Flüssigerdgas

LNG-Terminals in Niedersachsen: Bürger können nun Einspruch erheben 

+
Im Winter soll der erste Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven in Betrieb gehen. Die Arbeiten laufen bereits. (Archivbild)
  • schließen

LNG-Terminals sollen unabhängig vom russischen Gas werden. Der Bau läuft bereits. Nun liegen die Pläne für Terminals in Wilhelmshaven aus und Einwände kann vorgebracht werden.

Wilhelmshaven – Niedersachsen soll künftig Terminals für Flüssigerdgas (LNG) bekommen. Nicht jeder Bürger ist von der Idee begeistert, da die LNG-Terminals eigentlich dem Bestreben der Bundesregierung, klimafreundliche Energiequellen zu fördern, entgegen stehen. Für Protest ist es allerdings noch nicht zu spät: Die Planungsunterlagen zum Bau der LNG-Terminals in Wilhelmshaven liegen derzeit aus. Einwände gegen das Vorhaben von Niedersachsen Ports (NPorts) können noch bis zum 28. Juli eingereicht werden. Derweil droht in Deutschland ein Gasnotstand.

LNG-Terminals in Niedersachsen: Bau in Wilhelmshaven läuft seit 1. Juli

Bereits seit Freitag, dem 15. Juli, können die Pläne zum Bau der LNG-Terminals in Niedersachsen eingesehen werden. Hierfür liegen sie in mehreren Rathäusern aus oder sind unter anderem auf der Internetseite des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz verfügbar. Wieso das jetzt so schnell geht, hat einen einfachen Hintergrund: Am 1. Juli erhielt der Energiekonzern Uniper die Genehmigung für den vorzeitigen Baustart des LNG-Terminals. Uniper war wegen der gegenwärtigen Energiekrise in Deutschland selbst in Not geraten und musste von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) aus der brenzligen Lage rausgeboxt werden.

Auch wenn jetzt die Planungsunterlagen öffentlich ausliegen, ist der Bau bereits im vollen Gange. Übergangsweise soll zunächst ein Schwimm-Terminal in Wilhelmshaven angebunden werden, bevor später ein fester Umschlagplatz dazukommt. Wenn alles nach Plan läuft, kalkuliert das Land Niedersachsen mit einem möglichen Betriebsstart ab dem 21. Dezember. Uniper selbst gibt an, das LNG-Terminal im kommenden Winter betreiben zu können.

Drohender Gasnotstand in Deutschland: LNG-Terminals sollen helfen

Angesichts des drohenden Gasnotstands in Deutschland setzt die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) zunehmend auf Alternativen. Nachdem die Gaspipeline Nord Stream 1 mutmaßlich wegen Wartungsarbeiten derzeit kein Gas nach Deutschland fördert, sind auch Alternativen für die Gasheizung hoch im Kurs. Künftig soll das LNG-Terminal in Wilhelmshaven bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr umschlagen – das entspricht 8,5 Prozent des deutschen Gasbedarfs. Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) plant derweil schon mit weiteren Anlagen.

Kommentare