Wetter-Experte klärt auf

Historischer Wärme-Rekord: Frühling 2024 widerlegt Regen-Volksglauben

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Der Frühling 2024 ist auf Rekordkurs. Er dürfte der wärmste Frühling in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung sein. „Und das trotz des vielen Regens?“, dürften sich einige fragen. Ein Meteorologe klärt über den Irrglauben auf.

Fulda - Den bisher wärmsten Frühling seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 erlebte Deutschland im Jahr 2007. Wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung am Montag (27. Mai) mitteilte, war damals eine mittlere Temperatur von rund 10,6 Grad gemessen worden. Jetzt wird die Rekordmarke voraussichtlich fallen.

Wärmster Frühling seit 140 Jahren: Rekord widerlegt Regen-Mythos

Der aktuelle Frühling hat dem Wetter-Experten zufolge nämlich ebenfalls eine Durchschnittstemperatur von 10,6 Grad erreicht - und ihm bleibt noch Zeit, den Frühling 2007 hinter sich zu lassen. Denn der meteorologische Sommerbeginn ist am Samstag (1. Juni).

„Die nächsten Tage bleiben recht warm, und damit steigt das Mittel noch etwas weiter“, prognostiziert Jung. „Der Frühling 2024 wird sich bis Freitag damit an die Spitze setzen“, legt sich der Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met fest.

Der Frühling in Deutschland war ungewöhnlich warm gestartet. Bereits im März wurden in Deutschland Temperaturen von über 20 Grad erreicht. Auch in Hessen und damit auch in Fulda kratze das Thermometer an der 20-Grad-Marke. Anfang April purzelte dann bereits ein anderer Rekord. Noch nie war der erste Hitzetag des Jahres so früh gemessen worden wie 2024.

Warme Tropen-Nächte sorgen für Rekord-Frühling in Deutschland

Im Zuge der Rekord-Prognose räumt der Meteorologe mit einem Irrglauben auf: „Es kann doch gar nicht so warm gewesen sein, da es so viel Regen gab“ - Aussagen wie diese höre Jung immer wieder. „Das ist ein Trugschluss“, sagt der Meteorologe. Man denke an die Tropen: „Immer um 24 bis 28 Grad warm und trotzdem täglich die große Schütte. Letztlich ist das Wetter bei uns in den vergangenen Tagen auch ein bisschen tropisch gewesen.“

Trotz des vielen Regens in den vergangenen Monat ist der Frühling 2024 der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. (Symbolbild)

„Das Frühjahr 2024 war zwar oftmals recht nass, aber trotzdem auch recht warm. Das ist kein Widerspruch.“ Laut Jung sei der Rekordwert besonders auf die warmen Nächte zurückzuführen. In diesem Frühling „hatten wir oftmals recht warme Nächte. Das hat das Mittel deutlich nach oben gezogen.“ Die Obstbauern in Osthessen freuen sich nicht über den Rekord-Frühling.

Immer wieder Regen und trotzdem Wärme: So geht es den Prognosen zufolge weiter - auch zum Start des meteorologischen Sommers am Samstag. „Der wird erstmal so richtig nass starten, aber ab Sonntag wird es dann im Osten schon wieder bis zu 26 Grad warm“, kündigt Dominik Jung an. Nächste Woche seien sogar bis zu 30 oder 31 Grad drin, es bliebe aber weiterhin sehr nass. Eine längere Schönwetterphase sei aktuell nicht in Sicht.

Rubriklistenbild: © dpa/Ian West

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