VonJohannes Nußschließen
Der Wohnraum für Geflüchtete wird in Niedersachsen und Bremen knapp. Um der Situation wieder Herr zu werden, werden nun Hallen und Zelte hergerichtet.
Hannover/Bremen – In vielen Kommunen in Niedersachsen und auch in Bremen wird der Wohnraum für die Aufnahme von Geflüchteten zunehmend knapp. „Die Lage bei der Unterbringung der Flüchtlinge ist ähnlich wie während der Flüchtlingskrise 2015/2016“, sagte der Geschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bereits Anfang Oktober.
Es wird eng: Geflüchtete in Bremen und Niedersachsen müssen in Hallen und Zelten untergebracht werden
„Wir hören durchweg aus den Landkreisen, dass die Unterbringung in privaten Wohnungen weitgehend erschöpft ist. Fast alle Landkreise betreiben Sammelunterkünfte“, so Meyer weiter. Dabei wird damit gerechnet, dass in Zukunft weitere Geflüchtete nach Deutschland kommen. In der Ukraine tobt der Krieg, im Iran bahnt sich gerade eine Revolution an und auch aus Syrien, Afgahnistan und anderen afrikanischen Staaten wird vermehrt mit Asylbewerbern gerechnet.
Um der Situation ansatzweise gerecht zu werden, will beispielsweise die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover drei Messehallen als Notunterkünfte für Tausende Flüchtlinge nutzen. Die Kommune wolle drei Messehallen anmieten, um bis zu 2500 Menschen eine vorübergehende Unterkunft zu geben, berichtete am Donnerstag die Hannoversche Allgemeine Zeitung unter Berufung auf einen Stadtsprecher.
Geflüchtete werden in Hallen untergebracht: In Hannover werden drei weitere Messehallen hergerichtet
Das Land Niedersachsen betreibt bereits zwei Messehallen als Notunterkunft. Auch in etlichen anderen Kommunen im Land werden aktuell Turnhallen, Veranstaltungshallen und ähnliches für die Aufnahme von Geflüchteten vorbereitet. Im September wurde in Emden bereits die Nordsee-Halle für Geflüchtete hergerichtet worden. Auch im Landkreis Diepholz wird über die Unterbringung von Geflüchteten in Turnhallen diskutiert, was man aber dort eigentlich vermeiden will. Im Landkreis Oldenburg in Wildeshausen wurden bereits Anfang Oktober zwei weitere Notunterkünfte hergerichtet.
Ebenso sollen in Bremen neue Hallen für Flüchtlinge entstehen. Die sogenannten Leichtbauhallen sollen bis zu 1200 Menschen Platz bieten, die derzeit auf einem benachbarten Gelände im Ortsteil Überseestadt in Großzelten leben, heißt es aus dem Sozialressort. Die vorhandenen Großzelte werden laut Ressort vorsorglich mit einer Wärme-Isolierung versehen, damit sie auch im Winter genutzt werden können.
Geflüchtete müssen in Hallen untergebracht werden: Leichtbauhallen für bis zu 1200 Menschen in Bremen geplant
Bis Ende September sind nach Angaben des Ressorts dieses Jahr rund 9000 Flüchtlinge und Migranten in Bremen angekommen, ein Drittel wurde aufgenommen, also rund 3000. Die übrigen seien von sich aus weitergereist oder seien nach der Registrierung dem Königsteiner Schlüssel entsprechend in anderen Bundesländern untergebracht worden. Nach dem Königsteiner Schlüssel wird festgelegt, wie viele Menschen jedes Bundesland aufnimmt.
In Niedersachsen etwa zählte das Innenministerium bis Mitte Oktober etwa 105.000 Menschen allein nur aus der Ukraine, davon sehr viele Frauen und Kinder. Daneben sind etwa 115 000 Asylbewerber aus verschiedenen Ländern angekommen. (mit Material der dpa)
Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

