Ausflüge in die Natur

Schöne Orte im Ruhrgebiet, die ideal für den nächsten Spaziergang sind

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Spazieren gehen ist für viele eine regelmäßige Freizeitbeschäftigung. Wir stellen fünf schöne Spazierrouten im Ruhrgebiet vor.

Hamm – Dem stressigen Alltag entfliehen und die Ruhe der Natur genießen. Das machen auch in NRW viele Menschen regelmäßig mit ausgiebigen Spaziergängen. Das ist aber nicht nur in beliebten Ausflugsregionen, wie dem Sauerland oder der Eifel möglich, sondern auch im Ruhrgebiet. Im Ruhrgebiet gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die sich als Ausflugsziele anbieten.

Denn wenngleich man das Ruhrgebiet zunächst mit urbanen Großstädten wie Essen, Duisburg oder Dortmund assoziiert, bietet die Region auch spannende Naturlandschaften. Diese fünf Routen eignen sich besonders für einen Spaziergang.

Fast wie in den Alpen – die Elfringhauser Schweiz

Die weiten Wanderwege in der Elfringhauser Schweiz bieten Aussichten auf die umliegende Landschaft.

Direkt zwischen Ruhrgebiet und Bergischem Land, zu Fuße der Hattinger Altstadt, liegt das Naherholungsgebiet Elfringhauser Schweiz. In der Region bieten sich zahlreiche Wanderwege zu ausgiebigen Spaziergängen an.

Elfringhauser Schweiz – So kommt man hin

Mit dem Auto: Über die A43 am Kreuz Wuppertal-Nord auf die A46, von der man an der Ausfahrt Wuppertal-Oberbarmen abfährt. Nun muss man der Beschilderung Richtung Wuppertal sowie der Elfringhauser Schweiz folgen.

Mit dem ÖPNV: Von Hattingen aus erreicht man die Elfringhauser Schweiz mit den Buslinien 331 und 332. Aber auch von Wuppertal ist eine Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Dabei muss man ab dem „Bahnhof Wuppertal Barmen“ auch die Buslinie 332 nehmen oder ab „Wuppertal Birkenhof“ die Buslinie 583.

Wer die bisweilen sehr steile Hügellandschaft erkundet, wird mit Aussichten auf die umliegende Landschaft belohnt. Eine der Rundwege führt beispielsweise durch das Felderbachtal und um den Immelberg bei Velbert-Langenberg.

Was?Elfringhauser Schweiz
Wo?Südlich von Hattingen
Besonders sehenswertErlebnisbauernhof Bergerhof

Dieser startet am Parkplatz „Rothenhaus“ in Elfringhausen und dauert ungefähr zwei bis drei Stunden. Während der Strecke kommt man auch am Erlebnisbauernhof Bergerhof vorbei, der bereits 1482 urkundlich erwähnt wurde. An diesem beliebten Ausflugsziel gibt es unter anderem Ziegen, Esel, Ponys, Pferde sowie Gänse. Zusätzlich kann man dort kleine Speisen bekommen – und im Sommer sogar selbst Erdbeeren pflücken.

Mit Blick auf den Baldeneysee – der Schellenberger Wald

Der Baldeneysee ist ein beliebtes Ausflugsziel im Ruhrgebiet.

Der Baldeneysee in Essen, 1931 als Wasserreservoir und zur Klärung des Ruhrwassers aufgestaut, ist heute ein Erholungsgebiet von überregionalem Rang und längst kein Geheimtipp mehr. Wer einen Blick von oben auf den See werfen möchte, kann dies bei einem Spaziergang durch den Schellenberger Wald, südlich der Essener Innenstadt tun. Startpunkt ist die Villa Hügel, die über dem Baldeneysee thront.

Was?Schellenberger Wald
Wo? Südlich von Essen
Besonders sehenswertBaldeneysee, Villa Hügel, Korte Klippe Schöne Aussicht

Ein Spaziergang am Baldeneysee entlang führt schließlich hinauf zur Aussichtsplattform „Hermanns Blick“, zur Burgruine Isenburg und zur Aussichtsplattform „Korte Klippe Schöne Aussicht“, die einen Panoramablick auf den See bietet. Wer besonders sportlich unterwegs ist, kann den Baldeneysee auf 14,7 Kilometern auch komplett umrunden oder einen Abstecher zum Schloss Schellenberg machen.

Schellenberger Wald – So kommt man hin

Mit dem Auto: Über die A52-Abfahrt 27 „Essen-Haarzopf“ oder Abfahrt 28 „Essen-Rüttenscheid“, dann der Beschilderung „Villa Hügel“ folgen. Auf dem Gelände der Villa gibt es Parkplätze. Alternativ gibt es unten am Baldeneysee selbst einige Parkmöglichkeiten. Wer seinen Spaziergang direkt im Schellenberger Wald beginnen möchte, der kann auch weiter oben nahe dem Jagdhaus Schellenberg parken.

Mit dem ÖPNV: Vom Essener Hauptbahnhof mit der S6 Richtung „Köln Worringen“ bis zur Haltestelle „Essen-Hügel“. Alternativ kann man mit den Straßenbahnlinien 107 oder 108 bis „Frankenstraße“ fahren und von dort die Bus-Linie 194 bis zur Haltestelle „Zur Villa Hügel“ nehmen. Wer weiter oben, direkt im Wald, starten möchte, kann mit der Bus-Linie 145 oder 175 Richtung „Essen Heisingen Kirche“ fahren und bei der Station „Schwarze Lene“ oder „Essen Schöne Aussicht“ aussteigen.

Der Rundwanderweg durch den Schellenberger Wald ist hingegen noch ein bisschen anspruchsvoller: Die als „mittelschwer“ ausgewiesene Wanderroute ist circa zehn Kilometer lang und dauert gut drei Stunden.

Skandinavisches Flair – die Kirchheller Heide

In der Kirchheller Heide liegen einige Seen, die durch den Bergbau entstanden sind.

Zwischen den drei Städten Bottrop, Oberhausen und Dinslaken liegt die Kirchheller Heide: Eine grüne Landschaft voller Wälder, Heiden- und Moorlandschaften sowie zahlreichen Seen. Sie gehört zum Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland, in dem es nordwestlich von Bottrop auf circa 100 Kilometern etliche Rad- und Wanderwege gibt. Einen guten Überblick über die Kichheller Heide hat man von der nahen Halde Haniel, der höchsten ständig begehbaren Bergehalde im Ruhrgebiet.

Was?Kirchheller Heide
Wo?Zwischen Bottrop, Oberhausen und Dienslaken
Besonders sehenswertHeidhofsee, Heidsee, Elsbachsee/Pfingstsee

Besonders schön zum Spazierengehen ist die Kirchheller Heide aufgrund ihrer zahlreichen Seen. Der Heidhofsee, der Heidsee und der Elsbachsee, auch Pfingstsee genannt, sind gute Ausgangspunkte oder Rastmöglichkeiten für einen Spaziergang durch die Heide-Landschaft. Die Seen sind erst durch den Steinkohleabbau entstanden.

Kirchheller Heide – So kommt man hin

Mit dem Auto: Ein guter Ausgangspunkt für einen Spaziergang ist der Wanderparkplatz Heidesee in Bottrop-Kirchhellen. Den erreicht man über die A2. Bei der Ausfahrt 2 Oberhausen-Königshardt abfahren, dann der Fernewaldstraße und Kirchhellener Straße, dann auf die Straße „Am Schleitkamp“ fahren. Alternativ kann man die Parkplätze „Halde Haniel“, „Nähe Grafenmühle“ oder „Kletterpoth/Heidhofsee“ ansteuern.

Mit dem ÖPNV: Vom Bottroper Hauptbahnhof nimmt man die Bus-Linie 261 Richtung „Eigen Markt“ bis „ZOB Berliner Platz“. Dort steigt man in den Bus 251 Richtung „Grafenw. Kirche“ bis zur Endstation. Von dort sind es 30 Minuten zu Fuß zum Heidesee.

Eine zwölf Kilometer lange Rundwanderung führt vorbei am Heidesee und Pfingstsee zum Heidhof. Das wald- und umweltpädagogische Zentrum für Kinder bietet Besucherinnen und Besuchern einen Kiosk mit Eis, Kuchen, Getränken und einigen kleinen warmen Gerichten.

Auf den Spuren von Karl dem Großen – Ruhrsteilhänge Hohensyburg

An den Burgruinen der Hohensyburg in Dortmund kann man eine Zeitreise zurück ins Mittelalter machen.

Wer nördlich von Dortmund spazieren gehen möchte, der kann dies beispielsweise rund um den Hengsteysee tun. Parkt man an der Ruhrbrücke, bietet sich ein Rundgang durch den Park der Hohensyburg an. Ein Spaziergang durch das Naturschutzgebiet „Ruhrsteilhänge Hohensyburg“ führt Besucherinnen und Besucher zur Ruine der Hohensyburg, deren Ursprünge auf eine sächsische Wallburg zurückgehen.

Was?Ruhrsteilhänge Hohensyburg
Wo?südlich von Dortmund
Besonders sehenswertHohensyburg, Hengsteysee

Im Jahr 775 soll Karl der Große die Burg erobert und sie fortan selbst als Verteidigungsanlage genutzt haben. Auf dem Weg zur Hohensyburg kann man zudem ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal und den Vincke-Turm besichtigen.

Hohensyburg – So kommt man hin

Mit dem Auto: Auf der A45 die Abfahrt Dortmund-Süd (8) nehmen, dann auf die B54 Richtung Herdecke/Do-Hohensyburg fahren. Anschließend Richtung Ruhrwaldstraße fahren, dann links abbiegen auf die Hohensyburgstraße, dann halb rechts auf die Syburger Kirchstraße bis zur Hohensyburgstraße.

Mit dem ÖPNV: von Dortmund Hbf die U-Bahn U41 bis Haltestelle „Dortmund Hörde Bahnhof“ nehmen, dann die Buslinie 432 bis zur Haltestelle „Dortmund Syburg“, von dort sind es circa sieben Minuten Fußweg.

Von der Aussichtsterrasse des Denkmals haben Besucherinnen und Besucher einen weiten Blick auf das Ruhrtal, die Mündung der Lenne in die Ruhr und den Hengsteysee. Und die Aussicht reicht, gutes Wetter vorausgesetzt, noch weiter: bis auf die Berge des nordwestlichen Sauerlandes. Vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal und vom Vincke-Turm bieten sich ebenso gute Aussichten.

Auf dem angrenzenden „Syburger Bergbauweg“ oberhalb der Burgruine können Interessierte neben der Natur auch Informationen über die Bergbaugeschichte im Ruhrgebiet aufsaugen.

Naherholung mit stetem Blick aufs Wasser – Die Sechs-Seen-Platte  

Die Sechs-Seen-Platte ist ein beliebtes Naherholungsgebiet im Duisburger Süden.

Südlich von Duisburg schließen sich der Wambachsee, der Masurensee, der Böllertsee, der Wolfssee, der Wildförstersee und Haubachsee zur Sechs-Seen-Platte zusammen.

Was?Sechs-Seen-Platte
Wo? Südlich von Duisburg
Besonders sehenswertAussichtsplattform Wolfsberg

Auf einem gut ausgebauten Wegenetz von etwa 25 Kilometern lassen sich die Seen durch die umliegenden Wälder umrunden. An einigen Stellen bieten sich Gelegenheiten zum Baden, Grillen oder Angeln.

Die Sechs Seenplatte – So kommt man hin

Mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 15 Duisburg-Wedau fahren. Aus Richtung Duisburg links abbiegen auf die Bissingheimer Straße, aus Richtung Düsseldorf zweimal links. Nach ca. 750 Metern am Bahnhof Wedau rechts abbiegen auf die Wedauer Brücke. Je nach Parkplatz geht es nun unterschiedlich weiter. Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Parkplatz Kalkweg (Freibad), dem Parkplatz Großenbaumer Allee, dem Parkplatz Wolfssee oder auf dem Parkplatz Masurenallee (Ostufer / Wolfsbergturm).

Mit dem ÖPNV: Von Duisburg Hbf mit dem Bus der Linie 934 Richtung Wolfssee bis zur Endstation. Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde. Alternativ kann man vom Duisburg Hbf mit der S-Bahn S1 Richtung Düsseldorf / Solingen bis „Buchholz“ fahren und dann zu Fuß weiter gehen. Der Fußweg beträgt etwa 850 Meter (bis Wambachsee)

Zwischen Wolfssee und dem Naturschutzgebiet Haubachsee befindet sich der Wolfsberg, der bei einem Spaziergang bestiegen werden kann. Ein entsprechender Aussichtsturm bietet in 22 Metern Höhe eine gute Aussicht über Duisburg. Darüber hinaus hat das Ruhrgebiet auch weitere schöne Orte in der Natur zu bieten, die einen Besuch wert sind. Außerdem bieten sich auch einige Wanderungen im Ruhrgebiet an. (mira)

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