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Florian Dörrschließen
In Frankfurt rief ein breites Bündnis zu einer Demo gegen Rechts am Samstag auf. Der Römer war schon vor Beginn der Kundgebung völlig überfüllt.
+++ 17.05 Uhr: In Hessen gingen am Samstag zwischen 50.000 und 80.000 Menschen auf die Straße. Laut Polizei kamen in Gießen 12.000, in Kassel 15.000 und in Limburg 2800 Demonstranten zusammen. In Frankfurt spricht die Polizei von 35.000 Teilnehmenden, die Veranstalter von 50.000 Demonstranten. Am Sonntag ist in Offenbach eine weitere Demo gegen Rechts geplant. Auch dort dürften deutlich mehr Menschen protestieren, als bisher erwartet.
80.000 Hessen protestieren gegen Rechts




Demo gegen Rechts und AfD in Frankfurt: Veranstalter nennen 50.000 Teilnehmende
+++ 15.09 Uhr: Die Kundgebung auf dem Römer ist beendet. Laut Polizei hat sich aus der Versammlung ein Demozug formiert, der über Konstablerwache und Hochstraße in Richtung Alte Oper läuft. Viele machen sich aber auf den Heimweg. Berliner Straße und Mainkai seien wieder für den Verkehr freigegeben, schreibt die Polizei Frankfurt auf X.
Die Beamten berichten, dass die Demonstration friedlich verlief und es keine Zwischenfälle gab. Sie bleiben bei ihrer Einschätzung, dass 35.000 Menschen teilnahmen. Andere Quellen sprechen von rund 50.000 Teilnehmenden.
Einer von ihnen sagt dieser Redaktion: „Es ist ja erstmal eine Demo gegen etwas. Aber als ich da war, war es so schön zu sehen, zu merken, wofür man eigentlich da ist.“ Es seien viele unterschiedliche Menschen vor Ort. „Das ist, was ich positiv finde in einer großen Stadt: die Vielfalt. Man ist für etwas auf der Straße und das sieht man um sich herum.“
Auch in Kassel und Limburg sind tausende Menschen auf die Straße gegangen. In Kassel spricht die Polizei von rund 12.000 Teilnehmenden, in Limburg waren am Vormittag rund 3000 Menschen bei einer Kundgebung.
Versammlungsfläche auf dem Römer reicht nicht bei Demo gegen Rechts in Frankfurt
+++ 15.01 Uhr: Unter den Demonstranten auf dem Frankfurter Römer ist offenbar auch der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel. Er nehme privat an der Kundgebung teil, schrieb die Zentralbereichsleiterin Kommunikation der Bundesbank, Ingrid Herden, auf X. „Ich freue mich, dass so überwältigend viele Menschen in Deutschland ein starkes Zeichen für Demokratie und gegen Fremdenfeindlichkeit + Spaltung setzen“, zitiert sie ihn. „Es ist höchste Zeit.“
Wegen der hohen Anzahl an Demonstranten hat die Polizei die Versammlungsfläche bis zum Paulsplatz erweitert. Doch auch dieser war überfüllt. Menschen drängten sich in den umliegenden Straßen.
Mindestens 35.000 Menschen bei Demo gegen Rechts in Frankfurt
+++ 13.57 Uhr: Die Polizei Frankfurt meldet auf X, dass rund 35.000 Menschen an der Demonstration auf dem Römer teilnehmen. Rund um Römerberg, Paulskirche und Liebfrauenberg geht nichts mehr. Zum Römer kommen viele Teilnehmer gar nicht mehr durch. Auch der Mainkai ist für Autos gesperrt und füllt sich. „Bitte nicht drücken oder drängeln, gebt aufeinander Acht und macht den Weg frei, wenn Rettungskräfte zu Hilfe eilen“, bittet die Polizei auf X.
Wir gehen aktuell von 35.000 Teilnehmenden bei #FfM2001 aus, weitere Menschen sind auf dem Weg.
— Polizei Frankfurt (@Polizei_Ffm) January 20, 2024
Bitte nicht drücken oder drängeln, gebt aufeinander Acht und macht den Weg frei, wenn Rettungskräfte zu Hilfe eilen.
Danke.
Update von Samstag, 20. Januar, 13.34 Uhr: Laut Polizei sind bereits rund 7000 Teilnehmende zur Demonstration gegen Rechtsextremismus und die AfD in Frankfurt eingetroffen. Das berichtet die dpa. Auf X schreibt die Polizei Frankfurt, dass der Römerberg bereits voll sei. Dort sollten Demonstranten nicht mehr an der U-Bahn-Station (Dom/Römer) aussteigen. Zahlreiche Straßen rund um den Treffpunkt auf dem Römer sind aktuell für Fahrzeuge und den ÖPNV gesperrt. Laut Polizeisprecher ist die Stimmung friedlich.
Die Demonstration dürfte die hessenweit größte Protestaktion gegen Rechts in dieser Woche sein. Auch in Gießen, Limburg, Kassel und am Sonntag in Offenbach wird zu Demonstrationen aufgerufen.
FRANKFURT/ Römer und Paulsplatz komplett voll. Und es kommen immer noch viel mehr. #wirsindmehr #frankfurt #noafd #NieWiederIstJetzt pic.twitter.com/qZjENLnfuX
— Hülya Collins 🇪🇺🇩🇪🇺🇦🇮🇱🏳️🌈 (@hulya_collins) January 20, 2024
Erstmeldung von Freitag, 19. Januar, 11.09 Uhr: Frankfurt – Das Medienhaus Correctiv hatte in der vergangenen Woche über das bis dahin nicht bekannte Treffen von Rechtsradikalen mit Politikern von AfD und CDU in einer Potsdamer Villa berichtet. Es soll um die „Remigration“ einer großer Zahl von Menschen ausländischer Herkunft – unter Zwang – gegangen sein. Seither gehen in Deutschland Menschen auf die Straße, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Auch in Frankfurt findet am Samstag (20. Januar) eine entsprechende Demo statt.
Unter dem Motto „Frankfurt gegen AfD und Rechtsruck!“ ruft das KoalaKollektiv auf, sich um 13 Uhr am Römer zu versammeln. Der Klimagerechtigkeitsgruppe haben sich inzwischen zahlreiche weitere Organisationen angeschlossen.
Anti-AfD-Demo in Frankfurt: „Aktives Aufstehen gegen Rechts“ gefordert
In der Begründung heißt es: „Wieder einmal wurden menschenverachtende Pläne von AfD und anderen Rechtsextremen bekannt. Was es jetzt braucht, ist ein aktives Aufstehen gegen Rechts aus der ganzen Breite der Gesellschaft.“ Zahlreiche Redebeiträge, unter anderem von Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD), werden erwartet.
Demonstrationen gegen Rechts nicht nur in Frankfurt
Auch in anderen Städten in Hessen und anderen Bundesländern sind am Wochenende Demonstrationen gegen die AfD und Rechts geplant. So etwa in Gießen oder Kassel. Auch der Aufruf zu „Frankfurt gegen AfD und Rechtsruck!“ am Samstag hatte sich in den vergangenen Tagen wie ein Lauffeuer in den Sozialen Medien verteilt. Tausende Menschen werden erwartet.
Die Enthüllungen über rechtsextreme Deportationspläne haben viele Menschen bundesweit aufgeschreckt. Bereits in den vergangenen Tagen war es nach einem Correktiv-Bericht über ein Treffen mit Rechtsradikalen in Potsdam zu Kundgebungen gegen rechts gekommen, oft mit deutlich mehr Teilnehmern als erwartet. Unter anderem in Köln versammelten sich mehrere Zehntausend Menschen. In Hannover demonstrierten am Dienstagabend etwa 8000 Menschen.



