VonLia Stoikeschließen
Das Thema „Wolf“ scheint Niedersachsen in mehrere Lager zu spalten. Eine Umfrage von kreiszeitung.de spiegelt die unterschiedlichen Standpunkte.
Niedersachsen – Kein Wildtier ist in Niedersachsen so sehr umstritten wie der Wolf. Immer wieder werden Nutztiere Opfer einer Attacke des Raubtiers. Erst vor wenigen Wochen wurden fünf Pferde von einem Wolf bei Aurich attackiert und zum Teil lebensbedrohlich verletzt. Ihre Schützlinge leiden zu sehen, zerreißt den Besitzern das Herz. Gleichzeitig fordern viele Norddeutsche den Schutz des Wolfs, als wichtigen Teil der Natur. Wie soll ein Mittelweg zwischen den Forderungen aussehen? Reservate, eine Abschussquote oder alles wie bisher? Wir wollten die Meinung unserer Leser in einer Umfrage hören – und erhielten ein teils erschreckendes Ergebnis.
Auch Experten äußern sich vermehrt zu der Lage. So auch dieser Wolfsbeauftragte der Reiterlichen Vereinigung Deutschland (FN) oder ein Schafhalter, der seine Tiere wegen des Wolfs aufgegeben hat. Umweltministerin Steffi Lemke bekannte in ihrer Ansprache beim Auftakt für die „Dialogreihe Wolf“ klar Farbe, was mögliche Abschussregelungen betrifft. Herdenschutz sei dennoch weiterhin das A und O. Niedersachsens Umweltminister sagte gegenüber der Braunschweiger Zeitung, es müsse möglich sein, Wölfe zu erschießen – wenn in einer Region zwar viel gegen Risse getan werde, dies aber keinen Erfolg bedeute. In Aurich hatten zuvor Tausende gegen den aktuellen Kurs der Wolfspolitik im Norden protestiert.
10.000 Leser stimmen bei Umfrage zu Wolf an – das Ergebnis
Die Frage der kreiszeitung.de-Umfage ist simpel: „Was denken Sie: Sollte der Wolf weiterhin in Deutschland frei leben dürfen?“ Die Anzahl der Antwortenden hingegen hat Sprengkraft. Mehr als 10.700 Menschen stimmten bis Montag, 12. Juni, bei einer redaktionellen Umfrage von kreiszeitung.de ab. 9.100 davon kommen aus Deutschland, ein kleiner Teil sogar aus der Schweiz und Österreich. Der Trend hin zur Uneinigkeit in puncto Wolf ist auch hier deutlich erkennbar.
Die meisten Teilnehmer der Umfrage stimmten für den Standpunkt „Er darf frei leben, aber nur mit Regelung der Bestände“. 3.834 Personen (35,69 Prozent) konnten sich damit identifizieren. Dem gegenüber steht die Aussage „Ich möchte, dass gar keine Wölfe in Deutschland leben“. Ein hartes Statement, das einer Ausrottung des Tieres deutschlandweit gleichkommen würde. Hierfür stimmten 3.501 Teilnehmer ab (32,59 Prozent). Weitere Stimmen verteilen sich mit 2.248 Stimmen (20,92 Prozent) auf die Aussage „Wölfe sollten in Gehegen leben, aber nicht unter uns“. Den geringsten Teil des Meinungsbildes macht die Aussage „Für mich gehört er zur Natur dazu. Es sollte sich frei bewegen dürfen“, mit 1.161 Stimmen (10,8 Prozent).
Weitere Umfragen von kreiszeitung.de zum Wolf zeigen: Abschuss befürwortet und Angst groß
Es ist nicht die erste Umfrage von kreiszeitung.de, die derart einschlägige Ergebnisse hervorbringt. Anfang März zeigte eine Umfrage der Redaktion, dass viele Menschen sich vor dem Wolf fürchten. Eine aktuelle Erhebung aus dem Mai zeigt zudem, dass die meisten der Befragten einen Abschuss des Wolfs befürworten. 63,28 Prozent von 1961 Befragten stimmten für „Ja“, 678 für „Nein“. 42 Personen waren bei dieser Frage unentschieden.
Bei allen hier genannten Umfragen handelt es sich nicht um wissenschaftlich basierte Studien. Dennoch zeigen sie das Meinungsbild innerhalb der Leserschaft von kreiszeitung.de.
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