Drama um Wolfstötung

„Das ist ein Skandal“: Wolf brutal getötet – Tierschützer stellen Jäger an den Pranger

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In Niedersachsen gab es zuletzt Fälle von illegal getöteten Wölfen. Einer wurde gar zerstückelt aufgefunden. Nun haben Tierschützer eine Forderung gestellt.

Hannover – Ein illegal erschossener Wolf in Cuxhaven, ein zerstückelter im Raum Hannover – der Wolfsstreit in Niedersachsen eskaliert. Nun haben Tierschützer vom Freundeskreis freilebender Wölfe einen Brandbrief aufgesetzt. Darin fordern sie von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies: „Kündigen Sie die Kooperationsvereinigung mit der Landesjägerschaft!“

Ein Wolf steht in seinem Gehege in einem Tierpark.

Diese würde mit dem Wolf um die Ressource Wild konkurrieren und hätten nach eigenen Angaben durch die Präsenz der Raubtiere erschwerte Jagdbedingungen. Zudem sei der Wolf eine potenzielle Gefahr für Jagdhunde. „Die Landesjägerschaft ist im Mai 2023 dem Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement beigetreten“, schreibt der Freundeskreis. Ihr Vorwurf: „Dieses artenschutzfeindliche Aktionsbündnis hat die Wiederausrottung des Wolfes als erklärtes Ziel.“

Wölfe in Niedersachsen illegal getötet: Tierschützer zweifeln Wolfsmonitoring an

Sie werfen deren Mitglied, Helmut Habermann, Vorsitzender des Pferdevereins Burgdorf, vor, auf der Delegiertenversammlung des Hannoveraner Verbandes in Verden am 24. April 2023 von „pragmatischen Lösungen“ gesprochen zu haben, als es um die illegalen Abschüsse von Wölfen ging.

Die Tierschützer stellen auch das Wolfsmonitoring des Landes Niedersachsen infrage: „[Es] wird immer ungenauer. Ein wissenschaftlicher Auftrag liegt nicht vor und ein Schutzauftrag ist nirgends auszumachen, die Gemeinnützigkeit somit eher fragwürdig“, schreibt der Verein in dem offenen Brief.

Wölfe „verschwinden“ in Niedersachsen einfach: „Das ist ein Skandal“

In Niedersachsen würden Wölfe zuletzt einfach verschwinden, so die Wolfsfreunde – und zitieren einen Ausschnitt der Zeitung Oldenburger Münsterland: „Vom Rudel aus Nordhorn sowie aus dem Eleonorenwald des Werlter Rudels gibt es keine Nachweise. Genetische Ergebnisse vom Rudel bei Rehden fehlen, es gibt Fragezeichen bei dem Status des Rudels zwischen Herzlake und Löningen. Der dortige Rüde ist inzwischen verschollen, ein neuer Rüde wird angegeben.“

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Zuständige Jäger sollen dem Monitoring nichts gemeldet haben und wollen das offensichtlich auch nicht, heißt es im Vereinsschreiben. „Sie boykottieren damit das Monitoring.“ Auch einen weiteren Artikel zieht der Verein heran. „Das regeln wir hier schon selbst‘, sagte ein Jäger gegenüber der Zeitung Oldenburger Volkszeitung!“ Der Freundeskreis bilanziert: „Das ist ein Skandal!“

Nach illegalen Wolfstötungen: Tierschützer fordern Umweltminister zu Bruch mit Jägerschaft auf

Sie schreiben: „Vor diesem Hintergrund und im Lichte der landesweiten Entwicklung in Sachen Monitoring sowie der zuletzt stark ansteigenden Gewaltspirale (illegalen Abschüsse, nebst der Präsentation von einem Wolfskopf vor einem Artenschutzzentrum sowie Funde von zerlegten Wolfskörpern) und dem nicht erkennbaren Willen des Nieders. Jagdverbandes Umweltkriminalität in den eignen Reihen zielführend entgegenzutreten, hat der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. folgende klare Forderung: Kündigung der Kooperationsvereinbarung mit der Landesjägerschaft.“

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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