Wetter in Niedersachsen

Unwetter-Warnung in Niedersachsen: Gewitter mit Hagel und Starkregen drohen

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Gewitter und Regenschauer ziehen im Laufe des Tages in Richtung Norden. Am Nachmittag kann es in Teilen Niedersachsens zu Unwettern kommen.

Niedersachsen – Dunkle Wolken, Regen und Kälte – damit müssen sich heute die Menschen im Norden abfinden. Grund hierfür sind die Ausläufer eines nach Norwegen ziehenden Tiefs, die auf den Norden und somit auch auf Niedersachsen übergreifen. Das teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner Prognose mit. Gewitter, Sturmböen und Schauer sind in Niedersachsen vorausgesagt. In manchen Teilen kann es richtig ungemütlich werden.

Unwetter drohen in Niedersachsen – nur bestimmte Regionen sind betroffen

„Wir haben jetzt ein kräftiges Gewittergebiet im Norden Nordrhein-Westfalens, das in den nächsten drei bis vier Stunden auf Niedersachsen zuzieht“, sagt Andreas Tscharpek, DWD-Meteorologe, gegenüber kreiszeitung.de. Unwetter seien vor allem im Grenzgebiet wahrscheinlich. Im Wetterbericht der DWD-Website heißt es zudem, dass es zu starkem Regen mit bis zu 20 Litern pro Quadratmeter kommen kann. Auch kleinkörniger Hagel und Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Stunde seien möglich. Diese Unwetterlage beruhige sich ab dem späten Nachmittag, so Tscharpek. Doch das ist nicht alles.

In südlichen Regionen Niedersachsens kann es heute Nachmittag zu starken Regenfällen kommen. (Symbolbild)

In der Nacht zu Mittwoch soll ein weiterer Gewitterkomplex von Südwest heranziehen, so Wetter-Experte Tscharpek. „Es ist wahrscheinlich, dass im Südosten Niedersachsens unwetterartige Niederschläge aufkommen.“ In Summe können, laut Tscharpek, 50 bis 80 Liter Regen über mehrere Stunden auf die Erde prasseln.

Tornado und Orkantief: Die 5 heftigsten Unwetter in Niedersachsen der vergangenen Jahre in Bildern 

Westerland auf Sylt Kyrill
Der 18. Januar 2007 ist vielen Menschen in Niedersachsen vermutlich in Erinnerung geblieben: Der Orkan „Kyrill“ zog über das Land hinweg. Diese Aufnahme zeigt den Vortag, an dem bereits hohe Wellen auf den Strand von Sylt trafen.  © dpa/Carsten Rehder
Sturm - Orkan „Kyrill“ über Deutschland
Im Fischereihafen von Norden-Norddeich schlugen am 18. Januar 2007, rund vier Stunden vor dem Maximum der zu erwartenden schweren Sturmflut, bereits die ersten Wellen über die Pierkante. Bis in den Morgenstunden des Folgetags sollte das Orkantief noch im Norden wüten und Zerstörung mit sich bringen. © dpa/Ingo Wagner
Orkan "Kyrill" - Hochhausdach fällt auf Wohnhaus
Der Blick aus einem zerstörten Kinderzimmer in Barsinghausen zeigt: Das Orkantief „Kyrill“ hinterließ große Schäden in Niedersachsen. Mit einer Schadenssumme von 149 Millionen Euro verfehlte der Orkan dort nur knapp die Aufnahme in die Liste der weltweit zehn teuersten Naturkatastrophen der Gruppe. 47 Menschen starben durch „Kyrill“. © Jochen Lübke
Tornado auf Helgoland
Wenn Urlauber Helgolands an den 12. Juli 2010 zurückdenken, gefriert ihnen vermutlich das Blut in den Adern. An diesem fegte ein Tornado über die Düne der Nordseeinsel hinweg und richtete erhebliche Schäden an. Ursache für die Superzelle war das Tiefdruckgebiet „Norina“. © dpa/Uwe Nettelmann
Tornado fegt über Helgoländer Düne
Der Tornado, der am 12. Juli 2010 über die Helgoländer Düne hinwegfegte, sorgte vom Land aus für eindrucksstarke Bilder durch massive Wolkenformationen.  © dpa/Kay Martens
Tornados in Norddeutschland - Helgoland 2010
Der Tornado hinterließ auf Helgoland ein Trümmerfeld. Dieses Bild zeigt einen Campingplatz auf der Düne der Insel. Elf Menschen wurden verletzt. Auch kam es zu Schäden in Niedersachsen. Im ostfriesischen Hafen Leer richtete das Unwetter zum Beispiel Schäden von etwa einer Million Euro an. Zudem starben zwei Menschen.  © dpa/Andrea Auer
Sturmflut am Hafen in Neuharlingersiel (Niedersachsen)
Der Orkan „Xaver“ wütete vom 4. Dezember 2013 bis zum 10. Dezember 2013 im Norden Europas. Den Norden Deutschlands erwischte er am 6. Dezember 2013 mit voller Wucht. Die „Nikolausflut“ gehört zu den schwersten der letzten 100 Jahre. Dieses Foto zeigt die Stärke der Flut am Hafen von Neuharlingersiel in Niedersachsen.  © dpa/Ingo Wagner
Orkantief Xaver Hochwasser Bensersiel Niedersachsen
Das Hochwasser in den Mittagsstunden am 6. Dezember 2013 überflutete während des Sturmtiefs „Xaver“ den gesamten Campingplatz in Bensersiel, Niedersachsen. Auf den Inseln waren „erhebliche Dünenabbrüche zu verzeichnen“, teilte das niedersächsische Umweltministerium (NLWKN) mit. Insbesondere waren die Dünen am Hammersee auf Juist und die Zeltplatzdünen auf Spiekeroog sowie die Harlehörn-Düne auf Wangerooge betroffen. © dpa/Ingo Wagner
Orkan Xaver Lüneburg
Auch im Inland Niedersachsens kam es während des Orkantiefs „Xaver“ zu erheblichen Schäden. Auf eisglatter Fahrbahn wurde der Bus von einer Sturmböe erfasst, rutschte von der Straße und knallte in zwei Bäume. Der Gesamtschaden in Deutschland wurde auf 100 bis 200 Millionen Euro geschätzt. Präzise Wettervorhersagen und verbesserter Küstenschutz konnten großeren Summen vorbeugen. In Europa starben insgesamt 13 Menschen, davon in Deutschland eine Person.  © dpa/Polizei Lüneburg
Nach Sturmtief „Friederike“ - Niedersachsen
Das Sturmtief „Friederike“ erreichte am 18. Januar 2018 seinen Höhepunkt. Im Norden Deutschlands brachte der Orkan unter anderem starken Schneefall mit sich. Die Straßen waren deshalb spiegelglatt. So kam es zu einer Reihe an Unfällen. Besonders den Süden Niedersachsens erwischte es heftig. © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Nach Sturmtief „Friederike“ - Niedersachsen
Den Süden Niedersachsens erwischte der Orkan „Friederike“ heftig. Während in den flachen Regionen des Landes nur wenig Schäden verzeichnet wurden, sah die Lage in der Hauptstadt Hannover ganz anders aus. Wie auf dem Foto zu sehen ist, stürzten unter anderem Bäume in Häuser. © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Waldschäden nach Orkan Friederike
Die größten Schäden richtete „Friederike“ in den Wäldern von Niedersachsen an. Landesweit werde mit mehr als zwei Millionen Kubikmetern Sturmholz gerechnet, erklärte damals das Niedersächsische Umweltministerium. Insbesondere im Mittelgebirge wurden Wälder zerstört, wie zum Beispiel im Harz, Solling und dem Weserbergland. © dpa/Stefan Rampfel
Sturmtief Zeynep - Bensersiel
275431582.jpg © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Sturmtief Zeynep - Emden Niedersachsen
Ein Unimog der Hafenbehörde fährt am überschwemmten Kai im Hafen Emden in Niedersachsen vor der Fähre „Westfalen“. Es ist der 18. Februar 2022. An der Nordsee erreichen die Windböen des Orkantiefs „Zeynep“ stellenweise bei über 140 Kilometer pro Stunde. © dpa/Lars Klemmer
Stürme verursachen Schadholz im Privatwald
Mitte Februar zog nicht nur das Orkantief „Zeynep“ über Niedersachsen hinweg. Auch zwei weitere, „Ylenia“ und „Antonia“, sorgten für Unwetter und Sturm. Nach Schätzungen der Landwirtschaftskammer entstanden dabei gut eine Million Festmeter Schadholz. Das Orkantief „Zeynep“ forderte in Europa insgesamt 17 Todesopfer. Ein Mann starb bei Dacharbeiten an der Wurster Nordseeküste, Niedersachsen. In Ostfriesland wurden laut Feuerwehrverband ca. 1900 Feuerwehreinsätzen abgearbeitet. © dpa/Philipp Schulze

Laut DWD-Wetterbericht können zudem schwere Sturmböen von bis zu 95 Kilometern pro Stunde entstehen. Das entspricht Windstärke 10. Betroffen sind ausschließlich die südöstlichen Regionen Niedersachsens. Der Experte sagt, es könne eine Linie vom Wendland, rüber zu Hannover bis nach Paderborn gezogen werden. Die Küstenregion bleibt von dieser Unwetterfront verschont.

Gewitter und Schauer auch an der Nordseeküste – Unwetter aber unwahrscheinlich

Hier kann es lediglich zu weiteren Gewittern und Schauern kommen. Diese seien aber nicht „unwetterartig“. Aktuell besteht eine Warnung für die Nordseeküste, in der es heißt, dass während Gewittern unwetterartige Sturmböen der Windstärke acht auftreten können. „Das betrifft vor allem die Schifffahrt“, sagt Andreas Tscharpek. Ursache sei hier eine Kaltfront, die von der Nordsee aus kommt. Das sommerliche Wetter ist also vorerst passé. Norddeutsche sollten allerdings nicht verzagen, denn das Wetter soll im weiteren Verlauf des Septembers und Oktobers wieder richtig schön werden.

Auch in Hessen spitzt sich die Wetterlage heute zu. Es kann zu starken Gewittern kommen. In Bayern ist ab heute Nachmittag ebenfalls Schluss mit schönem Wetter. Ein schlagartiger Temperatursturz sorgt ebenfalls für Unwetter.

Rubriklistenbild: © IMAGO / localpic

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