Wetter in Niedersachsen

Sturmwarnungen in Niedersachsen – Inseln wegen Wetter-Chaos nicht erreichbar

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    Fabian Raddatz
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Der Winter verabschiedet sich vorerst aus Niedersachsen: statt Frost und Schnee gibt es nun Sturm und Regen. Teilweise sind Inseln sogar nicht mehr erreichbar.

Update vom Mittwoch, 24. Januar, um 6:36 Uhr: Ein kräftiges Sturmtief, das sich von der Norwegischen See ostwärts bewegt, wird am Donnerstagmorgen das Baltikum erreichen und dabei auch Niedersachsen und Bremen erheblich beeinflussen. Ebenfalls wird auch Hamburg und Schleswig-Holstein durch das Tief durchgeschüttelt. Meteorologen warnen vor starken bis stürmischen Westwinden und sehr milder Luft, die in diesen Regionen für wechselhaftes Wetter sorgen werden.

Sturmtief zieht über Norddeutschland: Starke Böen und Tauwetter erwartet

Bereits am Mittwoch sind im Binnenland stürmische Böen oder sogar Sturmböen zu erwarten, mit Geschwindigkeiten von 65 bis 85 km/h (Bft 8 bis 9). Örtlich kann es sogar zu schweren Sturmböen um 95 km/h (Bft 10) kommen. An der Küste wird mit noch heftigeren Winden gerechnet, wo schwere Sturmböen bis zu 100 km/h (Bft 10) und teilweise orkanartige Böen um 110 km/h (Bft 11) auftreten können. Der Wind soll jedoch ab Mittwochabend nachlassen, wobei bis Donnerstagmorgen noch vereinzelt Wind- und stürmische Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 und 65 km/h (Bft 7 bis 8) aus westlicher bis nordwestlicher Richtung zu erwarten sind.

Der deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Warnung vor Sturmböen veröffentlicht (Symbolfoto)

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Harz, wo aufgrund der ansteigenden Temperaturen und einsetzendem Regen mit Tauwetter zu rechnen ist. Von Montagfrüh bis Mittwochvormittag könnten dort Abflussmengen zwischen 45 und 60 Litern pro Quadratmeter anfallen. Die Bevölkerung wird aufgefordert, Vorsicht walten zu lassen und die Wetterberichte aufmerksam zu verfolgen.

Sturm in Niedersachsen und Hamburg – Sturm sorgt für Störungen im Fährbetrieb

Update vom Dienstag, 23. Januar, 9:25 Uhr: Menschen, die sich derzeit auf Helgoland befinden, sind infolge des aktuellen Niedersachsen-Wetters auf der einzigen deutschen Hochsee-Insel gestrandet. Wer die Insel erreichen möchte, bekommt echte Schwierigkeiten. Der Grund: Seit Sonntag, 21. Januar, haben keine Fähren das Eiland in der Nordsee mehr angesteuert.

Wetter in Niedersachsen: Menschen wegen Sturm auf Hochsee-Insel gestrandet – Fährbetrieb eingestellt

Die Reederei Cassen Eils teilt auf ihrer Homepage mit, dass bis einschließlich Mittwoch, 24. Januar, keine Fährverbindungen zwischen Cuxhaven und Helgoland geplant sind. Zurück aufs Festland können Reisende per Fähre demnach erst wieder um 14 Uhr gelangen. Dann startet die Verbindung in Richtung Cuxhaven – rund vier Tage nach der bis dahin letzten Chance, die Insel zu verlassen.

Die Sturmflut an der Nordsee trifft am Dienstag auf das gesamte Küstengebiet und auf Hamburg.

Unterdessen gelten in Norddeutschland Sturmflut-Warnungen für alle Küstengebiete an der Nordsee sowie für Elbe und Weser. Am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag traf die Elbe in Hamburg am Fischmarkt bereits über die Ufer und setzte das Überflutungsgebiet dort unter Wasser.

Update vom Dienstag, 23. Januar, 7.30 Uhr: Sturm und Gewitter haben in Niedersachsen vielerorts die Nacht auf Dienstag bestimmt. Während der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die Nacht vor einer Sturmflut und Blitzen gewarnt hat, gilt am Dienstagvormittag für das Hamburger Elbegebiet und die ost- und nordfriesische Küste eine zweite Sturmflut-Warnung.

Sturmfluten sind an der Nordsee nichts Ungewöhnliches und verlaufen oft ohne größere Schäden. (Archivbild)

Der Hochwasser-Pegelstand an der ostfriesischen Küste werde voraussichtlich 1 bis 1,5 Meter höher und an der nordfriesischen Küste und im Weser- und Elbegebiet etwa 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser ausfallen. Das seien aber noch keine überaus dramatischen Werte, teilte eine Sprecherin des Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndiensts in Hamburg am Dienstagmorgen mit.

DWD warnt beim Niedersachsen-Wetter vor schweren Sturmböen – Unwetterwarnung für den Harz

Der DWD meldet für Dienstag, 23. Januar, vor allem stürmische Wetterverhältnisse. Ein Sturmtief könne an der Küste für Sturmböen mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde sorgen. In der Nacht zu Mittwoch seien an der Nordsee schwere Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde zu erwarten. Für den Harz, insbesondere um den Brocken, gebe es eine Unwetterwarnung, hieß es am Dienstagmorgen. Am Montag wurden auf dem Brocken Windgeschwindigkeiten mit bis zu 168 Kilometern pro Stunde gemessen.

Erstmeldung vom Montag, 22. Januar: Hannover – Tschüss Winter: Es hat sich vorerst ausgefröstelt, die kalte Jahreszeit legt eine Pause ein. Statt Frost und Schnee beherrschen Sturmböen und Regen das Wetterbild in Niedersachsen. Und das auf unbestimmte Zeit: „In den kommenden 7 bis 14 Tagen zeigen die aktuellen Wettertrends erstmal keine Rückkehr der winterlichen Wetterlage“, sagt auch Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net.

In Niedersachsen und dem Norden wird es stürmisch und regnerisch. Dazu kratzen die Temperaturen vielerorts an der 10-Grad-Marke, wie die Wetterkarte für Mittwoch, 24. Januar, zeigt (oben rechts).

Die starken Winde hätten den Winter in Deutschland buchstäblich weggeweht. So startet auch die neue Woche mit viel Regen und stürmischen Böen. Im Harz nahmen diese sogar Orkanstärke von zum Start der Woche bis zu 168 Kilometer pro Stunde an. Dazu haben steigende Temperaturen die Schneemassen der vergangenen Wochen aufgelöst. Es wird für diese Jahreszeit ungewöhnlich warm.

Temperatur-Anstieg und Regen: Deutscher Wetterdienst warnt vor schweren Sturmböen im Norden

Bereits in den frühen Morgenstunden des Montags, 22. Januar, seien im Westen und Südwesten von Deutschland bis zu zwölf Grad gemessen worden, ähnlich warm auch im Norden. „Der Schnee taut derzeit im ganzen Land rasant ab“, sagt Jung. Diese Woche werden kratzen die Temperaturen im Norden an der Zehn-Grad-Marke.

Doch die milden Temperaturen haben gefährliche Begleiterscheinungen: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in seinem aktuellen Gefahrenbericht vom Montagmorgen vor einer ausgewachsenen Sturmlage. Vor allem am Mittwoch, 24. Januar, soll es den Norden des Landes schwer treffen. In Niedersachsen drohen Orkanböen.

Sturm und Regen: Steigt die Hochwasser-Gefahr wieder?

Schwere Sturmböen von bis zu 102 Kilometern pro Stunde seien auch in tiefen Lagen möglich, warnt der DWD. An der Deutschen Bucht kann der Sturm orkanartig werden (bis zu 117 km/h).

Stürmisch und regnerisch soll es aber die ganze Woche bleiben.

Das hätte zu Folge, dass die Pegel von Bächen und Flüssen wieder rasch ansteigen würden, sagt Jung. Doch der Wetter-Experte beruhigt; es drohe kein größeres Hochwasser in Niedersachsen: „Trotzdem wird es regional zu Ausuferungen und leichten Überschwemmungen kommen.“

Auf Frost folgt mildes Wetter: Experte äußert sich über Winter-Rückkehr in Niedersachsen

Ob der Hochwinter in Niedersachsen nochmal wiederkommt? Wetter-Experte Jung: „Das kann gut möglich sein, aber jedenfalls nicht in den kommenden 10 bis 14 Tagen. Da ist es mild und da geht es mild weiter.“ Nach zwei kalten Phasen in diesem Winter 2023/24 sei die nächste milde Phase bei uns angekommen.

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Die Westwetterlage mache es sich in Deutschland mal wieder bequem. Ein Tief nach dem anderen ziehe über uns hinweg.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Andreas Friedrichs

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