Fußball-EM

„Viele schrien um Hilfe“: Zu viel Andrang beim Public Viewing – Boote retten Menschen aus der Fanzone

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Über 30.000 Menschen besuchen die Frankfurter Fanzone am ersten Tag der Fußball-EM. Besonders beim Deutschland-Spiel ist kaum noch Platz.

Update vom Dienstag, 18. Juni: Wie die Stadt Frankfurt nun auf Anfrage mitteilt, schaltete sich die Besucherstands-Ampel während des Eröffnungsspiels fälschlicherweise auf Grün, obwohl die Auslastung hoch war. Mithilfe von 35 Sensoren erhobenen Daten soll die Ampel während des gesamten Turniers live auf der Urbanen Plattform der Stadt Frankfurt anzeigen, ob noch Kapazitäten in der Fan Zone verfügbar sind.

„Da vor Beginn der UEFA EURO 2024 keine Testdaten in dieser Größenordnung vorlagen, musste die neue Technologie am ersten Spieltag zunächst live erprobt werden“, erklärt ein Stadtsprecher. Demnach habe sich die Ampel auch wie vorgesehen auf Rot geschaltet, als es keinen Platz mehr in der Fan Zone gab.

Allerdings „schaltete sich die Anzeige trotz hoher Auslastung wieder auf Grün. Dies wurde umgehend bemerkt und die Ampel wurde manuell auf Rot gestellt, um die Besuchenden korrekt zu informieren“, so der Sprecher weiter. Nun funktioniere das System aber wieder einwandfrei. Im Notfall bleibe immer die Möglichkeit des manuellen Umschaltens.

Update vom Montag, 17. Juni: Nach dem enormen Andrang während des EM-Eröffnungsspiels auf die Frankfurter Fan Zone haben die Veranstalter angekündigt, den Ablauf künftig verbessern und für mehr Sicherheit sorgen zu wollen. Wegen des großen Gedränges musste die Polizei am Freitagabend (14. Juni) einige Fans mit Booten aus der Fan Zone am Mainufer bringen, weil kein Durchkommen mehr möglich war.

Von nun an sollen neue Wege für mehr Entlastung und Verteilung der Besucher sorgen. „Die Besucherlenkung und Wegeführungen zu den weiteren Leinwänden werden ergänzt“, sagte eine Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Boote retten Menschen aus der Fanzone in Frankfurt

Erstmeldung vom Samstag, 15. Juni: Frankfurt – Was für ein Auftakt bei der Fußball-Europameisterschaft: Deutschland schlägt Schottland im Eröffnungsspiel mit 5:1 (3:0). Entsprechend groß war auch der Jubel beim Public Viewing in der Frankfurter Fanzone am Mainufer.

Die Plätze waren voll besetzt, obwohl die Geldbeutel bei Preisen von sieben Euro für einen halben Liter Bier oder Apfelwein nicht unbedingt geschont werden. Auch für die Einsatzkräfte war es ein intensiver Abend.

Ausgelassener Jubel beim Public Viewing in der Fanzone Frankfurt.

Dichtes Gedränge beim Public Viewing in Frankfurt: „Viele schrien um Hilfe“

Aufgrund des hohen Andrangs beschränkte der Veranstalter den Zugang zur Fanzone bereits vor Spielbeginn. Um 20.43 Uhr schrieb die Stadt Frankfurt auf dem Kurznachrichtendienst „X“: „Die Fanzone ist geschlossen!“

Während des Spiels kam es laut Polizei Frankfurt vor allem rund um die Großleinwände „zu teils starkem Gedränge, insbesondere an den am Mainufer errichteten Geländer“. Ein „X“-Nutzer schrieb auf Grundlage eines Berichts seiner Schwester, dass man sich durch die vielen Menschen kaum noch bewegen konnte. „Viele schrien um Hilfe, einige versuchten, über das Geländer ins Wasser zu kommen. Die Polizei war da. Zum Glück ist niemand ernsthaft verletzt worden, aber es hätte schlimm enden können“, heißt es in dem Post.

Das deckt sich mit dem Bericht der Polizei. Diese berichtet, dass Einsatzboote von DLRG und Wasserschutzpolizei vereinzelt Personen aus besonders eng gedrängten Bereichen am östlichen Ende der Fanzone über das Wasser herausbrachten.

EM 2024 in Frankfurt

Alle Infos zu Fanzone und Public Viewing am Mainufer.

Pyrotechnik in der Public-Viewing-Zone – Polizei leitet Ermittlungen ein

Polizei und Veranstalter appellierten mit Durchsagen zur Rücksichtnahme. Erst zur zweiten Halbzeit entspannte sich die Situation. Das könnte auch daran gelegen haben, dass laut Berichten von Augenzeugen einige Schotten sich schon zur Halbzeit auf den Rückweg machten. Das 0:3 kurz vor dem Pausenpfiff verbunden mit einem Platzverweis für Schottland hatten die Hoffnungen der schottischen Fans in Frankfurt auf ein Minimum schwinden lassen.

Während im Münchner Stadion Pyrotechnik bei der Eröffnungszeremonie noch gern gesehen war, leitete die Frankfurter Polizei Ermittlungen ein: Einige Fans zündeten im Public-Viewing-Bereich am Main Pyrotechnik und müssen sich nun auf ein Verfahren einstellen.

Insgesamt verlief das erste Fan-Fest bei der Euro 2024 in Frankfurt aber friedlich. Rund 30.000 Menschen besuchten das Areal über den Tag. Das erste von fünf Spielen in Frankfurt steigt am Montag. (esa)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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