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Bahn-Chaos zu Weihnachten. Schuld sind mal nicht streikende Lokführer, sondern Sturmtief „Zoltan“. Betroffen sind auch Regionalzüge weiterer Anbieter.
Hannover – Komme ich noch rechtzeitig zum Fest an meinen Zielort? Eine Frage, die sich vermutlich gerade viele Bahnreisende stellen. Denn Sturmtief „Zoltan“ fegt über Norddeutschland hinweg und bringt den Bahnverkehr durcheinander. Wegen Sturmschäden kam es am Freitag, 22. Dezember, zu Verspätungen und Zugausfällen im bundesweiten Fernverkehr der Deutschen Bahn, wie die Bahn auf ihrer Internetseite mitteilte. Bahnstrecken im Norden seien bereits seit Donnerstag besonders stark betroffen. Für Freitag sind weitere Unwetter angekündigt.
Zwischenzeitlich seien einzelne Strecken im Norden vorübergehend gesperrt gewesen, sagte eine Bahnsprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Sperrungen seien am frühen Freitagnachmittag jedoch weitestgehend aufgehoben, es komme aber weiterhin zu vielen Verspätungen. Am Wochenende rechnet die Bahn nach Angaben der Sprecherin mit einer starken Auslastung der Züge. Zu dem ohnehin starken Weihnachtsverkehr kämen nun Reisende hinzu, die ihre Anreise wegen des Sturms in das Wochenende verlegen mussten. „Es wird sicherlich voll.“
Betroffen sind diese Fernverkehr-Verbindungen (Stand: Fr., 12 Uhr):
ICE-/IC-Züge Hamburg/Hannover - Kassel - Frankfurt/Stuttgart/Basel aus Richtung Norden verkehren bis Hannover bzw. aus Richtung Süden bis Kassel
ICE-Züge Hamburg/Hannover - Kassel - Würzburg - München aus Richtung Norden verkehren bis Hannover bzw. aus Richtung Süden bis Kassel
ICE-Züge Berlin/Leipzig/Erfurt - Frankfurt werden zwischen Erfurt und Frankfurt umgeleitet und verspäten sich um etwa eine Stunde. Vereinzelt kommt es darüber hinaus zu (Halt-) Ausfällen.
ICE-Züge Wiesbaden - Frankfurt - Dresden werden zwischen Erfurt und Frankfurt umgeleitet und verspäten sich um etwa eine Stunde. Zudem entfallen die Züge zwischen Leipzig und Dresden.
ICE-/IC-Züge Köln - Hamm - Paderborn - Kassel - München/Gera entfallen zwischen Köln und Kassel.
IC-Züge Münster (W) - Siegen - Frankfurt (M)/Stuttgart entfallen
Die Bahn nennt folgende Reisealternativen:
„Nutzen Sie zwischen Hamburg und Nürnberg/München auch die direkten ICE-Züge über Berlin/Erfurt.“
„Nutzen Sie zwischen Hamburg und Frankfurt/Stuttgart/Basel auch die direkten ICE-Züge über Köln.“
„Nutzen Sie für Reisen von Hannover nach Süddeutschland auch Umsteigeverbindungen mit ICE-Zügen über Köln oder Erfurt.“
Alle Fahrgäste, die am Donnerstag oder Freitag ihre geplante Reise wegen des Sturmtiefs verschieben müssen, können ihr Ticket laut Bahn zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugverbindung ist aufgehoben. Das Ticket gelte für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenlos storniert werden, so die Bahn. Was erst einmal gut klingt, hat aber auch einen Haken. Ebenfalls auf der Bahn-Homepage steht, dass die Züge am 22. und 23. Dezember sehr ausgelastet sind. Heißt vermutlich übersetzt: keine Sitzplatzgarantie.
Bahn-Chaos im Norden: Sturm bringt Weihnachten für viele Reisende in Gefahr
Nicht nur im Fernverkehr zu Weihnachten müssen sich Reisende indes auf Einschränkungen im Bahn-Chaos einstellen. Die Regionalbahnstrecke zwischen Hamburg-Harburg und Tostedt (Landkreis Harburg) ist wegen eines Baums im Gleis in beide Richtungen gesperrt. Die Weserfähre zwischen Bremerhaven und Nordenham fällt wegen Hochwasser aus. Zudem verändert sich der Fahrplan der Fähre zwischen dem dänischen Rømø und der Nordseeinsel Sylt, so die Bahn.
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Auch die Züge der EVB sind betroffen. In einer Mitteilung heißt es: „Aufgrund eines Sturmschadens an der Wasserstoff-Tankstelle in Bremervörde (bekannt als erste Tankstelle für Wasserstoff-Triebzüge weltweit) können die Wasserstoffzüge der EVB aktuell nicht betankt werden.“ Der Schaden wurde am frühen Donnerstagabend, 21. Dezember, erkannt. Die Wasserstoff-Tanks sind von ihm nicht betroffen. Ein Notprogramm für die Reparatur ist seitens des Tankstellenbetreibers Linde bereits angelaufen, ein mehrtägiger Ausfall der Tankstelle ist jedoch zu befürchten, schreibt die EVB.
Auch wenn die Tankanlage aktuell nicht einsatzbereit ist, so konnten H2-Züge am Freitag, 22. Dezember, fahren. Dazu wurden bereits betankte Züge eingesetzt und kurzfristig Ersatz-Triebwagen mit Diesel-Motoren organisiert.
Weiter schreibt das Bahnunternehmen: Die stürmische Großwetterlage mit Orkanböen beeinträchtigt ebenfalls den Bahnbetrieb der EVB auch über den Ausfall der Wasserstofftankstelle hinaus, da auf verschiedenen Strecken-Abschnitten nur sehr langsam gefahren werden kann.
Die Nordwestbahn weist auf ihrer Homepage ebenfalls auf Zugausfälle hin. Stark betroffen ist die Verbindung zwischen Bremen, Hauptbahnhof und Nordenham. Laut der Homepage fährt die Bahn nur bis Kleinensiel. Weiter heißt es: Ein Schienenersatzverkehr kann leider nicht eingerichtet werden. (Mit Material der dpa.)
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