Landtagswahl Hessen

Hessen-Wahl in Frankfurt: So wählten die Stadtteile

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Hessen wählt heute einen neuen Landtag. In Frankfurt geht es in drei Wahlkreisen um Direktmandate und Parteistimmen. Der Wahltag im Ticker.

Update von Montag, 9. Oktober, 7.05 Uhr: Die CDU hat die Landtagswahl in Hessen 2023 gewonnen – und zwar deutlich. Laut dem vorläufigen Ergebnis kommt die Partei von Ministerpräsident Boris Rhein auf 34,6 Prozent der Stimmen und erhält damit fast doppelt so viele wie die AfD, die mit 18,4 Prozent den zweiten Platz belegt. Beinahe gleichauf dahinter liegen die SPD (15,1 Prozent) und die Grünen (14,8 Prozent). Die FDP schafft mit 5,0 Prozent nur knapp den Einzug in den Landtag, die Linke (3,1 Prozent) scheiterte an der 5-Prozent-Hürde. Die Freien Wähler platzieren sich mit 3,5 Prozent zwar vor der Linken, ziehen aber ebenfalls nicht in den Landtag ein. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,0 Prozent.

Die vorläufigen, finalen Ergebnisse standen erst um kurz vor 3 Uhr fest, da die Daten aus zwei Wahlbezirken in Oberursel im Hochtaunus bis dahin gefehlt hatten. Dort waren die Ergebnisse nach Auszählung der Stimmzettel nicht wie vorgesehen in das Meldesystem eingetragen worden. Die Gründe dafür waren zunächst unklar. Der Kreiswahlleiter hatte noch bis in die Nacht zum Montag und letztlich erfolgreich versucht, die zuständigen Wahlvorstände der beiden Wahlbezirke zu erreichen.

+++ 22.14 Uhr: Alle Stimmen in Frankfurt sind ausgezählt. In Frankfurt haben laut der vorläufigen Ergebnisse 32,1 Prozent der Wahlberechtigten für die CDU, 24 Prozent für die Grünen, 17,1 Prozent für die SPD und 9,9 Prozent für die AfD gestimmt. Die FDP und die Linke haben zwar in Frankfurt die 5-Prozent-Hürde genommen, mit 5,5 und 5,6 Prozent, doch für die Linke wird es auf Landesebene nicht reichen. Damit endet der Live-Ticker zur Wahl in Frankfurt.

+++ 22.10 Uhr: „Es ist nicht nur für die Grünen bitter, sondern auch für die Demokratie in diesem Land“, sagte Omid Nouripour am Rande der Wahlparty der Grünen. „Das verpflichtet uns alle, daran zu arbeiten, dass das Vertrauen in die Demokratie wieder wächst.“ Keine der beteiligten Ampelparteien habe den Parteien in Hessen Rückenwind gegeben, kritisierte der Parteivorsitzende. „Wir sollten daraus lernen“.

Omid Nouripour, Bundesvorsitzender der Grünen, gratuliert den Frankfurter Kandidatinnen und Kandidaten im Café Montez.

+++ 21.48 Uhr: Schlechte Stimmung bei der Wahlparty der Grünen in Frankfurt. Omid Nouripour, Bundesvorsitzender der Grünen, gratuliert den Frankfurter Kandidatinnen und Kandidaten im Café Montez. „Ihr habt das alles nicht verdient. Das ist aber alles nicht eure Schuld. Trotzdem muss ich sagen, wir fangen jetzt an“, sagt Nouripour.

Hessen-Wahl 2023: Nur noch wenige Stimmen müssen in Frankfurt ausgezählt werden

+++ 21.47 Uhr: In Frankfurt müssen nur noch wenige Stimmen ausgezählt werden. Im Wahlkreis Frankfurt am Main V fehlt noch ein Wahllokal, im Wahlkreis Frankfurt III noch zwei. Die übrigen Wahlkreise sind komplett.

+++ 21.38 Uhr: Es gibt neue Karten zur Hessen-Wahl 2023 in Frankfurt. Sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen sticht klar die SPD-Hochburg im Stadtteil Riederwald hervor.

CDU feiert Wahlsieg – Fünf von sechs Direktmandaten für die Christdemokraten

+++ 21.21 Uhr: Im Wahlkreis Frankfurt am Main II hat sich die Kandidatin der Grünen bei den Erststimmen nach oben gearbeitet. Der Vorsprung der CDU-Kandidatin Tanja Jost beträgt 499 Stimmen (27,1 Prozent). Auf Platz zwei mit 25,8 Prozent liegt Miriam Dahlke von den Grünen. Da jedoch alle Wahlbezirke ausgezählt sind, wird Tanja Jost ihr Direktmandat aber sicher haben.

+++ 21.10 Uhr: Im Frankfurter Kunstverein feiern die CDU-Mitglieder nun ihren Wahlsieg und warten auf ihre Parteikollegen aus Wiesbaden. Mit dabei ist auch der Frankfurter Stadtverordnete Thomas Bäppler-Wolf (SPD).

+++ 21.04 Uhr: Immer mehr Wahllokale haben ihre Ergebnisse vollständig übermittelt. Die höchste Wahlbeteiligung gab es mit 74,8 Prozent im Stadtteil Harheim, die niedrigste mit 33,1 Prozent in der Altstadt. Das beste Ergebnis fuhr die AfD nach bisherigem Stand im Stadtteil Sindlingen ein – dort gewann sie 20,9 Prozent. Die wenigsten Menschen stimmten im Nordend für die AfD. Die CDU räumte in Nieder-Erlenbach 44,2 Prozent ab, im Riederwald nur 19,7 Prozent. Die Grünen sind im Nordend-Ost mit 35,2 Prozent am stärksten, am schwächsten in Sindlingen mit 11,5 Prozent. Die SPD holt im Riederwald 25,5 Prozent, im Westend-Süd nur 10.

+++ 20.59: In Frankfurts Nachbarstadt Offenbach muss Hessens stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir um sein Direktmandat zittern. Im Wahlkreis der Stadt Offenbach liegt der Spitzenkandidat der Grünen aktuell mit 7886 Stimmen nur knapp vor Kim-Sarah Speer (CDU) mit 7819 Stimmen.

Demonstration gegen die AfD nach Hessen-Wahl 2023

+++ 20.37 Uhr: Eine Demonstration gegen die AfD, die sich zunächst am Südbahnhof in Frankfurt versammelt hatte, zog im weiteren Verlauf an der Paulskirche vorbei. Unter dem Banner “Ganz Frankfurt hasst die AfD“ demonstrierten rund 200 Menschen. Im Wahlkreis Frankfurt I schneidet die AfD mit bisher 16,6 Prozent der Stimmen bisher am besten in Frankfurt ab. In diesem Wahlkreis liegen vor allem die westlichen Stadtteile wie Höchst.

+++ 20.17 Uhr: Uwe Becker (CDU) besucht nach dem Hessischen Landtag den Römer in Frankfurt und zeigt sich zufrieden. „Die Stimmung im Landtag war großartig, das ist ein toller Erfolg“, sagt Becker. Boris Rhein habe im Wahlkampf vor allem gezeigt, dass er nah bei den Menschen sei und nicht zuletzt damit gewonnen. Das Ergebnis in Hessen und vor allem in Frankfurt zeige die „Unzufriedenheit mit der Ampelpolitik.“

Direktmandate in Frankfurt gehen nach Hessen-Wahl an CDU und Grüne

+++ 19.38 Uhr: Der Vote Manager, der die Ergebnisse für die einzelnen Wahlkreise detailliert darstellt, ist wieder online. Die bisherigen Ergebnisse bei den Direktmandaten, wobei noch ein Großteil der Stimmen auszuzählen ist:

WahlkreisMöglicher Gewinner Direktmandat (Stand: 19.59 Uhr)
Wahlkreis Frankfurt am Main IUwe Serke, CDU (33,3 Prozent)
Wahlkreis Frankfurt am Main IITanja Jost, CDU (28,8 Prozent)
Wahlkreis Frankfurt am Main IIIRalf-Norbert Bartelt, CDU (30 Prozent)
Wahlkreis Frankfurt am Main IVMichael Boddenberg, CDU (33,1 Prozent)
Wahlkreis Frankfurt am Main VMarcus Bocklet, Grüne (33,8 Prozent)
Wahlkreis Frankfurt am Main VIBoris Rhein, CDU (39,3 Prozent)

+++ 19.36 Uhr: Nico Wehnemann (Die Partei): „Für uns ist nur wichtig, dass die FDP in den Landtag kommt, damit wenigstens eine Spaßpartei dabei ist.“

+++ 19.32 Uhr: In Frankfurt sind nun 107 von 576 Wahlbezirken ausgezählt. Die CDU liegt bei 30,7 Prozent, die Grünen bei 20,4 Prozent, SPD bei 15,7 Prozent und die AfD bei 14 Prozent. Die FDP und die Linke würden die Hürde mit 6 respektive 5,4 Prozent nehmen.

+++ 19.17 Uhr: In Hessen gibt es offenbar ein Problem mit dem Vote Manager. Die Website vom hessischen Amt für Statistik und Stadtforschung soll eigentlich die Ergebnisse für die einzelnen Wahlkreise detailliert darstellen. „Die Darstellung verzögert sich zur Zeit aufgrund eines technischen Problems in weiten Teilen des Landes. Wir bitten um etwas Geduld“, ist auf der Seite zu lesen.

SPD-Kandidat und Landtagsabgeordneter enttäuscht über Ergebnis

+++ 19.15 Uhr: Turgut Yüksel, Mitglied des Hessischen Landtags und Kandidat für den Wahlkreis Frankfurt III (SPD), sagt, er sei über die Ergebnisse sehr enttäuscht. „Diese rechtsradikale AfD hat fünf Jahre lang im Hessischen Landtag gegen Migrantinnen und Migranten gehetzt und jetzt haben sie ein solches Ergebnis.“ Laut Yüksel hätte Nancy Faeser ein besseres Ergebnis verdient, doch im Wahlkampf haben vor allem die Medien Stimmung gegen sie gemacht. „Im Vergleich zu anderen Parteien hat sie bestimmte Themen gesetzt und Haltung gegen die Rechtsextremen gezeigt.“

+++ 19.04 Uhr: Die hohe Zustimmung zur AfD beunruhigt Frankfurts Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg: „Das ist ein sehr trauriges Ergebnis. Wir müssen es alle sehr ernst nehmen und gemeinsam mit allen demokratischen Parteien Nein zur AfD sagen.“

Hessen-Wahl 2023: Erster Wahlkreis in Frankfurt ausgezählt

+++ 18.57 Uhr: Ein erster Wahlkreis ist in Frankfurt ausgezählt, wie das Hessische Statistische Landesamt veröffentlicht hat. 575 müssen in der Stadt noch ausgezählt werden. Aktuell steht die CDU hier bei 31,4 Prozent, die SPD bei 26,4 Prozent, die Grünen bei 7,4 Prozent und die AfD 22,1 Prozent. Die Linke steht bei 5,4 Prozent.

+++ 18.55 Uhr: Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann (CDU) zeigt sich im Römer zufrieden. „Das sieht nach einem sehr ampelfreien Hessen aus.“ Sie führt dies auf einen „tollen Wahlkampf“ und die Unzufriedenheit der Menschen mit der Ampel in Berlin zurück.

SPD Frankfurt spricht von „demütigender Niederlage“

+++ 18.54 Uhr: Der Frankfurter SPD-Stadtverordnete Simon Witsch spricht von einer demütigenden Niederlage für seine Partei. „Das muss jetzt aufgearbeitet werden.“ Er spüre eine erschreckende Ratlosigkeit in der Partei. Die Niederlage habe nicht nur bundespolitische Gründe. „Wir haben es auch in Hessen nicht geschafft, eine erfolgreiche Kampagne zu fahren.“

+++ 18.49 Uhr: Die Frankfurter CDU fiebert den ersten Ergebnissen aus den Frankfurter Wahlkreisen entgegen und hofft auf fünf Direktmandate. „Das wäre ein Riesenerfolg“, sagt Parteichef Nils Kößler. Und ein sechstes? „Das wäre ein Erdbeben.“ 

Kaweh Nemati, CDU-Direktkandidat im Wahlkreis 38 (Nordend, Ostend, Bornheim), ist nervös, kandidiert er doch zum ersten Mal. „Es ist schon komisch, dass der Wahlkampf jetzt vorbei ist.“ Sein Ziel ist es, den Wahlkreis 38 von den Grünen zurückzugewinnen.

+++ 18.47 Uhr: Burkhard Schwetje, Kreisvorsitzender der Grünen in Frankfurt, sagt über den hohen Zuspruch für die AfD: „Ich habe die Stimmung während des Wahlkampfes anders wahrgenommen. Aber es ist ja auch noch früh am Abend.“ Sollten sich die ersten Hochrechnungen bestätigen, sieht er dies allerdings als Ansporn zu schauen, wie man mit den Bürgern noch besser in den Dialog treten kann.

Erste Zahlen zum Briefwahlanteil in Frankfurt

+++ 18.44 Uhr: Julia Eberz (Grüne) sagt über den Wahlkampf: „Es waren sehr intensive und harte Wochen, aber ich habe den Wahlkampf als sehr positiv erlebt. Wir müssen abwarten, was der heutige Abend noch bringt.“

+++ 18.31 Uhr: Es gibt aktuelle Zahlen zur Briefwahl in Frankfurt: 27,1 Prozent haben die Briefwahl genutzt, fast 50 Prozent mehr als 2018.

+++ 18.27 Uhr: Nach der ersten Hochrechnung, die CDU lag bei 35,5 Prozent, zeigen sich die CDU-Politiker und -Politikerinnen im Römer zuversichtlich: „Wir können alle sechs Wahlbezirke in Frankfurt gewinnen“, sagte Apolline Reimers aus dem Kreisvorstand der Partei.

+++ 18.15 Uhr: Kreiswahlleiter Gerhard Budde, der Leiter des Frankfurter Rechtsamts, rechnet mit ersten Ergebnisse in Frankfurt ab 18.45 Uhr. 424.143 Wahlberechtigte gab es in Frankfurt. 4600 Wahlhelfer und Wahlhelferinnen zählen die Stimmen aus. Die Briefwahlstimmen werden in der Messe ausgezählt. Ergebnisse werden per „telefonischer Schnellmeldung“ an die „zentrale Ergebniserfassung“ übermittelt. Während das vorläufige amtliche Endergebnis im Laufe des Abends feststehen wird, folgt das amtliche Endergebnis am Freitag, 13. Oktober, 14 Uhr.

Erste Prognosen zur Hessen-Wahl 2023: Linke verpasst Wiedereinzug, CDU stärkste Kraft

+++ 18.12 Uhr: Stadträtin Eileen O‘Sullivan (Volt, Frankfurt) äußert sich zur Hessen-Wahl: „Bisher lief alles sehr gut, wir hatten über 90 Prozent Rücklauf bei der Briefwahl.“

+++ 18.01 Uhr: Im Römer werden die ersten Prognosen von Infratest erwartet. Die AfDler jubeln bereits. Für die CDU sieht es am besten aus: Die Prognose auf Landesebene lautet 35,5 Prozent. Für die Grünen gab es 15,5 Prozent, SPD 16,0 Prozent, AfD 16,0 Prozent, FDP 5,0 Prozent, Linke 3,5 Prozent, Freie Wähler 3,5 Prozent und Andere 5,0 Prozent.

+++ 17.58 Uhr: Die CDU hofft auf einen Wahlerfolg, auch in Frankfurt, wo zuletzt die Grünen Wahlen gewannen. Vier von sechs Landtagsmandaten will die CDU direkt holen: mit Boris Rhein, Michael Boddenberg, Uwe Serke, Ralf-Norbert Bartelt.

Hessen-Wahl 2023 in Frankfurt: Erste Politiker im Römer eingetroffen

+++ 17.55 Uhr: Die ersten Politiker und Politikerinnen sind im Römer – unter anderem Erika Steinbach am Tisch der AfD. Und „Die Partei“ in der Nähe des Buffets. Es gibt Frankfurter Würstchen, Grüne Soße mit Ei und Kümmelstangen.

+++ 17.53 Uhr: „Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse. Ich kann nicht wirklich sagen, wie es heute Abend aussehen wird“, sagt Eyup Yilmaz. In der Vergangenheit seien die Umfrageergebnisse nicht immer ganz richtig gewesen, und er habe den Wahlkampf bisher sehr positiv erlebt. „Wir haben sehr gute Rückmeldungen aus Siedlungen und von Migranten bekommen. Die Linke ist und bleibt die einzige Partei, die gegen Rechtsextremismus kämpft.“

Nachtheft kommt über Nacht – Prognosen werden erwartet

+++ 17.45 Uhr: Im Vorzimmer des Magistratssitzungssaals, der mittlerweile Ludwig-Landmann-Saal heißt, haben sich die Fachleute vom Bürgeramt, Wahlen, Statistik eingerichtet. Sie sorgen dafür, dass die Ergebnisse übermittelt werden.

Ab 18 Uhr werden erste Prognosen zur Hessen-Wahl 2023 erwartet.

In der Nacht auf Montag schreiben die Experten und Expertinnen vom Bürgeramt, Wahlen, Statistik das sogenannte „Nachtheft“ – es bietet eine Analyse der Wahlergebnisse für Frankfurt, sortiert unter anderem nach Parteien und Wahlbezirken. Im Römer herrscht die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Politiker und Politikerinnen sind noch nicht da. Sie werden erwartet, wenn die ersten Zwischenergebnisse veröffentlicht werden.

+++ 17.31 Uhr: Im Frankfurter Römer steigt die Spannung. In etwa einer halben Stunde schließen die Wahllokale. Im Römer sind mehrere Monitore aufgebaut, um die Ergebnisse in den einzelnen Wahlbezirken zu zeigen. Die Wahlparty startet um 18 Uhr. Die Pressevertreter und -vertreterinnen sitzen im Magistratssitzungssaal. 

+++ 17.00 Uhr: Nur noch eine Stunde bis zum Ende der Wahl zum Hessischen Landtag. Erste Prognosen dürften dann gegen 18 Uhr zu erwarten sein. In der Frankfurter Messe werden aktuell bereits die Briefwahlunterlagen vorsortiert. Zahlreiche Wahlhelfer sind im Einsatz. Geöffnet werden die Umschläge aber erst um 18 Uhr. Nach Angaben von Landeswahlleiter Wilhelm Kanther verlief die Wahl bis Sonntagnachmittag ohne Probleme.

Bahnbabo ist als Wahlhelfer bei der Hessen-Wahl 2023 im Einsatz

+++ 16.45 Uhr: Der als „Bahnbabo“ in ganz Frankfurt bekannte Straßenbahnfahrer Peter Wirth ist heute offenbar als Wahlhelfer im Einsatz. Er kandidierte auch bei der letzten Oberbürgermeister-Wahl in Frankfurt und erreichte den vierten Platz. Auf X antwortete er auf einen Post zur vermutlich niedrigen Wahlbeteiligung: „An mir liegt es nicht, ich sitze hier und warte auf Wähler*innen. Kommt vorbei und schenkt uns eure Stimmen. Geht bitte wählen“.

Eis Christina schließt am Wahlsonntag für immer

+++ 15.40 Uhr: Wer sich wundert, warum die Wahllokale vielleicht etwas leerer sind als noch 2018, findet eine Erklärung in der höheren Zahl der Briefwähler: Wie die Stadt Frankfurt mitteilte, waren bis zum 25. September 105.254 Briefwahlunterlagen ausgestellt worden. „Bei der Landtagswahl 2018 wurden zum gleichen Zeitpunkt nur 57.581 Anträge auf Briefwahl bearbeitet, was einem Plus von rund 83 Prozent entspricht“, so die Stadt. Noch nie habe es so viele Anträge auf Briefwahl bei einer Landtagswahl in Frankfurt am Main gegeben. Seit der Bundestagswahl 2021, als wegen der Corona-Pandemie viele Menschen ihre Stimme per Briefwahl abgaben, ist diese Möglichkeit bekannter geworden.

Es gibt aber eine weitere mögliche Erklärung: Eis Christina im Frankfurter Nordend hat heute zum letzten Mal geöffnet. Die Schlange vor der beliebten Eisdiele ist mit Sicherheit länger als in so manchem Wahllokal, wie man auch in den sozialen Medien beobachten kann.

@doku_house #eis #frankfurt ♬ Lily - Alan Walker & K-391 & Emelie Hollow

Wahlbeteiligung in Frankfurt: 2018 stimmten 64,7 Prozent der Wahlberechtigten ab

+++ 15.20 Uhr: Es wird erwartet, dass die Wahlbeteiligung in den Wahllokalen 2023 niedriger liegt als 2018, da in diesem Jahr viel mehr Menschen ihre Stimme per Briefwahl abgeben. In Frankfurt lag die Wahlbeteiligung 2018 bei 64,7 Prozent. Die Grünen erhielten mit 26 Prozent die meisten Zweitstimmen. Zweitstärkste Kraft in der Mainmetropole wurde die CDU mit 22,8 Prozent. Die beiden Regierungsparteien waren also auch in Frankfurt die beliebtesten Parteien.

Den dritten Platz belegte die SPD (18,4 Prozent), gefolgt von den Linken (10,4 Prozent), der AfD (9 Prozent) und der FDP (8,1 Prozent). Kandidaten der CDU konnten bei der Hessen-Wahl vor fünf Jahren vier der sechs Wahlkreise gewinnen. Auch der spätere Ministerpräsident Boris Rhein, der nach dem Rücktritt von Volker Bouffier das Amt des Regierungschefs übernahm, konnte seinen Wahlkreis gewinnen. Die übrigen zwei Stimmkreise gingen an Kandidierende der Grünen.

Überhangmandate erklärt – erste Sitzung des neuen Landtags in Hessen im Januar

+++ 14.30 Uhr: Aktuell hat der Hessische Landtag 137 Abgeordnete. Regulär sind es aber eigentlich 110. Das liegt am Wahlsystem, das auf zwei Stimmen basiert. Die eine Stimme geben die Wähler für einen Direktkandidaten im jeweiligen Wahlkreis ab, die andere für die Landesliste einer Partei.

Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis prozentual zustehen würden, sieht das Wahlrecht einen Ausgleich durch Überhangmandate vor. Zusätzliche Ausgleichsmandate für die anderen Parteien sorgen dafür, dass das Wahlergebnis nicht grob verzerrt wird. So kann es passieren, dass der Landtag insgesamt größer wird.

Übrigens wird es von den ersten Hochrechnungsergebnissen zur Hessenwahl, die gegen 20 Uhr erwartet werden, bis zur ersten Sitzung des neuen Landtags noch etwas dauern. Diese „konstituierende“ Sitzung ist für Januar 2024 geplant.

Tanja Raab-Rhein (M) wirft neben ihrem Ehemann Boris Rhein, CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident von Hessen, im Wahllokal im Stadtteil Nieder-Eschbach ihren Stimmzettel in die Wahlurne.

Boris Rhein hofft auf ein schlechteres Abschneiden der AfD, als die Umfragen vermuten lassen

+++ 13.40 Uhr: Der Spitzenkandidat der CDU und Ministerpräsident Boris Rhein hofft auf ein schlechteres Abschneiden der AfD, als die jüngsten Umfragen zur heutigen Landtagswahl in Hessen erwarten lassen. „Ich hoffe, dass die Ergebnisse nicht so sind, wie die Demoskopie sie abzeichnet“, sagte Rhein am Sonntag im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach. Die AfD könnte diesen Umfragen zufolge zweitstärkste Kraft im Landtag werden, die CDU lag zuletzt klar vorne. „Am Ende muss man dann ein solches Ergebnis akzeptieren und damit umgehen und sich auch politisch darauf einstellen“, sagte Rhein, der seine Frau zur Wahl im Wahlkreis Frankfurt VI begleitete. Er selbst hatte schon per Briefwahl gewählt.

Für den Wahlausgang macht er nicht nur die Landes-, sondern auch Bundespolitik verantwortlich. „Die Menschen wollen nicht von einer Ampel regiert werden“, sagte Rhein hinsichtlich der Bundesregierung, aber wohl auch mit der Zukunft Hessens im Blick. SPD-Spitzenkandidatin und Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte ein Ampelbündnis auch für Hessen ins Spiel gebracht.

Halbzeit in den Wahllokalen – erste Ergebnisse der Hessenwahl am Abend

+++ 13.00 Uhr: Nun ist schon Halbzeit am Wahlsonntag in Hessen. Weitere fünf Stunden lang können die Wahlberechtigten noch ihre Stimme abgeben. Erste Hochrechnungsergebnisse gibt es allerdings erst gegen 20 Uhr.

Prognose, Hochrechnung, Ergebnis der Hessen-WahlErwartete Uhrzeit
Prognose8. Oktober 2023, etwa 18 Uhr
Hochrechnung8. Oktober 2023, etwa 20 Uhr
Vorläufiges Ergebnis 9. Oktober 2023, etwa 6 Uhr
Amtliches Endergebnis27. Oktober

+++ 11.39 Uhr: Die Landtagswahl in Hessen ist im vollen Gange. Noch bis 18 Uhr können alle Wahlberechtigten des Bundeslandes ihre Stimme abgegeben und über die nächste Regierung wählen. Die größten Chancen auf den Chefposten in Wiesbaden hat Umfragen zufolge CDU-Kandidat und aktueller Ministerpräsident Boris Rhein.

Spannender wird die Frage, mit welcher Partei Rhein eine Regierung bilden möchte. Neben den Grünen, also dem aktuellen Koalitionspartner, steht vor allem die SPD als möglicher Partner im Raum. Zumindest denkbar wäre auch eine Koalition mit der FDP - aktuellen Umfragen kurz vor der Wahl zufolge kämpfen die Liberalen mit der 5-Prozent-Hürde. Rhein kündigte an, offen für Gespräche mit allen drei Parteien zu sein.

Es geht los: Um 8 Uhr haben die Wahllokale geöffnet

+++ 8.00 Uhr: Nun wird es ernst: In Hessen wird ein neuer Landtag gewählt, um 8 Uhr öffneten landesweit die Wahllokale. So natürlich auch in Frankfurt. Rund 4,3 Millionen Menschen ab 18 Jahren sind dazu berechtigt, ihre Stimme abzugeben. Seit 2014 regiert in Hessen ein Bündnis aus CDU und Grünen. Eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition scheint nach den jüngsten Umfragen möglich, doch auch eine Koalition aus CDU und SPD nach der Wahl ist rechnerisch und politisch denkbar.

Die CDU mit Ministerpräsident Boris Rhein lag in den Umfragen zuletzt klar vor der SPD und deren Spitzenkandidatin, Bundesinnenministerin Nancy Faeser, sowie den Grünen. Diese waren mit Tarek Al-Wazir erstmals mit einem eigenen Ministerpräsidenten-Kandidaten angetreten. Doch auch die AfD hat Chancen, zweitstärkste Kraft zu werden, mit ihr will aber keine andere Partei ein Bündnis bilden. Knapp mit dem Einzug in den Landtag könnte es für FDP, Linke und Freie Wähler werden.

Update vom Sonntag, 8. Oktober, 7.04 Uhr: Rund 4,3 Millionen Wahlberechtigte sind am Sonntag (8. Oktober) aufgerufen, für den 21. hessischen Landtag ihre Kreuzchen zu machen. 856 Kandidatinnen und Kandidaten treten an. Die Wahllokale öffnen auch in Frankfurt um 8 Uhr.

Wie sah das Ergebnis bei der bislang letzten Landtagswahl in Hessen 2018 aus? CDU und SPD erlitten damals jeweils zweistellige Verluste. Die CDU wurde mit 27 Prozent stärkste Partei und hätte sowohl mit der SPD (19,8 Prozent) als auch mit den Grünen (ebenfalls 19,8 Prozent) regieren können. Nach Verhandlungen erneuerten CDU und Grüne ihr Koalitionsbündnis. Die AfD erreichte seinerzeit 13,1 Prozent, ebenfalls in den Wiesbadener Landtag zogen die FDP (7,5 Prozent) und die Linke (6,3 Prozent) ein. Die Wahlbeteiligung lag 2018 in Hessen bei 67,3 Prozent.

Nun sind die Menschen in Frankfurt und den anderen Regionen in Hessen wieder dazu aufgerufen, ihre Stimmen bei der Landtagswahl 2023 abzugeben.

Grüne wieder stärkste Kraft in Frankfurt? Der Wahltag im Live-Ticker

Erstmeldung vom Sonntag, 8. Oktober, 6 Uhr: Es ist Wahltag in Hessen und Frankfurt: Am Sonntag (8. Oktober) entscheiden die Menschen im Bundesland bei der Hessen-Wahl über die Mitglieder des künftigen Landtags – und über mögliche Koalitionen bei der Regierungsbildung.

In 55 Wahlkreisen kämpfen die Kandidaten und Kandidatinnen um die Direktmandate. Insgesamt werden über die Erst- und Zweitstimme 110 Abgeordnete den künftigen hessischen Landtag bilden – durch Überhangmandate kann diese Zahl noch steigen. Rund 4,3 Millionen Menschen dürfen von 8 bis 18 Uhr in den Wahllokalen ihre Stimme abgeben.

ParlamentHessischer Landtag
SitzStadtschloss Wiesbaden
Erste Sitzung19. Dezember 1946
LegislaturperiodeFünf Jahre
WahlsystemPersonalisierte Verhältniswahl
Anzahl der Wahlkreise55
Anzahl der Abgeordneten110 (regulär)

Hessen-Wahl in Frankfurt: Bleibt Boris Rhein Ministerpräsident?

Der amtierende Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) will auch nach der Hessen-Wahl 2023 auf dem Chefsessel im Landtag in Wiesbaden sitzen. Derzeit bildet seine Partei mit den Grünen um Rheins Stellvertreter und Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir die Regierungskoalition. Mit Spannung wird auch das Abschneiden von Bundesinnenministerin und SPD-Spitzenkandidatin Nancy Faeser erwartet.

Während die Grünen im hessischen Landtag weiter als Junior-Partner der CDU weiterregieren wollen, setzt die Partei in Frankfurt auf Sieg: Dort wollen die Grünen wie schon bei der letzten Landtagswahl 2018 stärkste Kraft werden. Damals erreichte die Partei in Frankfurt 26 Prozent der Stimmen und konnte sich damit vor die CDU (22,8 Prozent) und die SPD (18,4 Prozent). Letztgenannte sieht sich nach dem Wahlsieg von Oberbürgermeisterkandidat Mike Josef allerdings im Aufwind. Mit der AfD und deren bundesweit relativ starken Umfrageergebnissen bleibt allerdings eine Variable, die durchaus für eine Überraschung gut sein könnte. (esa/spr)

Rubriklistenbild: © Lando Hass/dpa

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