VonFabian Raddatzschließen
Nach Orkan „Zoltan“ sorgt lang anhaltender Regen für Hochwasser-Alarm in Niedersachsen. Der Pegelstände vieler Flüsse ist kritisch, eine Entspannung nicht in Sicht.
Update, 20:35 Uhr: Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, hat seine Dankbarkeit gegenüber den Feuerwehrleuten und freiwilligen Helfern im Kampf gegen die Überflutungen zum Ausdruck gebracht. „Überall in Niedersachsen haben die Feuerwehrleute unruhige Weihnachten, weil sie mit dem Hochwasser kämpfen müssen“, äußerte der Sozialdemokrat am Montag. Viele von ihnen seien Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren. „Herzlichen Dank allen Haupt- und Ehrenamtlichen für diesen ganz besonderen Einsatz“, betonte Weil.
Laut Angaben der Staatskanzlei plant der Regierungschef, sich am Dienstag persönlich ein Bild von der Hochwasserlage zu machen, indem er ein Lagezentrum und einen Einsatzort besucht. Der genaue Ort dieses Besuchs wurde am Montagabend noch nicht veröffentlicht.
Update, 14:30 Uhr: Wildeshausen – Massive Überschwemmungen in Wildeshausen, Landkreis Oldenburg: Das Wasser rückt am Montagnachmittag bedrohlich nah an die Häuser heran. Gärten stehen unter Wasser und die Grünflächen rund um die Ortschaft sind stark überflutet.
Kritisch auch die Hochwasser-Lage im Landkreis Diepholz: Vielerorts trat die Hunte über die Ufer und überschwemmte Grundstücke. Die Pegelstände erreichen ihre bislang höchsten Werte des diesjährigen Hochwassers. Die Feuerwehren befinden sich unterdessen im Dauereinsatz, um die Auswirkungen des Hochwassers unter Kontrolle zu halten.
Bürgerinnen und Bürger, die in der näheren Umgebung von Flussläufen oder Gräben wohnen, müssten damit rechnen, dass das Wasser bis an die Grundstücksgrenzen und darüber hinaustreten kann. „Bitte unternehmen Sie eigene Maßnahmen zur Eigensicherung, soweit es Ihnen möglich ist, um die Einsatzkräfte zu entlasten“, schreibt der Kreisfeuerwehrverband (KFV) Landkreis Diepholz.
Sturmflut-Gefahr und Hochwasser in Niedersachsen: Bürger können Sandsäcke abholen
Zum Eigenschutz könnten die Bürger in der Gemeinde Stuhr, Samtgemeinde Barnstorf und Samtgemeinde Lemförde, bei Bedarf Sandsäcke an eingerichteten Sandsack-Ausgabestellen abholen. Die Feuerwehr hatte diese vorsorglich bereits am Freitag befüllt.
Für aktuelle Pegelstände im Landkreis Diepholz stehen detaillierte Informationen auf (www.pegelonline.nlwkn. niedersachsen.de) zur Verfügung. Über relevante Veränderungen der Hochwassersituation informiert der Landkreis Diepholz über die Warn- und Informations-App BIWAPP (www.biwapp.de)
Update, 13:30 Uhr: Die Sturmflut-Gefahr für das Weser-Gebiet wurde aufgehoben. Das geht aus einer Meldung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) von 13 Uhr hervor. Die Warnungen vor einer Sturmflut für die niedersächsische Nordseeküste und für das Elbe-Gebiet bestehen weiterhin. In beiden Abschnitten soll das Nachmittag-Hochwasser 1 bis 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. Die Warnung gilt vorerst bis 15 Uhr.
Hochwasser in Niedersachsen: Land unter in Lilienthal
Update, 11:30 Uhr: Lilienthal – Die Hochwassersituation in Lilienthal am Rande Bremens hat bereits zu zahlreichen Einsätzen, berichtet Andreas Hensel von der Feuerwehr Lilienthal. Es gab überflutete Keller und Gärten. Lilienthal war historisch gesehen schon immer von Hochwassergefahr betroffen, jedoch wird der aktuelle Pegelstand als besonders hoch eingeschätzt. In den letzten Stunden ist der Pegel um etwa 20 Zentimeter angestiegen.
Die Feuerwehr und das THW überwachen die Situation genau und haben bereits begonnen, Sandsäcke zu verteilen, um bestimmte Bereiche zu schützen. Die Entscheidungen darüber, welche Bereiche priorisiert werden sollen, hängen von verschiedenen Faktoren ab. Es wird geschaut, welche Objekte oder Anlagen besonders gefährdet sind. So hätte eine Wärmepumpe im Garten mehr Vorrang als eine leere Garage.
Hochwasser-Ticker für den Norden: Klinik bedroht
Die Lage bleibt dynamisch – die Rettungskräfte überwachen die Situation weiterhin aufmerksam, um angemessene Maßnahmen zum Schutz von Leben und Eigentum zu ergreifen. Es ist wichtig, den Anweisungen der örtlichen Behörden und Rettungskräfte Folge zu leisten, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Update, 10:30 Uhr: In Vechta im gleichnamigen Landkreis bedrohen die Wassermassen einen Stadtteil und ein Krankenhaus. Ein Parkplatz der Klinik steht bereits unter Wasser. Der sonst knapp zwei Meter breite Bach, welcher direkt am Krankenhaus vorbeifließt, kann die Wassermengen an einigen Stellen nicht mehr aufnehmen und tritt über das Ufer.
Im Bereich der Notaufnahme steigt das Wasser stetig. Die Notaufnahme liegt zwar deutlich höher, jedoch könnte die Zufahrt überflutet werden und somit den Weg zur Notaufnahme für Rettungswagen und Hilfesuchende versperren. Der Hubschrauberlandeplatz des Krankenhauses ist ebenfalls gefährdet.
Über Radio werden die Bürger der Kreisstadt über ein mögliches Hochwasser gewarnt und aufgefordert, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Der Stadtteil Füchtel ist besonders stark gefährdet. Hier stehen bereits an den Bach grenzende Wiesen vollständig unter Wasser.
Hochwasser-Ticker für den Norden: Sturmflut an Nordsee und Weser erwartet – Klinik bedroht
Erstmeldung vom Montag, 25. Dezember, 09:20 Uhr: Cuxhaven/Hannover – Für Anwohner an Gewässern und Helfern von THW und Feuerwehr sind es unruhige Festtage. Regenmassen ließen über die Woche die Pegelstände der Flüsse in Niedersachsen und dem Norden anschwellen. Dabei ist der Süden des Bundeslandes derzeit noch stärker betroffen als der Norden. In Nordhessen und Südniedersachsen drohen sogar Erdrutsche, wie hna.de berichtet.
Doch ein Blick auf die Wetterkarte verrät, dass die Lage sich noch im Nordwesten dramatisch zuspitzen kann. Bis ins neue Jahr hinein rechnen die Wetter-Experten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) mit Regen. Mit einigen wenigen Pausen kann dieser des Öfteren auch schauerartig ausfallen – als sprichwörtliche Tropfen, die das Fass zum Überlaufen bringen können.
Hochwasser-Ticker für Niedersachsen: Sturmflut an Nordsee und Weser erwartet
Hinzu kommen sturmartige Böen. Sie sorgen am ersten Weihnachtstag an Nordsee und Weser für Sturmflut-Gefahr, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg mit. In Bremen und Bremerhaven erreicht die Weser voraussichtlich am Montagmittag die Sturmflutmarke von 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser (MHW), wie das BSH am Sonntagabend mitteilte. In Niedersachsen sollen zudem Elsfleth, Brake und Rechtenfleth an der Weser laut Prognose betroffen sein.
Für die niedersächsische Nordseeküste hat das BSH eine Warnung für Wilhelmshaven ausgegeben. Dort soll die Sturmflut-Schwelle laut Vorhersage am Vormittag erreicht werden.
Hochwasser-Ticker für Niedersachsen: Helfer kämpfen gegen Wassermassen
Vielerorts in Niedersachsen kämpfen die Helfer vom Technischen Hilfswerk (THW) und Feuerwehr gegen die Wassermassen. Im Landkreis Oldenburg etwa ist die Hochwasserlage zugespitzt. Dort pumpten die Einsatzkräfte an Heiligabend zahlreiche Keller aus und bauten Wälle aus Sandsäcken. Die Feuerwehr in der Stadt Oldenburg erneuert noch einmal den Appell an Anwohnende in Gewässernähe, ihr Eigentum und eventuell vorhandene Keller für den Fall von Überschwemmungen selbst eigenständig zu sichern.
Im Landkreis Rotenburg sind die Helfer seit drei Tagen im Einsatz. Auch dort ist die Hochwasser-Lage kritisch. Teile der Innenstadt Rotenburg wurden überschwemmt, vielerorts laufen die Keller mit Wasser voll. Im Nordkreis ist die Feuerwehr ebenfalls im Dauereinsatz. So berichtet ein Sprecher aus der Samtgemeinde Zeven von mehreren Einsätzen am Sonntag in Brauel und Weertzen, bei denen Häuser mit Sandsäcken vor den Fluten der Oste geschützt werden müssen.
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