Stürmische Nacht

Silvester im Norden: Tödliche Kugelbombe – fahrendes Auto in Flammen – Retter mit Böllern beworfen

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Bremen feiert größtenteils friedlich trotz aufziehenden Sturms ins Jahr 2025 hinein.
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Das Jahr 2025 beginnt im Nordwesten mit vielen Blaulicht-Einsätzen. Ein Mann stirbt, Einsatzkräfte werden attackiert – und ein fahrendes Auto gerät in Brand.

Bremen/Hamburg/Garbsen – Ein Mann ist in Hamburg infolge einer Feuerwerk-Explosion gestorben. Dieser Blaulicht-Vorfall ist einer von mehreren, die das Jahr 2025 rund um Silvester und Neujahr begleiten – und die Freude zum Jahreswechsel trüben. Dabei zog im Lauf der Nacht im gesamten Norden ein Sturm auf, der im Verlauf des 1. Januar anhalten soll.

Nach der Explosion eines selbstgebauten Böllers ist in Hamburg ein Mann gestorben. Bei dem Unfall in der Silvesternacht verunglückte der 20-Jährige im Stadtteil Ochsenwerder tödlich. Ein Polizeisprecher erklärte, ein junger Mann sei bei einem Unfall mit einem Sprengsatz gestorben. Weitere Angaben zum Unfallhergang und zum Sprengsatz machte die Polizei noch nicht.

In Hamburg ist ein junger Mann beim Zünden eines selbstgebauten Feuerwerks gestorben. Die Polizei stellte unter anderem das Zündrohr des Sprengsatzes sicher.

Das Unglück geschah laut einem Reporter vor Ort auf einem Feld nördlich des Ochsenwerder Elbdeichs. Nach ersten Informationen soll es sich bei dem Sprengsatz demnach um eine illegale Kugelbombe handeln, die beim Zünden sofort explodiert sein soll. Sprengmeister der Polizei sicherten am Unfallort Spuren und stellten das Zündrohr sowie weitere illegale Feuerwerkskörper sicher.

Bereits am frühen Abend ist es in Bremen zum Brand eines fahrenden Autos gekommen. Laut der Insassen des Fahrzeugs hat vermutlich detoniertes Feuerwerk unter dem Auto das Feuer verursacht. Verletzt wurde niemand. „Als wir über das Feuerwerk gefahren sind, hat es unheimlich laut geknallt. Nur wenige Augenblicke später haben die Autos hinter uns gehupt und Lichthupe gemacht“, erzählt Cornelia Hesse, eine der beiden Personen im Wagen. „Wir sind sofort aus dem Auto gesprungen. Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen die Flammen lichterloh über das Auto hinweg“, so Ingo Hohensee, ihr Begleiter auf dem Weg zu einer Silvesterfeier.

Auf dem Weg zur Party gerät ein Auto in Bremen in Flammen, offenbar ist ein geworfener Böller Schuld.

In Bremen-Huchting ist in der Nacht ein Schaden im sechsstelligen Bereich entstanden, als ein an der Brüsseler Straße parkender Porsche aus noch ungeklärter Ursache in Flammen geriet. Die Feuerwehrleute setzten Wasser ein, um die Flammen zu ersticken. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Beim Versuch, einen Schuppen eines Kinder- und Familienzentrums in Bremen-Tenever zu löschen, sind die Rettungskräfte ersten Informationen zufolge kurz nach 2 Uhr mit Böllern beworfen worden. Während den Löscharbeiten flogen laut eines Reporters vor Ort immer wieder Böller in Richtung der Einsatzkräfte sowie Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes, die in dem Viertel patrouillierten. Die Polizei musste mehrere Streifenwagenbesatzungen zusammenziehen, um die Situation vor Ort zu beruhigen. Insgesamt sprach die Polizei Bremen aber von einem ruhigen Abend für die Beamten im Einsatz.

Bei einem Schuppenbrand werden Einsatzkräfte der Feuerwehr in Bremen mit Böllern beworfen.

Böllerwürfe an Silvester auf Feuerwehrleute in Bremen, Garbsen und Hamburg

Eine ähnliche Situation hatte sich am Abend zuvor auch in Hamburg ereignet. Nach einem Angriff auf Einsatzkräfte mit Feuerwerk hatte die Feuerwehr dort einen Einsatz abgebrochen. Der Vorfall soll sich bereits kurz vor 19 Uhr im Stadtteil Steilshoop bei einem Löscheinsatz an einem Müllcontainer ereignet haben, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Einsatzkräfte sollen sich zurückgezogen und die Polizei informiert haben.

Ein Sprecher der Hamburger Polizei bestätigte den Einsatz. Demnach soll es sich um eine größere Gruppe zwischen 30 und 40 Menschen gehandelt haben, die in der Nähe des Löscheinsatzes in einem Innenhof Feuerwerk zündeten. Ob es sich um konkret um einen Angriff oder ein Versehen handelte, konnte die Polizei kurz nach dem Vorfall zunächst nicht bestätigen.

Unbekannte haben auch in Garbsen bei Hannover Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Feuerwerk angegriffen. Mehrere Feuerwehrautos seien auf der Anfahrt zu einem Containerbrand gezielt mit Raketen beschossen worden, teilte die Polizei am frühen Morgen mit. Verletzt wurde niemand. Der Brand konnte anschließend gelöscht werden. Auch in Osterholz-Scharmbeck wurden Einsatzkräfte der Polizei mit Böllern und wohl auch mit einer Schreckschusspistole angegriffen. In Fahrzeugen sitzend versuchten die Beamten die Angreifer zu stellen – und suchen nun nach Zeugen des Vorfalls.

Jugendlicher schießt mit Raketen in Menschenmenge – Polizei nimmt 16-Jährigen fest

Um kurz nach Mitternacht nahmen die Beamten zudem bereits einen Jugendlichen fest, der mit Pyrotechnik auf eine Menschenmenge geschossen hatte. Der 16-Jährige habe dabei laut Polizei erheblichen Widerstand geleistet. Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden Einsatzkräfte in Garbsen zum Jahreswechsel mit Feuerwerkskörpern beschossen. In diesem Jahr wurde die Polizeipräsenz erhöht. Zivile und uniformierte Kräfte wurden außerdem von der Bereitschaftspolizei unterstützt.

In Hannover und Laatzen wiederum verletzte sich ein 14-Jähriger schwer und verlor in der Silvesternacht Teile seiner Hand. Das berichtet die Polizei in einer ersten ausführlichen Bilanz des zurückliegenden Jahreswechsels.

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