Deutsche Wetterdienst warnt

Orkan- und Unwetter-Gefahr an der Nordsee-Küste – und Sturmflut an der Ostsee

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    Fabian Raddatz
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Das schöne Sonnen-Wetter ist vorerst vorbei. Die ersten Herbststürme rollen auf Niedersachsen und den Norden zu. Vor allem an der See wird es gefährlich.

Update vom Freitag, 20. Oktober, 10:08 Uhr: Es wird erwartet, dass es am heutigen Freitag zeitweise zu Orkanböen aus östlicher Richtung kommt. Das teilt Wetter-Experte Dominik Jung in einem wetter.net-Video mit. Die Böen könnten auf dem Meer Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde erreichen. Während an der Ostseeküste Sturmfluten entstehen, verursacht der heftige Wind an der Nordseeküste ungewöhnlich niedrige Wasserstände.

Orkan- und Unwetter-Warnung für die Nordseeküste: Flutgefahr besteht abends an der Nordsee

Daher könnten die Fährverbindungen zwischen den Ostfriesischen Inseln und dem Festland sowie zwischen Glücksstadt und Wischhafen an der Nordseeküste bis einschließlich Samstagmittag eingestellt werden. Gegen Abend könnte auch an der Nordsee Flutgefahr bestehen, warnt Jung. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine Warnung für die Nordseeküste herausgegeben.

Ausblick auf das Wochenende: So ist der 3-Tage-Wettertrend

Freitag, 20. Oktober 20237 bis örtlich 13 Grad
Samstag, 21. Oktober 202313 bis 17 Grad
Sonntag, 22. Oktober 2023 um 15 Grad

Update vom Donnerstag, 19. Oktober, 11:30 Uhr: Während es an der Nordsee am Freitag aller Voraussicht nach zu einer sogenannten Sturmebbe kommt, bei der das Wasser durch den Wind von der Küste weggedrückt wird, müssen Bewohner an der Ostsee mit Überschwemmungen rechnen. Das teilte das Portal WetterOnline in einer Pressemitteilung mit.

Wetterturbulenzen in Deutschland: Nord- und Ostsee-Küste trifft es besonders

Demnach würde das Tief Viktor derzeit für Wetterturbulenzen in Deutschland sorgen. „An der Ostseeküste gibt es dadurch ab Freitagfrüh einen regelrechten Oststurm. Das Besondere dabei ist die Dauer, rund 24 Stunden lang weht der Wind mit Böen von über 100 Stundenkilometern. Das Wasser wird dabei Richtung Küste gedrückt und staut sich in den Buchten immer weiter auf und es gibt ein Sturmhochwasser“, erklärt Niklas Weise, Meteorologe von WetterOnline.

Sturmfluten an der Ostseeküste sind ein eher seltenes Ereignis. Beim letzten Hochwasser im Jahr 2020 wurden Teile der Lübecker Altstadt überflutet.

Die höchsten Wasserstände mit mehr als 1,50 Meter über dem mittleren Wasserstand könnten in der Flensburger Förde sowie der Kieler und Lübecker Bucht im Laufe des Freitags erreicht werden, der Höchststand in der Nacht zum Samstag. Selbst Wasserstände um zwei Meter über Normal seien bei dem sehr schweren Sturmhochwasser nicht ausgeschlossen.

Neben überschwemmten Uferpromenaden können in Kiel, Lübeck und Flensburg tiefer liegende Straßen und Keller in Küstennähe überflutet werden. An den Stränden kann es zu Strand- und Dünenabbrüchen kommen. 

Orkan- und Unwetter-Gefahr an der Nordsee-Küste – und Sturmflut an der Ostsee

Erstmeldung vom Mittwoch, 18. Oktober: Cuxhaven – Noch scheint am Mittwoch, 18. Oktober, die Sonne. Doch bereits am Donnerstag endet das freundliche Herbstwetter in Niedersachsen. Die stürmischen Böen und einzelne Sturmböen an der Nordsee-Küste nehmen zu. Bei viel Regen und Tiefstwerten von vier bis acht Grad kann starker bis stürmischer Ostwind an der See auftreten.

Das schlechte Wetter in Niedersachsen und dem übrigen Norden gewinnt auch tags darauf am Freitag nochmal an Kraft. Und obwohl es mit sechs bis elf Grad sogar wieder etwas wärmer wird, kommt auf die Nordsee-Küste eine gefährliche Wetterlage zu. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seinem aktuellsten Bericht warnt, drohen Orkan und Unwetter.

Am Freitag gilt für die Nordsee Unwetter- und Orkangefahr. An der Ostsee droht sogar eine Sturmflut. (Archivbild)

Für die Ostseeküste gilt sogar aktuell eine Sturmflut-Warnung. Ab Donnerstagnachmittag werden in Kieler und Lübecker Bucht Wasserstände von 1,30 bis 1,50 Meter, westlich und östlich von Rügen bis 1,10 Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet. Die Gefahrenlage gilt bis Samstagnachmittag. Anstelle von Schnee gibt es in ganz Deutschland bis hinab nach Bayern vor allem Regen und Wind, berichtet Merkur.de.

Orkan- und Unwetter-Gefahr an Nordsee-Küste: Ausfälle beim Fährverkehr drohen

Aufgrund der Vorhersagen müssen sich Bewohner und Herbsturlauber in den kommenden Tagen auf Verschiebungen und Ausfälle bei Fähren von und zu den Ostfriesischen Inseln einstellen. Infolge eines starken Ostwindes seien von Donnerstag bis Samstag an der gesamten deutschen Nordseeküste deutlich niedrigere Wasserstände zu erwarten, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg am Mittwoch auf seiner Internetseite mit.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) vor einer Sturmflut an der Nordsee-Küste gewarnt. Diese war auch eingetreten und überschwemmte etwa in der Ortschaft Norddeich die Ufer-Promendade und umspülte Autos. Die Sturmflut überschwemmte sogar eine Nordsee-Insel.

Entspannung beim Wetter in Niedersachsen erst ab Samstag

Erst am Samstag, 21. Oktober, soll sich das Wetter in Niedersachsen und an der Nordsee-Küste etwas beruhigen. Auch soll der Regen nachlassen und Wolkenlücken auftauchen. Die Tageshöchstwerte liegen bei 11 bis 16 Grad. Der Wind nimmt ab und dreht von östlicher auf südwestliche Richtung. Ab dem Nachmittag tritt laut DWD im Binnenland schwacher bis mäßiger Wind auf.

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In der Nacht zum Sonntag ist stellenweise noch etwas Regen vorausgesagt, ansonsten lockert die Bewölkung auf. Der Wind weht im Binnenland schwacher bis mäßig, an der See zeigt er sich nur noch teils frisch.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa

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