VonMarvin Köhnkenschließen
Die Nacht auf den 1. Januar 2025 war in Niedersachsen auch eine Nacht der Brände. Mehrere Häuser gerieten rund um Neujahr in Flammen.
Sottrum/Hude/Neuenkirchen/Bad Laer/Bunde – Bei einer Reihe von Feuern sind in der Neujahrsnacht 2025 mehrere Gebäude in Niedersachsen in Brand geraten. Dabei war laut offiziellen Angaben zunächst in allen Fällen noch unklar, ob Feuerwerk die jeweiligen Brände ausgelöst hatten.
Im Landkreis Rotenburg (Wümme) sind ein Einfamilienhaus, ein Carport und mehrere Fahrzeuge schwer beschädigt worden. Nach Angaben der Feuerwehr brach das Feuer in Sottrum gegen 2:20 Uhr an der Mahlerstraße aus. Die Flammen griffen von zwei Autos zunächst auf ein Carport und anschließend auf das in Holzbauweise errichtete Einfamilienhaus über. Durch den starken Wind des nächtlichen Sturms kam es zu erheblichem Funkenflug, der auch ein Nachbargebäude bedrohte. Menschen wurden nicht verletzt. Das Haus, dessen Dachstuhl einstürzte, ist nicht mehr bewohnbar.
Brand in Hude zerstört Haus von Familie in der Nacht auf Neujahr
Im Landkreis Oldenburg sind neben einem Haus auch eine Garage und zwei Autos in Brand geraten. Die vier Bewohner, eine junge Familie mit Kindern im Alter von drei und vier Jahren, hatte bereits eigenständig und unverletzt das Haus in Hude verlassen, als die Feuerwehr eintraf. Rund 130 Feuerwehrkräfte aus Hude, Altmoorhausen, Neuenkoop, Schierbrok und Ganderkesee verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf umstehende Häuser im Ortsteil Vielstedt. Laut Angaben der Polizei ist das Haus unbewohnbar, die Familie bei Angehörigen untergekommen. Bereits einen Tag zuvor war es in der Gemeinde Hude zu einem Hausbrand gekommen – zwei Familien verloren zum Jahreswechsel auf diese Weise ihr Zuhause.
Im Neuenkirchen (Heidekreis) ist wiederum eine Werkstatt samt mehrerer Fahrzeuge und Gartengeräte zerstört worden. Gegen 0:50 Uhr seien laut Informationen der Feuerwehr bereits meterhohe Flammen in den Nachthimmel in den Himmel geschlagen, als die ersten Einsatzkräfte an der Pommernstraße eintrafen. Der an ein Einfamilienhaus angrenzende Werkstattbereich stand zu diesem Zeitpunkt in Vollbrand. „Die Anwohner versuchten noch, Habseligkeiten zu retten, mussten aber umgehend aus dem Gefahrenbereich gebracht werden“, berichtet Einsatzleiter Oliver Lüdemann von der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen.
Häuser im Heidekreis und Osnabrück durch Feuer an Silvester schwer beschädigt
Den Einsatzkräften gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf das Hauptgebäude und die benachbarte Bebauung zu verhindern. Zur Bekämpfung der Glutnester setzten die Feuerwehrleute Löschschaum ein. „Das große Engagement unserer Kameraden, die in der Silvesternacht auf Alkohol verzichten, um für den Schutz der Bürger da zu sein, hat sich direkt in den ersten Minuten des neuen Jahres bewährt“, betont Lüdemann. Bei dem Brand wurde niemand verletzt.
Auch an einem Wohnhaus in Bad Laer (Landkreis Osnabrück) ist in der Silvesternacht ein Brand ausgebrochen. Die Löscharbeiten dauerten wie auch schon in den anderen Fällen bis in den Morgen. Den Angaben zufolge war zunächst ein Auto an dem Gebäude in Brand geraten. Das Feuer habe sich anschließend auf das Gebäude ausgebreitet. Die Ursache für den Brand sei derzeit auch hier zunächst noch unbekannt, gab das Polizeikommissariat an.
Bereits am frühen Abend ist es auch im Landkreis Leer gegen 18:15 Uhr zu einem Gebäudebrand gekommen. Dort stand in der Gemeinde Bunde ein etwa 15 Meter langer Carport aus Holz in Vollbrand. Rund 30 Feuerwehrleute aus Bunde kämpften gegen die Flammen, die nicht nur den Carport, sondern auch ein darin abgestelltes Auto und ein Wohnmobil vollständig zerstörten. Zudem erschwerte ein angrenzendes Holzlager die Löscharbeiten erheblich. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass ein Feuerwerkskörper möglicherweise das Feuer ausgelöst haben könnte.
Neben dem nächtlichen Sturm war es im Norden in der Nacht auf den 1. Januar zudem zu zahlreichen Einsätzen von Feuerwehr und Polizei gekommen, die mit Feuerwerk und Böllern in Verbindung standen. So wurden in Bremen und Hamburg Einsatzkräfte mit Sprengkörpern beworfen. In Hamburg ist ein Mann beim Zünden eines illegalen selbstgebauten Böllers getötet worden. Weitere Gebäudebrände ereigneten sich unter anderem in den Landkreisen Emsland und Aurich.



