Zahlreiche Aktionen geplant

Landwirte protestieren am Montag: Hier wird in Bremen und Niedersachsen das Verkehrschaos erwartet

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Am Montag gehen die Landwirte wieder zu Protesten auf die Straße. Traktoren-Konvois werden in einigen Regionen in Bremen und Niedersachsen den Verkehr blockieren.

Bremen – Landwirte werden sich am Montag, dem 8. Januar, mit ihren Traktoren auf den Weg machen und in diversen Städten gegen die Sparpläne der Bundesregierung protestieren, auch aus Niedersachsen und Bremen. Bauernverbände haben bundesweit zu Protestaktionen und Sternfahrten aufgerufen. Auch die Hansestadt Bremen ist betroffen. Doch auch in weiteren Städten in Niedersachsen sind Aktionen geplant.

Die Polizei warnt daher davor, dass es am Montag zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Vor allem in den Städten kann der Berufsverkehr durch die Proteste zeitweise ins Stocken geraten. Autofahrende müssen im Laufe des Montags mit Staus und längeren Wartezeiten rechnen und sollten, sofern möglich, Alternativrouten wählen. Nach ersten Einschätzungen der Polizei Bremen könnten sich bis zu 2000 Fahrzeuge aus dem Nordwesten Deutschlands in Richtung Hansestadt aufmachen. Denn auch aus dem Bremer Umland sind Sternfahrten mit dem Ziel Bremen geplant.

Proteste von Landwirten in Bremen – Verkehrsbehinderungen durch Kundgebung in Überseestadt

Die Bundesregierung hatte am Donnerstag, dem 4. Januar, zwar verkündet, einige geplante Sparmaßnahmen bei den Subventionen für Landwirte wieder zurücknehmen zu wollen. Doch das geht den Bauern noch nicht weit genug. Unter dem Motto „Zu viel ist zu viel. Es reicht.“ wollen sich die Landwirte am Montagvormittag in Bremen an der Straße An der Reeperbahn in der Überseestadt zu einer Kundgebung versammeln. Die Polizei rechnet dort mit etwa 200 Teilnehmenden. Sie geht davon aus, dass die Bäuerinnen und Bauern auch im Bremer Innenstadtgebiet Aufmerksamkeit erregen wollen und wichtige Punkte für den Berufsverkehr befahren werden.

Bauern protestieren am Montag bundesweit gegen geplante Sparmaßnahmen der Bundesregierung, auch in Bremen und Niedersachsen. (Symbolfoto)

Wegen der geplanten Sternfahrten werden deutlich mehr landwirtschaftliche Fahrzeuge und Sattelschlepper als üblich in der Hansestadt erwartet. Auf den großen Ein- und Ausfallstraßen in Bremen kann es dementsprechend schon am frühen Montagmorgen zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die Polizei Bremen kündigte an, verstärkt präsent sein zu wollen, um die Verkehrsbehinderungen zu minimieren.

Bauernproteste in Niedersachsen – Trecker rollen auch im Landkreis Oldenburg und im Südkreis Diepholz

Die Polizeidirektion Oldenburg rechnet am Montag ebenfalls mit erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrs in der Region durch die angekündigten Demonstrationen. Verschiedene lokal organisierte Ortsgruppen hätten demnach Proteste in Form von Kundgebungen, Schleichfahrten und kurzfristigen Straßenblockaden angekündigt. Schwerpunkte seien bereits jetzt an den Knotenpunkten der Hauptverkehrsadern und speziell in Cloppenburg und Diepholz zu erkennen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich auf Verzögerungen einstellen. Auch der öffentliche Personennahverkehr wird voraussichtlich betroffen sein.

In diesen Orten haben die Landwirtschaftsverbände für Montag bereits Demonstrationen angemeldet:

  • Borstel: Schleichfahrt über B214 nach Wehrbleck
  • Cloppenburg: Sternfahrt und anschließende Kundgebung auf dem Marktplatz
  • Cuxhaven: Sternfahrten nach Stade und Bremen und Schleichfahrten im Stadtgebiet
  • Diepholz: Schleichfahrt über B51/B214 nach Rehden
  • Drentwede: Schleichfahrt auf der B51 nach Drebber
  • Hatten: Sternfahrt nach Berlin (Beginn bereits am Sonntagabend)
  • Kirchdorf: Schleichfahrt über B61 nach Sulingen und Neuenkirchen
  • Lastrup: Kundgebung an der Bundesstraße 213
  • Neuenkirchen: Schleichfahrt über B61 nach Sulingen und zurück über Bassum
  • Rheden: Schleichfahrt über B214/B239 nach Wetschen und Wagenfeld
  • Sulingen: Schleichfahrt auf der B214 nach Borsten
  • Wesermarsch-Cuxland: Blockadeaktion des Wesertunnels auf der Bundesstraße 437
  • (Quelle: Polizeidirektion Oldenburg)

Sowohl die Polizei Bremen als auch die Polizeidirektion Oldenburg werden am Protesttag über den Verlauf des Geschehens und den Umfang etwaiger Störungen berichten. Zudem werden die Ordnungskräfte die Demonstrationen begleiten und notwendige Maßnahmen treffen, um unzulässige Beeinträchtigungen zu verhindern. Die Polizeidirektion Oldenburg wies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass es aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist, mit Traktoren die Autobahn zu befahren.

Polizei Oldenburg: Protestierende sollen Einsatzkräfte und Hochwasser-Helfer nicht behindern

Außerdem appellierte sie an die Protestierenden, stets zu gewährleisten, dass Rettungskräfte jederzeit frei passieren können. Besonders in den zahlreichen Hochwassergebieten in Niedersachsen müsse darauf geachtet werden, dass die Arbeit der Einsatzkräfte und Helfer nicht behindert werde. Zahlreiche Ortschaften an der Hunte sind von schweren Überschwemmungen betroffen, genau wie Orte an Weser und Aller. Besonders hoch sind die Fluten auch im Landkreis Verden.

Der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, Johann Kühme, mahnte außerdem, dass die Landwirte bei den Protestaktionen stets Vernunft walten lassen und ihre Anliegen nicht von radikalen Kräften vereinnahmen lassen sollten.

Rubriklistenbild: © Christian Knieps/dpa

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