VonMaximilian Gangschließen
Schon jetzt gehört der Baldeneysee zu den wichtigsten Besuchermagneten in Essen. Die Stadt hat „große Pläne“, um das Ausflugsziel attraktiver zu machen.
Essen – Der Baldeneysee gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Ruhrgebiet. Schon heute strömen mehrere Millionen Besucherinnen und Besucher pro Jahr zu dem Gewässer im Süden von Essen (NRW) – für einen Spaziergang, um Erholung zu tanken oder um einfach nur die Sonne zu genießen. Doch das Wahrzeichen der Ruhrgebietsstadt hat noch weitere, nicht ausgeschöpfte Potenziale, sind die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker vor Ort überzeugt. In den kommenden Monaten und Jahren soll sich einiges rund um den Naherholungsort verändern. Was dort konkret geplant ist.
Essener Baldeneysee soll sich vor dem 100. Jubiläum stark verändern
„Bevor im Jahr 2033 der 100. Geburtstag ansteht, wird sich rund um den schönsten See des Ruhrgebiets einiges tun“, schreibt die Essener Ratsmehrheit aus CDU und Grüne in einer gemeinsamen Mitteilung. Erst im August 2023 veranstaltete die Stadt zu Ehren des 90. Jubiläums des Baldeneysees ein großes See- und Lichterfest. Ein erarbeitetes Entwicklungskonzept sieht jetzt vor, die Beliebtheit des Gewässers als „Erlebnisraum“ weiter zu steigern. Besucherströme sollen entzerrt werden, um Massenanläufe, wie es sie beispielsweise an Feiertagen oder Wochenenden gibt, zu vermeiden.
Neubau der Tribüne an der Regattastrecke am Baldeneysee in Essen
Um die Besucherströme zu entzerren, soll neben der Uferpromenade und dem Wanderweg Baldeneysteig noch eine „dritte Reihe mit interessanten Orten“ geschaffen werden, wird Fabian Schrumpf, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Essener CDU-Ratsfraktion, in der Mitteilung zitiert. Die Orte sollen im Rahmen der Umbaumaßnahmen in das bestehende Netz des Baldeneysees integriert werden. Die Gesamtkosten gehen in die Millionen. Einzelne Projekte unterliegen deshalb einem „Finanzierungsvorbehalt“. Bei einigen der Vorhaben gilt es auch noch wichtige Fragen zu klären, bevor der Hammer geschwungen werden kann.
Ein bereits sehr weit fortgeschrittenes Projekte ist der Neubau der Tribüne an der Regattastrecke. Das Bauwerk sei „in die Jahre gekommen“, heißt es in dem Konzept. Der knapp zwölf Millionen Euro teure Neubau soll bis März 2026 stehen, der Baubeginn ist für Juli 2024 geplant. Zudem soll das Regattahaus neu gestaltet und ein Olympiastützpunkt integriert werden. Auch den Neubau eines Parkdecks oder alternativ einer Parkpalette haben die Verantwortlichen als Ziel ausgeschrieben. Frühestens nach Fertigstellung des Tribünenneubaus soll mit einer Umgestaltung der circa 700 Meter langen Regattapromenade begonnen werden.
Wasserburg am See soll zur IGA 2027 touristisch weiterentwickelt werden
Auch das Haus Scheppen am Südufer des Baldeneysees soll sich stark verändern. Im Zuge der Vorbereitungen auf die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 in der Metropole Ruhr will man die Wasserburg touristisch weiterentwickeln und umgestalten. Wie diese Umgestaltung der Wasserburg in Essen-Fischlaken konkret aussehen soll, ist derzeit noch unklar. Klar ist aber: Die anliegenden Gastronomiebetriebe sowie die Betreiber der Hespertalbahn und des Campingplatzes wollen die Verantwortlichen in die Planungen miteinbeziehen. Als Baubeginn wurde 2025 oder 2026 angesetzt.
Ein zentraler Bestandteil der Runde um den Baldeneysee ist das Stauwehr. Derzeit können Besucher das Wehr als Fußgänger lediglich über eine Treppenanlage, und als Radfahrer über Rampensteine überqueren. „Es gibt keine Rampen oder Aufzüge, die das Überqueren des Wehrs auch für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen barrierefrei ermöglichen.“ Um das Problem zu lösen, ziehen die Verantwortlichen zwei Varianten in Betracht: Entweder zwei Rampen mit einer geringeren Neigung, damit sie auch mit einem Rollstuhl überquerbar sind, oder Aufzüge auf beiden Seiten. Eine Entscheidung steht derzeit noch aus.
Verbesserung der ÖPNV-Anbindung an den Baldeneysee geplant
Auch der ÖPNV soll durch einen Ausbau des Bushalts Heisingen gestärkt werden. Geplant sind zusätzliche Haltestellen bzw. Abstellflächen für Busse, mehr Parkplätze und eine Mobilstation mit Bike- und Car-Sharing-Angeboten. Eine an der Haltestelle angrenzende Grünfläche soll für die Erweiterung der Buswendeanlage genutzt werden. Damit wollen die Verantwortlichen einer höheren Taktung der Linie 145 gerecht werden. Durch den Ausbau der Ankunftsstelle am Baldeneysee soll der Besucherstrom weiter entzerrt werden. Den S-Bahnhof in Kupferdreh wollen die Verantwortlichen durch eine Achse mit dem See verbinden.
Außerdem wollen die Verantwortlichen die Spazier- und Wanderwege rund um den See besser kennzeichnen. Dabei nehmen sie insbesondere siedlungsnahe und intensiv genutzte Abschnitte in den Fokus. „Das erhöht die Sicherheit und abendliche Nutzungsdauer vor allem in den Herbst- und Wintermonaten“, so der CDU-Fraktionschef Schrumpf. Die Beleuchtungen sollen dabei „insektenfreundlich“ gestaltet werden, wie Martin Zietan, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, ergänzt. Seiner Partei sei wichtig, dass die Freizeit- und Sportnutzung im Einklang mit dem Naturschutz steht.
„Unser Baldeneysee ist eines der Wahrzeichen unserer Stadt. Er dient der Naherholung, dem Sport und dem Tourismus“, heißt es seitens Schrumpf in der Mitteilung. „In seinen vielen Facetten ist er ein wahrer Besuchermagnet und soll das selbstverständlich auch bleiben und bei der Weiterentwicklung seinen Charakter behalten.“ (mg)
Rubriklistenbild: © Michael Gohl/Funke Foto Services/Imago



