VonNadja Orthschließen
Einsatzkräfte aus benachbarten Regionen und sogar Bayern reisten ins Emsland, um gegen Überschwemmungen zu kämpfen. Anwohner geben einen Einblick vor Ort.
Meppen – Überflutete Ortsteile, Evakuierungen, rastlose Einsatzkräfte: Die Hochwasserlage in Niedersachsen ist auch am Freitag, 29. Dezember, in vielen Regionen weiterhin kritisch. Einer der am meisten betroffenen Landkreise ist das Emsland. Dort mussten in der Nacht auf Freitag wegen Überschwemmungsgefahr rund 400 Einsatzkräfte in der Stadt Meppen anrücken und mobile Deiche errichten. Parallel bereitet sich die Feuerwehr auf eine mögliche Evakuierung des gefährdeten Stadtteils Esterfeld vor.
Überschwemmungen im Emsland: Anwohner zeigen Ausmaß des Hochwassers in Meppen
Einige Anwohner filmten das Ausmaß der Überschwemmungen am Donnerstag und veröffentlichten die Aufnahmen in den sozialen Medien. Auf einem Video auf Tiktok ist laut Angaben eines Bewohners eine Landstraße in Meppen zu sehen, die vollkommen überschwemmt ist. Bis das Auge reicht, schieben sich Wassermassen von einer Seite über die Fahrbahn auf die andere. Dort fließt das Wasser schließlich in einen See ab, wie es scheint. Um welchen Ortsteil es sich in Meppen genau handelt, teilt der Anwohner namens Detlef Paust nicht mit.
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Auf einem weiteren Video, das am Donnerstag, 28. Dezember, veröffentlicht wurde, ist eine Verkehrsbrücke zu sehen, die vermutlich über die Ems führt. Darunter sammelt sich großflächig das Wasser, es ist bereits weit übers Ufer hinausgetreten. Im Verlauf der einminütigen Aufnahme erscheinen Bäume, Wege und Straßen, die vom Hochwasser verschluckt wurden.
Wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, ist die Feuerwehr im Emsland auch am Freitagnachmittag weiterhin damit beschäftigt, zahlreiche Deiche mit Sandsäcken zu verstärken. Besonders viel Arbeit gibt es nach wie vor in Meppen. Dort seien zwar die Deichsicherungen im besonders gefährdeten Stadtteil Esterfeld abgeschlossen. Unterdessen stieg das Wasser jedoch auch in anderen Teilen der Stadt „so stark wie noch nie“ an, berichteten unter anderem Anwohner des Ortsteils Wendkerei der Zeitung.
Zur Unterstützung im Kampf gegen das Hochwasser reisten am Donnerstag nicht nur Hilfstrupps aus benachbarten Landkreisen an, sondern auch Feuerwehren aus dem Süden Deutschlands. So brachten zum Beispiel Einsatzkräfte aus Augsburg eine mobile Hochwasserschutzwand nach Meppen. Wie ein Augsburger Feuerwehr-Sprecher am Donnerstag mitteilte, sei die Wand rund einen Kilometer lang und könne innerhalb von zwei bis drei Stunden dort aufgestellt werden, wo sie benötigt werde.
Bäume und Straßen vom Hochwasser verschluckt: Die aktuelle Hochwasser-Lage im Emsland
Hintergrund für die angespannte Lage in Meppen ist ein Deich, der nach Angaben der Polizei Meppen am Donnerstag auf einer Länge von rund 350 Metern aufgeweicht ist. Eine Überschwemmungsgefahr bestehe aufgrund der Aufweichung der Deiche weiterhin, teilte die örtliche Verwaltung mit. Die Lage habe sich am Freitag jedoch stabilisiert. In vielen Gebieten in Niedersachsen drohen laut dem Deutschen Wetterdienst in nächsten Tagen jedoch Regen und Sturm. Das könnte die Lage wieder verschlimmern.
In sechs Landkreisen sowie der Stadt Oldenburg sei weiterhin ein sogenanntes außergewöhnliches Ereignis festgestellt worden. Dabei geht es laut Rohrberg um die Landkreise Celle, Oldenburg, Emsland, Osterholz, Verden mit Aller und Weser sowie den Heidekreis. In den Landkreisen Hildesheim und Northeim sei es hingegen mittlerweile aufgehoben worden. Durch das sogenannte außergewöhnliche Ereignis können Landkreise beispielsweise einfacher auf Hilfskräfte zugreifen. (nz mit dpa-Material)
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