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Leon Schmittschließen
In Teilen Deutschlands - darunter auch in Osthessen - herrscht am Wochenende Unwetter-Gefahr. Die Behörden rechnen mit Dauerregen, der zu Überschwemmungen führen kann. In diesem News-Ticker informieren wir über aktuelle Warnungen und Entwicklungen.
+++ 14.04 Uhr: Die Polizei teilte weitere Informationen zu der Hochwasser-Sperrung der Autobahn A7 bei Bad Hersfeld mit. Dort gab es bei einem Unfall in der Nacht auf der überfluteten A7 drei Verletzte. „Die Bremsen zeigten auf Grund der Wassermassen kaum Wirkung“, berichtete ein Polizeisprecher.
+++ 11.10 Uhr: Nach den Unwetter-Meldungen der vergangenen Tage beruhigt für Hessen die Prognose, die die Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Sonntagvormittag herausgab. „Zunehmende Auflockerungen. Am Nachmittag im Süden geringe Schauer- und Gewitterneigung. Sonst meist niederschlagsfrei“, heißt es.
Starkregen lässt Keller volllaufen - Schlammlawine wühlt sich Straße herunter
In der Nacht zum Montag soll es nach Angaben des DWD-Meteorologen Sebastian Schappert wechselnd bewölkt und meist niederschlagsfrei werden. „Am Montag heiter und niederschlagsfrei. In der Nacht zum Dienstag wechselnd bis stark bewölkt und etwas Regen. Temperaturrückgang auf 11 bis 6 Grad“, lautet seine Prognose.
Update vom 2. Juni, 7.50 Uhr: Das Unwetter, das am Samstag auf die Region Fulda zugerollt war, ist für Osthessen offenbar vergleichsweise glimpflich abgegangen. Aufgrund von Hochwasser sperrte die Polizei allerdings die Autobahn A7 zwischen Bad Hersfeld-West und Homberg/Efze in beiden Fahrtrichtungen.
Schlammlawine wühlt sich Straße herunter - Feuerwehr pumpt Keller aus




Das berichtete ein Sprecher der Polizei in Fulda auf Nachfrage von fuldaerzeitung.de. Zu der A7-Sperrung kam es am Samstagabend ab 20.30 Uhr. Die Fahrbahnen in südlicher Richtung gab die Polizei um 23 Uhr wieder frei, die in nördlicher Richtung erst gegen 3.50 Uhr.
Über die Fahrbahnen habe sich Schlamm ergossen und das Wasser habe teils bis zu 50 Zentimeter hoch gestanden, teilte die Polizei in Fulda am Sonntag mit .In der Nacht zu Sonntag hatte der Deutsche Wetterdienst die amtlichen Warnungen vor starkem Gewitter für die osthessischen Landkreise - teilweise mehrfach - nochmals verlängert, beispielsweise bis 1 Uhr im Main-Kinzig-Kreis.
In Alsfeld im Vogelsberg wühlte sich eine Schlammlawine eine Straße herunter. Etliche Keller liefen in verschiedenen Stadtteilen von Alsfeld voll. Die Feuerwehr war dort in der Nacht im Einsatz. Vergleichbare Einsätze gab es dagegen im Landkreis Fulda offenbar nicht, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
+++ 19.58 Uhr: Der Wetterdienst verlängerte die amtlichen Warnungen vor starkem Gewitter für den Landkreis Fulda, den Vogelsbergkreis und den Kreis Hersfeld-Rotenburg bis 20.45 Uhr. Gefahren können laut DWD durch Blitzschlag, umstürzende Bäume, herabstürzende Gegenstände, Überflutungen von Straßen und Unterführungen sowie durch Aquaplaning und Hagelschlag drohen.
+++ 17.35 Uhr: Um 16.35 Uhr am Samstag informierte der Deutsche Wetterdienst über eine neue amtliche Warnung vor starkem Gewitter im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Sie ist gültig von 16.45 bis 17.30 Uhr. „Es besteht die Gefahr des Auftretens von starken Gewittern der Stufe 2 von 4“, hieß es.
Bis zu 135 Liter Regen pro Quadratmeter bei Unwetter in Bayern gefallen
Kurz danach gab der DWD auch eine neue amtliche Warnung vor starkem Gewitter für den Landkreis Fulda heraus, gültig von 17.50 Uhr bis voraussichtlich 18.30 Uhr. Später wurde sie bis 19.15 Uhr verlängert. Die Gültigkeit der Warnung für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg war ebenfalls verlängert worden. Sie gilt bis 18.30 Uhr. Im Vogelsbergkreis gilt eine Warnung bis 18.45 Uhr.
+++ 10.49 Uhr: Nach der Prognose des Diplom-Meteorologen Marcel Schmid vom Nationalen Warnzentrum des Deutschen Wetterdienstes wird in Hessen heute bis mittags gebietsweise Regen erwartet - „teils schauerartig verstärkt, am meisten zwischen Odenwald, Spessart und Rhön“.
Am Nachmittag und Abend sollen Schauer und einzelne Gewitter folgen, vor allem im Süden und Osten. „Unwetter durch heftigen Starkregen sind möglich.“ In der Nacht zum Sonntag soll es stark bewölkt sein, - „mit langsam nach Süden zurückziehenden Schauern und Gewitter.“
Zur Unwetter-Lage im Süden von Deutschland sagt der Experte: „Das Tief Rahdia, das sich von Böhmen nach Polen verlagert, sorgt für eine ausgeprägte Unwetterlage. Beispielsweise sind von Freitag 8 Uhr, bis Samstag, 8 Uhr, in Sigmarszell-Zeisertsweiler in Bayern 135 Liter/Quadratmeter und in Kißlegg in Baden-Württemberg 130 Liter/Quadratmeter gefallen.“
Der ergiebige Dauerregen soll im Süden am heutigen Samstag noch weiter anhalten. „In der Nacht zum Sonntag lässt er dann allmählich nach. In den Fokus rückt aber ab dem Mittag auch ein Streifen, etwa von der Lausitz bis nach Unterfranken und später bis ins nördliche Baden-Württemberg. Dort drohen heftige Gewitter mit Starkregen.“
Update vom 1. Juni, 8.03 Uhr: Die Vorhersagezentrale Offenbach des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hob am Samstagmorgen (1. Juni) um 4.43 Uhr die amtlichen Wetterwarnungen vor Dauerregen für den Landkreis Fulda und den Main-Kinzig-Kreis auf. Die Warnungen waren zuvor bis Samstag, 15 Uhr, gültig.
Kurze Zeit später hob der DWD am Samstagmorgen auch die „Vorabinformationen Unwetter vor schwerem Gewitter“ für den Landkreis Fulda, den Vogelsbergkreis, den Kreis Hersfeld-Rotenburg und den für Main-Kinzig-Krei sauf. Diese waren zuvor gültig von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 00:00 Uhr.
Warnungen vor Dauerregen in Hessen - Hochwasser-Gefahr steigt
Erstmeldung vom 31. Mai, 12.30 Uhr: Fulda - Ab Freitag droht ein extremes Unwetter in Teilen Deutschlands - auch in Hessen. Bereits am Mittwoch hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) per Vorabinformation auf „heftigen/ergiebigen Regen“ hingewiesen.
Am Freitagvormittag gab der DWD dann eine amtliche Warnung für den Landkreis Fulda und Main-Kinzig-Kreis heraus. Demnach besteht von Freitag, 21 Uhr, bis Samstag, 15 Uhr, die Gefahr des Auftretens von Dauerregen (Stufe 2 von 4). Vereinzelt sei mit überfluteten Straßen und Unterführungen zu rechnen.
Zudem ist in Osthessen eine Vorabinformation vor schweren Gewittern veröffentlicht worden „Ab Samstagmittag treten von Nordosten kommend gebietsweise kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial auf. Der Fokus liegt hierbei auf dem (teils auch mehrstündigen) Starkregen. Dabei können regional 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden zusammenkommen“, teilt der Wetterdienst dazu mit. Aber: „Da momentan noch größere Unsicherheiten bestehen, wird eine Aktualisierung bei Bedarf erfolgen.“
Eine Vorabinformation ist zunächst nur ein Hinweis auf eine Wetterlage mit hohem Unwetterpotenzial und soll die rechtzeitige Vorbereitung von Schutzmaßnahmen ermöglichen. In welchen Regionen die Menschen tatsächlich aufpassen müssen, lässt sich noch nicht absehen.
So oder so: Nass bleibt es voraussichtlich bis in den Juni hinein. Trotzdem hat der Frühling 2024 einen Wärme-Rekord erreicht. Regen und Wärme - das ist also kein Widerspruch.
Böden von Regen gesättigt - Unwetter könnte zu Hochwasser führen
Durch die angekündigten starken Regenfälle können in Hessen nach Behördenangaben lokal Hochwasser entstehen. Die Böden sind nach den Niederschlägen in den vergangenen Tagen vielerorts sehr gesättigt und können kein Wasser mehr aufnehmen, wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Donnerstag mitteilte.
Am Freitagmittag waren die Pegelstände an den Messstellen nach den HLNUG-Angaben noch im grünen Bereich. An den Gewässern wurden demnach noch keine Überschreitungen festgestellt (Stand: Freitag, 12 Uhr).
Mit Blick auf Deutschland treffen die erwarteten Unwetter vor allem den Süden und Osten des Landes. Meteorologe Dominik Jung befürchtet mancherorts Rekord-Hochwasser. „Das kann sehr böse werden“, erklärt der Wetter-Experte. In Hessen sind vor allem der Osten und der Süden betroffen.
Rubriklistenbild: © Thomas Warnack/dpa


