!“ sowie Infomaterial und Broschüren sollen voraussichtlich von August an auch in Autobahnraststätten ausgehängt und ausgelegt werden. Auf den mehrsprachig gestalteten Plakaten sollen Reisende auf Deutsch, aber etwa auch in englischer, polnischer, rumänischer, russischer und tschechischer Sprache dazu aufgefordert werden, Speisereste nur in verschließbare Müllbehälter zu werfen.

Silvia Bender (Grüne), die Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, hatte Ende vergangener Woche nach den jüngsten Bund-Länder-Beratungen im Zentralen Krisenstab für Tierseuchen die Informationskampagne angekündigt, um Menschen etwa an Autobahnraststätten gerade jetzt im sommerlichen Reiseverkehr für das Thema zu sensibilisieren.

Die Tierseuche

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich seit 2007 in Europa aus und bedroht Millionen von Haus- und Wildschweinen. Lebensmittel können die hochansteckende Krankheit übertragen. Für Wild- und Hausschweine ist die Viruserkrankung nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft „nicht heilbar und verläuft fast immer tödlich“.

Die Krankheit kann direkt von Tier zu Tier übertragen werden, etwa über den Kontakt mit Blut oder den Kadavern von infizierten Tieren. Auch die indirekte Übertragung beispielsweise über verseuchte Gegenstände wie landwirtschaftlich genutzte Geräte, Jagdzubehör, Kleidungsstücke, Schuhe und Futter oder Lebensmittel ist möglich.

Für den Menschen und andere Tierarten soll die ASP nach Angaben des Ministeriums „ungefährlich“ sein – selbst nach einem Verzehr von Fleisch- oder Wurstprodukten von infizierten Tieren.

In Deutschland wurde die ASP erstmals 2020 im brandenburgischen Schenkendöbern (Landkreis Spree-Neiße) bei einem Wildschwein festgestellt. Mittlerweile sind neben Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern auch in Hessen und Rheinland-Pfalz infizierte Tiere gefunden worden.

Im Blut der in Hessen gefundenen Kadaver wurde ein anderer Serotyp des Erregers nachgewiesen, so dass die Behörden nicht von einer Verschleppung der Seuche aus den östlichen Bundesländern ausgehen. jjo

Schweinepest in Hessen: Bürgerinnen und Bürger sollen achtsam sein

Die Mahnung der Staatssekretärin lautet: „Im Zweifel reicht schon ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot, denn das Virus kann auch über infizierte Lebensmittel eingeschleppt werden.“ Bender zufolge leisten die beiden Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz bereits „hervorragende Arbeit bei der Eingrenzung des Seuchengeschehens“. Dies habe Anfang Juli auch ein Veterinärexpertenteam der Europäischen Union (EU) bestätigt.

Der Bund unterstütze die Bundesländer gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut – dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit – beispielsweise bei den epidemiologischen Untersuchungen oder bei der Abstimmung der erforderlichen Maßnahmen sowie bei der Einrichtung der Sperrzonen im Einklang mit den Vorgaben der EU.

Die Ausbreitung von ASP aufzuhalten, ist Bender zufolge „eine Mammutaufgabe und wichtig für unsere schweinehaltenden Betriebe“. Bürgerinnen und Bürger könnten nun „Verantwortung übernehmen, indem sie achtsam sind“.

Hessische Schweinebauern fordern mehr Jagddruck auf Schwarzkittel und fühlen sich im Stich gelassen.

Weitere Infos: https://bmel.de/asp und https://landwirtschaft.hessen.de/asp

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