Überschwemmungsgebiet

Gegen den HQ100-Fall: Experten sichern Fläche für ein Jahrhundert-Hochwasser im Landkreis Diepholz

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Der NLWKN hat neue Überschwemmungsgebiete gegen ein Jahrhundert-Hochwasser in Niedersachsen ermittelt. Es liegt in den Landkreisen Diepholz und Nienburg.

Sulingen/Nienburg/Diepholz – Dass ein umfassender Schutz gegen Überschwemmungen wichtig ist, wissen die Menschen im Norden nicht zuletzt wegen des Hochwassers, das große Landstriche in Niedersachsen im vergangenen Winter verwüstet hat. Die Meldungen über historische Höchststände wie an der Hunte und an anderen Flüssen in Niedersachsen überschlugen sich förmlich. Experten wissen jedoch: Es kann noch schlimmer werden. Um sich gegen ein Jahrhundert-Hochwasser zu wappnen, wurden jetzt neue Flächen festgelegt.

Neues Überschwemmungsgebiet gegen ein Jahrhundert-Hochwasser in Niedersachsen festgelegt

Das berichtet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). So wurde nach umfassenden Messungen das neue Überschwemmungsgebiet der Flüsse Calle und Graue in den Gemeinden Asendorf, Bücken, Warpe und Wietzen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg (Weser) bestimmt und vorläufig gesichert.

Hochwasser bedroht immer wieder einige Regionen in Niedersachsen. Neue Überschwemmungsgebiete können helfen. (Archivbild)

Der Grund dafür ist ganz einfach: Im Rahmen des präventiven Hochwasserschutzes wird das sogenannte HQ100-Ereignis ermittelt, ein Hochwasser, das statistisch gesehen alle hundert Jahre auftritt. Auf Basis dieser Daten werden die Überschwemmungsgebiete berechnet. Bei den Flüssen Calle und Graue wurde das hydraulische Modell der Gewässer auf der Grundlage eines neuen digitalen Geländemodells aktualisiert und das Überschwemmungsgebiet neu bestimmt. Dieser Prozess läuft bereits seit mehreren Jahren, so der Landesbetrieb.

Im Landkreis Diepholz und Nienburg: Hier befindet sich das neue Hochwasser-Überschwemmungsgebiet

In diesen vorläufig gesicherten Gebieten gelten spezielle gesetzliche Schutzbestimmungen, wie beispielsweise das Verbot, bauliche Anlagen ohne entsprechende Genehmigungen zu errichten oder zu erweitern. So könnten auch die durch Hochwasser verursachten Schäden reduziert werden, da für diese Gebiete klare gesetzliche Auflagen gelten.

Das Überschwemmungsgebiet der Calle erstreckt sich über eine Länge von etwa 1,2 Kilometern. Der Untersuchungsbereich zur Berechnung beginnt im östlichen Teil von Asendorf und fließt fast durchgehend in östlicher Richtung bis zur Mündung in die Graue im Gebiet der Gemeinde Warpe. Das Überschwemmungsgebiet der Graue erstreckt sich über eine Länge von etwa 5,4 Kilometern. Der Untersuchungsbereich der Graue beginnt in einem landwirtschaftlichen Gebiet westlich der Gemeinde Wietzen. Von dort fließt die Graue in nordwestlicher Richtung und biegt nordöstlich der Gemeinde Asendorf in nordöstliche Richtung ab bis zur Mündung in den Bückener Mühlenbach, kurz hinter der Grenze der Gemeinde Bücken.

Die Verordnung und die Arbeitskarten zur vorläufigen Sicherung können bei den Landkreisen Diepholz und Nienburg eingesehen werden. Darüber hinaus wird das neue Überschwemmungsgebiet am 2. Oktober 2024 im Niedersächsischen Ministerialblatt veröffentlicht. Die endgültige Festlegung des Überschwemmungsgebiets erfolgt durch ein formelles Verfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit, das von den Landkreisen Diepholz und Nienburg durchgeführt wird.

Rubriklistenbild: © Sven-Erik Arndt/Imago

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