Marissa Ferienpark beliebt

Urlaub in der Heimat boomt – vor allem im Harz, in Bremen und an der Nordsee

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Niedersachsen ist bei Urlaubern beliebt, besonders bei ausländischen Gästen. Dies belegen die Übernachtungszahlen fürs erste Halbjahr 2023.

Nienburg/W. – Die Mittelweser Touristik mit Sitz in Nienburg/Weser ist mit dem ersten Halbjahr 2023 sehr zufrieden. Die Übernachtungszahlen stiegen laut Pressemitteilung um 18,2 Prozent. Es wurden 569.839 Übernachtungen gezählt. In die Statistik flossen alle gewerblichen Betriebe ab zehn Betten sowie Camping mit ein. Damit liegt der Landkreis voll im aktuellen Niedersachsen-Trend – und steht sogar noch ein wenig besser als das Land als Ganzes dar.

In Niedersachsen liegt das Wachstum nämlich bei elf Prozent über dem Wert im ersten Halbjahr 2022, insgesamt seien von Januar bis Juni 6,9 Millionen Gäste im Land angekommen, die zu 20,3 Millionen Übernachtungen beigetragen haben. Besonders beliebt, so lassen sich die Zahlen lesen, ist Niedersachsen bei ausländischen Gästen. Sie haben 1,6 Millionen Übernachtungen im Land gebucht – ein Plus von 29,5 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum.

Die Mittelweser Touristik

Die Mittelweser Touristik (MWT) ist ein regionaler Tourismusverband für die gesamte Mittelweser-Region, die sich von Minden bis nach Bremen erstreckt. Die MWT ist aktiv im Landkreis Nienburg, sowie in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen und in der Gemeinde Weyhe aus dem Landkreis Diepholz. Dazu kommen die Stadt Achim, die Samtgemeinde Thedinghausen, der Flecken Langwedel und die Gemeinde Dörverden. Im Süden gehören die Stadt Petershagen und der Kreis Minden-Lübbecke in NRW zur Mittelweser Touristik.

Ein dickes Plus bei den Übernachtungszahlen hat der Landkreis Diepholz. Durch den neuen Marissa Ferienpark am Dümmer kamen 286.320 Urlauber (+ 19,8 Prozent). Prozentual noch stärker steht der Landkreis Verden da, mit 158. 137 Übernachtungen (+20,1 Prozent), schreibt die Mittelweser-Touristik.

Doch nicht nur in der Mittelweser sind die Tourismusbetriebe mit dem Jahresverlauf 2023 bis jetzt zufrieden. In der Lüneburger Heide und in Bremen wähnt man sich gar auf Rekordkurs, wie die Tourismusbehörden dort mitteilten. Auch Zahlen des Landesamtes für Statistik belegen die Belebung im Gastgewerbe.

Urlauber machen am Strand von Norderney gemeinsam Sport. Die Tourismusverbände konnten im Sommer viele Gäste begrüßen.

In der Lüneburger Heide sind die Tourismusbetriebe sehr zufrieden. „Wir sind wieder auf Rekordkurs. Nach dem All-Time-High in 2022 liegen wir per Ende Juni bei tollen plus sechs Prozent“, sagt der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, Ulrich von dem Bruch. Im Rekordjahr 2022 verzeichnete die Region erstmals sechs Millionen Übernachtungen.

Zwar seien die Sommerferien etwas verregnet gewesen, danach wurde es aber zunehmend besser. „Wir sind komplett ausgebucht. Als das Wetter gut wurde, kamen viele Last-Minute-Buchungen“, berichtet von dem Bruch. „Während der Heideblüte konnten wir beobachten, dass viel mehr junge Leute in der Heide unterwegs waren. Vor allem Paare.“ Die Blüte sei eine der schönsten der vergangenen Jahre gewesen.

Urlaub in der Heimat: Boom im Harz und an der Nordsee

Laut dem Landesamt für Statistik Niedersachsen gab es an der Nordseeküste im ersten Halbjahr 2023 ein Plus bei den Übernachtungen von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,4 Millionen. Die Lüneburger Heide zählte demnach ebenfalls mehr als drei Millionen und der Harz gut zwei Millionen Übernachtungen.

Auch der Tourismusverband im Harz zeigte sich daher zufrieden. Bundeslandübergreifend liegt die Urlaubsregion Harz mit 17,1 Prozent bei den Besuchern und 13,1 Prozent bei den Übernachtungen über dem Vorjahr, wie eine Sprecherin mitteilte. Hätte das Wetter mitgespielt, hätten die Werte noch höher ausfallen können, hieß es. Denn es gebe einen Trend zu spontaneren Buchungen.

„Die Gastronomie ist ein wichtiger Baustein im Angebot einer Tourismusregion, so auch im Harz“, betonte die Harz-Sprecherin mit Blick auf die Debatte um ein Ende des reduzierten Mehrwertsteuersatzes in der Gastronomie. Die Rückkehr zum alten, höheren Steuersatz würde die Situation der durch Corona und die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine gebeutelten Branche weiter verschärfen. Viele müssten bereits jetzt mit verkürzten Küchenzeiten, mehr Ruhetagen oder einschränkten Service- und Speiseangeboten arbeiten. „Das beeinflusst die Attraktivität der Gastronomie für den Gast insgesamt.“

Unterkünfte und Campingplätze hatten in Bremen, im Harz und an der Nordsee viel zu tun. Im ersten Halbjahr 2023 kamen mehr Urlauber nach Niedersachsen.

Die neue Tourismus-Agentur Nordsee (Tano) sieht den Tourismus an der Küste auf einem „stabilen Erholungskurs“ – die Zahlen von 2019 hätten jedoch noch nicht wieder erreicht werden können, hieß es. Zudem wies die Agentur darauf hin, dass der Tourismus im Vorjahreszeitraum, also im ersten Halbjahr 2022, teils noch von der Corona-Pandemie beeinflusst war. Die Zuwächse bei Gästeankünften und Übernachtungen führen die Küsten-Touristiker auch auf das gute Wetter im Frühjahr und eine Nachfrage, insbesondere nach Kurzurlauben an der Nordsee zurück.

Laut dem Landesamt für Statistik Niedersachsen stieg die Zahl der Übernachtungen über das ganze Bundesland gesehen zwischen Januar und Juni um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf über 20,3 Millionen. Die Gästeankünfte stiegen um 18,5 Prozent auf 6,9 Millionen.

Unsere bundesweite Werbekampagne wirkt.

Kristina Vogt, Bremer Wirtschaftssenatorin

Die Stadt Bremen verzeichnete für das erste Halbjahr 2023 einen Übernachtungsrekord. Mit rund einer Million Übernachtungen liege die Hansestadt 23,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und 1,4 Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2019, wie die Bremer Wirtschaftsförderung kürzlich bekannt gab. Über das gesamte Bundesland wurde ein Plus von 22,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 auf 1,3 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Das Plus bei Übernachtungen zeige, „dass sich der Bremen-Tourismus super erholt hat – und unsere bundesweite Werbekampagne wirkt“, sagte Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). Mit Material der dpa.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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