VonFlorian Leclercschließen
Für die Christdemokraten in Frankfurt gibt es einen Grund zum Feiern: Sie gewinnen fünf von sechs Direktmandaten für den Hessischen Landtag.
Die Frankfurter CDU feiert einen großen Erfolg: stärkste Partei in Frankfurt, fünf Wahlkreise direkt gewonnen. „Ich habe 2011 als Stadtverordneter angefangen, aber so einen Erfolg konnte ich noch nie feiern“, freute sich Nils Kößler, Parteivorsitzender der CDU, der auch Fraktionsvorsitzender der CDU im Römer ist.
„Es ist ein großer Erfolg, der vor allem dem Teamwork und dem unermüdlichen Wahlkampf von Boris Rhein geschuldet ist“, sagte der hessische Europastaatssekretär Uwe Becker (CDU), der früher Bürgermeister und Kämmerer in Frankfurt war. Wenn es im Bund eine Regierung gäbe, „die auf Kurs ist“, wäre auch das Ergebnis der AfD nicht so gut, sagte er.
CDU gewinnt fünf Wahlkreise direkt
Uwe Serke (Wahlkreis 34), Tanja Jost (Wahlkreis 35), Ralf-Norbert Bartelt (Wahlkreis 36), Michael Boddenberg (Wahlkreis 37), Boris Rhein (Wahlkreis 39) – das sind die CDU-Landtagskandidaten, die ihre Wahlkreise direkt gewonnen haben.
Überraschend ist, dass sich Tanja Jost gegen Miriam Dahlke (Grüne) durchsetzen konnte, die 2018 den Wahlkreis 35 noch direkt gewann. Weniger überraschend ist, dass Kaweh Nemati im Wahlkreis 38 wenig Chancen gegen Marcus Bocklet (Grüne) hatte: Das Nordend und Bornheim sind Grünen-Hochburgen.
Schon als das HR-Fernsehen um 18 Uhr die erste Hochrechnung veröffentlichte – die CDU lag in Hessen bei 35,5 Prozent –, entspannten sich die Gesichtszüge der im Römer anwesenden CDU-Politiker und -Politikerinnen. Apolline Reimers, Jura-Studentin, Nachwuchstalent der CDU und Mitglied im Kreisvorstand, zeigte sich zuversichtlich: „Wir können alle sechs Wahlbezirke gewinnen.“
Wahlparty am Abend
Am Vortag habe sie Wahlkampf gemacht, „von 8 bis 23 Uhr“, und die Stimmung sei gut gewesen, auch im Nordend und in Bornheim, wo Kaweh Nemati antrat.
„Im Nordend könnte es knapper werden, als die Grünen sich das vorstellen“, sagte Stephan Siegler, ehrenamtlicher CDU-Stadtrat im Frankfurter Magistrat. Er erwarte ein gutes Ergebnis für Tanja Jost. Jost lobte ihr Wahlkampfteam für den guten Einsatz.
„Wenn wir fünf Wahlkreise direkt gewinnen, wäre das schon ein großer Erfolg; alle sechs zu gewinnen, wird sehr schwer“, urteilte der Stadtverordnete Frank Nagel (CDU). Er sah den Landtagswahlkampf vor allem durch Bundesthemen geprägt – Schulen oder Finanzen in Hessen hätten, trotz unterschiedlicher Auffassungen der Parteien, so gut wie keine Rolle gespielt.
Bettina Wiesmann, die frühere Bundestags- und Landtagsabgeordnete, sagte: „Eine Ampel wie in Berlin müssen wir nun nicht mehr befürchten.“ Sie habe lange mit der SPD im Bund koaliert und sei „kein großer Freund“ einer großen Koalition in Hessen. Zu groß seien die Unterschiede etwa bei Bildungsfragen.
„Die Hessen sagten Ja zur CDU und zu einem Ministerpräsidenten Boris Rhein“, sagte Nils Kößler. Der Wahlkampf sei zwar stark vom Bundestrend beeinflusst gewesen, räumte er ein, sah aber auch Akzente der hessischen CDU. In Frankfurt hatte Boris Rhein auf Plakaten unter anderem gegen „Verbote“ und „Bevormundung“ geworben.
Die Landtagsabgeordneten der CDU aus Frankfurt hatten die Wahlparty am Abend im Landtag in Wiesbaden begonnen. Später kamen sie dann in den Frankfurter Kunstverein, wo die CDU den langersehnten Wahlsieg feierte.
Landtagswahl in Hessen - Reaktionen
Hessen hat einen neuen Landtag gewählt. Die Frankfurter Rundschau bündelt ihre umfangreiche Berichterstattung in ihrem Onlinedossier zur Hessenwahl.
Die Ergebnisse aus Frankfurt im Überblick
Reaktionen aus Frankfurt:
- Trauer bei den Frankfurter Grünen hält sich in Grenzen
- CDU feiert fünf von sechs Direktmandaten in Frankfurt
- In der SPD wird Kritik an den Themen ihrer Kampagne laut
- FDP in Frankfurt über dem Schnitt - und dennoch unzufrieden
- Linke: Gründe für Minus auch in Frankfurt vielfältig
Reaktionen aus weiteren Städten:
- In Wiesbaden gehen beide Direktmandate an die CDU
- in Darmstadt holen die Grünen beide Direktmandate

