Rotenburger Weichelsee

„Wir haben Bock“: Das Strandgold will weiter wachsen – und es soll noch viel passieren

+
Malte Janßen (l.) und Roland Nielebock sind zufrieden mit der zweiten richtigen Strandgold-Saison. Da braucht „Junior“ gar nicht so traurig dreinschauen...
  • schließen

Die zweite richtige Sommersaison im Beachclub Strandgold am Rotenburger Weichelsee endet mit positiven Aussichten: Es soll weiter investiert werden. Gefeiert wird der Saisonabschluss am Samstag - und der nächste „WinterZauberStrand“ ist nicht mehr fern.

Rotenburg – Dreck, Lärm, Verkehrsbelästigung, Entenmist im Wasser, vielleicht sogar das Regenwetter zwischendurch: Es gab zuletzt kaum etwas, für das Malte Janßen und Roland Nielebock nicht verantwortlich gemacht wurden, wenn es um den Weichelsee ging. Das meiste grinsen die Geschäftsführer des Beachclubs Strandgold aber weg. „Wir haben Bock“, sagen sie zum Abschluss der zweiten richtigen Sommersaison. Die Zeiten, in denen Querelen auch mit Anliegern die Laune in den Keller getrieben und das Projekt insgesamt auf den Prüfstand gebracht haben, scheinen überwunden. Gut so: Denn es soll am beliebten Naherholung-Standort noch viel passieren.

Bis zu 450 Gäste zum Saisonabschluss

„Der Sommer scheppert noch mal“, sagt Nielebock und richtet die Sonnenbrille. An diesem Sonnabend steht das „Grande Finale“ an. Mark Bale, DJ „BeNice“ und DJ Tobias Meisner sollen für den richtigen Ton sorgen, damit „ordentlich das Tanzbein geschwungen“ wird. Dazu gibt es mit Dario Rodriguez einen nicht mehr allzu geheimen Überraschungsgast. Querbeet durch die Spielarten elektronischer Musik soll es gehen, bis zu 450 Besucher erwarten die Organisatoren. „Die Hütte wird voll sein“, freut sich Janßen – und das auch für das Team des Strandgolds aus zwei weiteren Festangestellten sowie einem Pool von mehr als 30 Aushilfskräften, die den Betrieb aufrecht erhalten. „Mittlerweile macht es so viel Spaß, dass ich selbst an meinem freien Tag herkomme“, so Janßen.

Mehr Angebot für Rotenburg

„Jeder für sich alleine würde das nicht schaffen, aber wir machen das hier zusammen“, spielt auch Nielebock auf den Teamgedanken im Strandgold an. „Es geht nach und nach weiter“, betont Janßen. Das Weichelsee-Gelände, das vor wenigen Jahren noch „wie Gülle“ ausgesehen habe, entwickle sich zu einer „schicken Area“. Der Zuspruch wachse, die Frequentierung habe sich in dieser Sommersaison verdoppelt. Die Nachfrage zum Beispiel nach einer anderen Lokalität für Firmenfeiern sei hoch. Nielebock: „Dem wollen wir für Rotenburg gerecht werden.“

Zum Saisonabschluss kehrt der Sommer noch einmal kräftig zurück in den Beachclub.

Das alte „Strandhouse“ am Weichelsee war seit Ende 2018 dicht, drohte zu verfallen. Die Stadt lockte Investoren, der Kirchwalseder Caterer Philipp Landschof erhielt den Zuschlag. 3,5 Millionen Euro wollte er investieren, ein Mammut-Projekt. Im Sommer 2020 wurde allerdings die Notbremse gezogen. „Corona hat uns eingeholt“, sagte Landschof damals. Nielebocks Investorenpläne wurden erste Wahl. Einer ersten abgespeckten Corona-Saison 2021 folgte der eigentliche Start im vergangenen Jahr – mit einer im Herbst ernüchternden Bilanz, dass es nicht nur wirtschaftlich noch nicht ganz rund lief, sondern es auch massive öffentliche Debatten um eine zu große Lärmbelästigung gab. Nielebock und Janßen kündigten im November an, die ursprünglich zum Bebauungskonzept gehörende Gastro-Location für bis zu 400 Gäste auf Eis zu legen. Mittlerweile hört sich das wieder anders an. „Wir wollen weiter investieren“, betont Nielebock. Allerdings fehle bis heute die Eintragung ins Grundbuch wegen offener Fragen zum Beispiel zu einer Stromleitung über dem Gelände. Seien diese Punkte bis Ende des Jahres geklärt und der rechtliche Rahmen geschaffen, „gibt es ab diesem Tag auch wieder Überlegungen für das große Projekt“. Das alte „Strandhouse“ werde dann endlich „weggeschoben“.

Sommerprogramm in Planung

Mit Blick aufs kommende Jahr werde konzeptionell am Strand selbst nicht viel verändert. Die „BeachBingo“-Abende seien zuletzt der Knaller gewesen und werden fortgesetzt. Der Kartenvorverkauf für die große Malle-Party an Himmelfahrt mit Ikke Hüftgold, Isi Glück und Julian Sommer laufe, dazu soll an Pfingsten in kleinem Rahmen Livemusik geben. Und dann steht ja auch noch die Heim-EM der Fußballer an. „Wir haben was vor“, sagt Nielebock. Die Wetter-Kapriolen ab Mitte Juli hätten zudem verdeutlicht, dass man noch mehr überdachte Plätze braucht. Ein zweites Zelt-Segel werde es zur Beach-Saison, die je nach Wetterlage schon Ostern beginnen soll, geben.

Sieben Wochen „WinterZauberStrand“

Doch eins nach dem anderen. Dem Saisonabschluss am Samstag und ein paar weiteren Öffnungstagen, bis sich der Sommer verabschiedet, wird vom 10. November bis 23. Dezember der zweite „WinterZauberStrand“ folgen. Das Konzept hatte im vergangenen Jahr eingeschlagen, nun wird verlängert. Janßen: „In der Zeit ist eh alles trist und dunkel. So kann man mal das Haus verlassen und andere Menschen treffen.“ Ein Zelt werde aufgestellt, dazu winterliche Atmosphäre, Buden und ein Bühnenprogramm mit Livemusik, Künstlern und DJs. „AfterWorkGlüh“, „BeachBingo“ und einige Firmenfeiern, für die das Zelt gebucht werden kann, sind geplant. Highlights: sicherlich die Aprés-Ski-Party mit Ballermann-Star Stefan Stürmer am 16. Dezember oder die Auftritte von Turbulenzen gleich am ersten und am allerletzten Öffnungstag. Kinderkarussell und Weihnachtsbaum-Verkauf wird es aber nicht wieder geben – lief nicht. Janßen: „Wir haben gelernt, was man besser machen kann.“ Schön für alle Besucher: Eintritt wird nicht genommen, und auch die Getränkepreise werden gleich bleiben.

Karten für Saisonabschluss an der Abendkasse

Tickets fürs „Grande Finale“ mit vier DJs an diesem Samstag ab 18 Uhr gibt es noch online bei Hansaticket oder an der Abendkasse für 20 Euro. Zudem gibt es verschiedene VIP- und Gruppentickets.

Kommentare