Bauern-Protest im MK: Hunderte Trecker legen Verkehr in Lüdenscheid lahm
VonJan Schmitz
schließen
Bauern aus dem MK, die zum Protest anrollen, wollten Lüdenscheid lahmlegen. Das ist ihnen gelungen - allerdings nur vorübergehend. Der Live-Ticker.
Lüdenscheid - Seit zwei Jahren besteht Lüdenscheid gefühlt nur noch aus Stau - seit die A45 gesperrt ist. Für Montag hatten sich die Landwirte im Märkischen Kreis ausgerechnet die staugeplagte Kreisstadt als Ziel ihrer Sternfahrt ausgesucht. In der Tat kam der Verkehr zwischenzeitlich zum Erliegen, im Großen und Ganzen hielten sich die Einschränkungen aber in Grenzen. Hier ist unser Ticker zum Nachlesen:
15.27 Uhr: Die Polizei im Märkischen Kreis schreibt: „Die Aufzüge und Kundgebungen in Menden sowie Lüdenscheid sind seit ca. 13 Uhr (Lüdenscheid) und 14 Uhr (Menden) beendet. Insgesamt nahmen rund 500 Fahrzeuge (470 Lüdenscheid und 30 in Menden) an den Kundgebungen an der Hohe Steinert sowie auf dem Rathausplatz in Menden teil. Die Versammlungen liefen durchweg störungsfrei. Es kam zu keinerlei strafbaren Handlungen oder weitergehenden polizeilichen Maßnahmen. Die im Vorfeld kommunizierten Routen wurden befahren. Auch während der Abreise kam es zu keinen Störungen.“
Bauernprotest legt Lüdenscheid lahm, Kundgebung an der Hohen Steinert
14.10 Uhr: Volker Mürmann zieht für die Polizei eine positive Bilanz: „Es war eine sehr disziplinierte Vorgehensweise, sowohl von den Einsatzkräften als auch von den Teilnehmern. Da kann man sich überhaupt nicht beschweren. Wir haben beim Verkehr an den Knotenpunkten sicherlich hier und da 30 Minuten Verzug gehabt für den Individualverkehr. Das ist aber hinzunehmen, das ist über Artikel 8 des Grundgesetzes gewährleistet.“
13.45 Uhr: Der Schützenplatz Hohe Steinert ist wieder leer: In Zehner-Gruppen sind die Traktoren wieder in den normalen Verkehr zurückgeführt worden. Nun läuft die Rückfahrt zu den Ausgangspunkten.
13 Uhr: Die Kundgebung in Lüdenscheid ist beendet. Die Abreise der einzelnen Fahrzeuge erfolgt nun sukzessive, teilt die Polizei mit. Im Zuge der Abreise werde es nochmal voll auf den Straßen rund um Lüdenscheid.
12.53 Uhr: Auf der Kundgebung auf der Hohen Steinert in Lüdenscheid hat der Vorstand des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes MK unter dem Vorsitz von Uli Brinckmann gesprochen. Unter den Zuhörern befanden sich neben dem heimischen Landtagsabgeordneten Ralf Schwarzkopf (CDU) auch die Bürgermeister Jörg Schönenberg aus Schalksmühle, Uwe Kober aus Altena sowie Bürgermeisterin Birgit Tupat aus Nachrodt-Wiblingwerde. Landrat Marco Voge (CDU) hatte zudem Brinckmann ganz frisch die Nachricht mitgebracht, dass es keinen Nationalpark Ebbegebirge geben werde, weil es schwierig sei, die dafür benötigten 8000 Hektar Land zusammenzubekommen. Bisher käme man nur auf 6000 Hektar. Das sei eine gute Nachricht für die Landwirte, die dadurch keine Flächen abgeben müssen. Inhaltlich verlieh Uli Brinkmann den Forderungen der Landwirte Nachdruck: „Es reicht einfach, die Aussagen aus Berlin sind für uns nur schwer zu ertragen“, stellte Brinckmann auf der Bühne fest, „bei den Landwirten soll eine Milliarde vom fehlenden Geld eingespart werden, aber wir sind mit 240.000 Landwirten im Land als Gruppe zu klein, um das schaffen zu können. Das macht uns mürbe und sauer.“
Auf der Kundgebung auf der Hohen Steinert in Lüdenscheid hat der Vorstand des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes MK unter dem Vorsitz von Uli Brinckmann gesprochen.
Ausdrücklich lobte Brinckmann die Kommunikation mit den Politikern in der Region. „Die geben uns alle zur Antwort, dass sie das so nicht gemacht hätten“, stellte Brinkmann fest, „aber die Politik in der Berliner Blase hat‘s so beschlossen. Das ist die Politik, die hier schlecht ankommt. Und deshalb gehen wir auf die Straße. Auch wenn in den vergangenen Tagen immer wieder anderes behauptet worden ist: Das vergangene Jahr war ein schwieriges Jahr. Ich weiß nicht, wie da einige Wissenschaftler und Politiker zu ihren Aussagen kommen. Fakt ist, dass in unseren Taschen dieses Geld fehlt.“
11.53 Uhr: Nach Angaben der Veranstalter sind inzwischen 400 Traktoren und etwa 100 weitere Fahrzeuge an der Hohen Steinert eingetroffen. Dort soll gegen 12.15 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden. Allein aus Halver, Kierspe und Meinerzhagen waren schätzungsweise 220 Fahrzeuge dabei. Unterdessen haben erste Teilnehmer der eigens angemeldeten Demonstration der Handwerker den Festplatz an der Hohen Steinert in Lüdenscheid wieder verlassen.
11.28 Uhr: Die Polizei meldet, dass inzwischen alle Trecker-Korsos in Lüdenscheid angekommen sind. Dort haben sich inzwischen mehrere hundert Demonstrationsteilnehmer an ihren Fahrzeugen versammelt. Neben Landwirten befinden sich unter den Demonstranten auch Handwerker und Spediteure aus dem gesamten Märkischen Kreis. In Kürze soll die Abschlusskundgebung stattfinden, heißt es von der Polizei.
11.12 Uhr: Aus Schalksmühle haben sich Landwirte mit etwa 30 Treckern auf den kurzen Weg nach Lüdenscheid gemacht. Dem Protestzug schlossen sich zudem zehn Handwerksbetriebe aus dem Schalksmühler Höhengebiet an. Soeben treffen die Landwirte, Spediteure und Handwerker aus Meinerzhagen und Kierspe an der Hohen Steinert ein. Auf einem Lkw-Anhänger wird dort eine provisorische Bühne hergerichtet, die für die folgende Kundgebung genutzt werden soll.
11.09 Uhr: Die Treckerkolonne hat Altena unspektakulär durchfahren. Die Fahrzeuge kamen von Neuenrade über den Kohlberg nach Dahle auf Altenaer Stadtgebiet. Unter Polizeibegleitung fuhren die Schlepper und zwei Fahrzeuge eines Werdohler Transportunternehmens durch die Nette, über die Fritz-Berg-Brücke auf die Lüdenscheider Straße und durch die Rahmede zur Kundgebung nach Lüdenscheid. Die Verkehrsbehinderungen hielten sich in Grenzen, der Stau hinter der Kolonne war nicht der Rede wert.
11.02 Uhr: Auch in Menden ist ein Trecker-Korso unterwegs. Ziel ist hier aber nicht Lüdenscheid, sondern der Rathausplatz in Menden, wie die Polizei auf X (vormals Twitter) mitteilt. Laut Polizei MK verlaufen alle „Aufzüge bislang störungsfrei“. Noch immer komme es aber zu Einschränkungen im Verkehr im Kreisgebiet.
10.52 Uhr: Der Festplatz an der Hohen Steinert ist voll, aber noch immer sind nicht alle Teilnehmer der Sternfahrt in Lüdenscheid eingetroffen. Laut Polizei ist zuletzt die Delegation aus Iserlohn auf den Festplatz gefahren. Noch unterwegs sind die Landwirte aus Balve und Neuenrade-Küntrop, die die Strecke über Altena genommen haben. Sie haben inzwischen die Fritz-Berg-Brücke passiert und sind im Rahmedetal unterwegs. Sie sollen in wenigen Minuten die A45-Umleitung im Grund erreichen. Dort werden sie vorübergehend den Verkehr zum Erliegen bringen. Auch die Landwirte aus Meinerzhagen und Kierspe sind noch unterwegs, derzeit auf der B54, wo es aktuell immer noch zu Verkehrsbehinderungen kommt.
10.48 Uhr: Aktuell kommt es auf der B54 in Lüdenscheid-Brügge zu erheblichen Verkehrsbehinderungen durch die Trecker-Demo. Insbesondere im Bereich Abzweig Talstraße müssen Verkehrsteilnehmer bis zu 15 Minuten mehr einplanen. Der Stau auf der A45-Umleitung hat sich dagegen wieder aufgelöst. Abgesehen von der B54 läuft der Verkehr in Lüdenscheid derzeit ohne größere Einschränkungen.
10.31 Uhr: Die mehr als 200 Fahrzeuge lange Trecker-Kolonne hat auf dem Weg zur Hohen Steinert den Verkehr auf der Heedfelder Straße vorübergehend ausgebremst. Inzwischen haben die Landwirte den Festplatz erreicht. Dort wird es jetzt bereits eng. Die Polizei „sortiert“ die Fahrzeuge, damit Rettungswege freibleiben. Und noch sind längst nicht alle da. Soeben ist auch der Konvoi aus Herscheid in Lüdenscheid eingetroffen.
9.53 Uhr: Die Märkische Verkehrsgesellschaft informiert auf ihrer Notfall-Homepage: „Durch die Treckerdemo kommt es im gesamten Verkehrsgebiet der MVG zu massiven Verspätungen und Ausfällen“.
9.45 Uhr: Auf dem Festplatz an der Hohen Steinert können sich die Demonstrationsteilnehmer erst einmal stärken. Gulaschsuppe, Würstchen und heißer Kaffee finden bei Minustemperaturen guten Absatz. Die Polizei sorgt dafür, dass sich der Platz geordnet füllt. Noch sind hier die Demonstrierenden der Handwerker-Kundgebung unter sich. Trecker sind hier noch nicht eingetroffen. Unterdessen hat sich auf der A45-Umleitung Im Grund ein Stau gebildet. Insgesamt 60 Minuten Wartezeit müssen die Verkehrsteilnehmer hier in Kauf nehmen.
9.33 Uhr: Die Polizei gibt um 9.30 Uhr auf Anfrage einen kurzen Zwischenstand. Derzeit gibt es noch im gesamten Märkischen Kreis Verkehrsbehinderungen durch die Trecker-Korsos. Der Treck, der sich aus Iserlohn aufgemacht hat, hat inzwischen Nachrodt-Wiblingwerde passiert. In Meinerzhagen sind etwa 60 Fahrzeuge auf dem Weg zunächst nach Kierspe.
An der Friedrich-Ebert-Straße schließen sie sich mit den Kiersper Landwirten zusammen, um dann nach Lüdenscheid zu fahren. Auch aus dem Osten ist ein polizeibegleiteter Konvoi unterwegs. Er hat Neuenrade passiert. An der Hohen Steinert sind nach Polizeiangaben inzwischen mehr als 150 Trecker und andere Fahrzeuge eingetroffen. Hunderte weitere werden aus dem gesamten Kreisgebiet erwartet. Nach der zentralen Kundgebung, die am Mittag/Nachmittag stattfinden wird, machen sich die Landwirte wieder in Kolonne zurück auf den Heimweg. Auch hier ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
9.28 Uhr: Mindestens so frostig wie die Temperaturen war am Montagmorgen die Stimmung bei den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Balve-Neuenrade, die sich an der Schützenhalle in Balve-Beckum trafen, um sich an den Bauern-Protesten zu beteiligen. Pünktlich um 8.30 Uhr setzte sich hier der Konvoi, bestehend aus etwa 15 Traktoren und mehreren Polizeifahrzeugen, in Bewegung. Das Ziel ist natürlich auch hier die Hohe Steinert in Lüdenscheid. Über Neuenrade und Altena, wo sich jeweils viele weitere heimische Landwirte dem Zug anschließend werden, geht es in die Bergstadt. Ankunft soll gegen 12 Uhr sein.
Der Trecker sorgen für massive Verkehrsbehinderungen, da sie sehr langsam unterwegs sind. Reinhard Linsmann, Vorsitzender des Ortsverbandes, zeigte sich erfreut, dass sich vor allem viele junge Landwirte an der Aktion beteiligen: „Sie sind unsere Zukunft, für sie gehen wir auf die Straße.“ Die Stimmung unter den Teilnehmern war verärgert, aber absolut friedlich. Vorstandsmitglied Hubert Sauer sagte, die durch die Politik angekündigten Maßnahmen hätten das Fass zum Überlaufen gebracht. Nun müsse etwas passieren. Sauer betonte allerdings auch ausdrücklich, dass die Landwirte gesprächsbereit seien.
9.20 Uhr: Aus Halver wird von der L528 in Fahrtrichtung Kierspe infolge der Bauern-Proteste Stau gemeldet. Rund 10 Minuten mehr Zeit müssen Verkehrsteilnehmer dort einkalkulieren. Auch in Halver sind die Trecker nun gestartet. Erwartete Ankunftszeit an der Hohen Steinert in Lüdenscheid: Nach 10 Uhr. An der Hohen Steinert sind inzwischen die ersten Trecker eingetroffen. Die Polizei spricht von 150 Treckern. Hier soll später die zentrale Kundgebung stattfinden. Ob alle Fahrzeuge auf den Platz passen?
9.02 Uhr: Auch in Meinerzhagen, Kierspe und Halver haben sich Landwirte mit ihren Treckern versammelt, um in Kürze in Richtung Lüdenscheid aufzubrechen. Auch hier schließen sich Handwerker dem Protest der Landwirte an. In Meinerzhagen werden rund 60 Fahrzeuge gegen 9.15 Uhr aufbrechen, zunächst nach Kierspe. In der Folge kann es auch auf der B54 zu Verkehrsbehinderungen kommen.
8.43 Uhr: Mit vielen Plakaten machen die Demonstranten ihrem Unmut mit der Bundesregierung Luft. Darunter sind bei der von den Handwerkern angemeldeten Demonstration aber auch Plakate für den Erhalt des Bargelds, die Fragen aufwerfen, ob die Demo auch von Verschwörungsanhängern genutzt wird. Polizeisprecher Lorenz Schlotmann sieht dafür jedoch keinen Anlass. Die Demonstration verlaufe derzeit in geordneten Bahnen und sei friedlich. Plakate seien bislang nicht eingesammelt worden.
8.36 Uhr: Sofort geht auf der A45-Umleitung nichts mehr. Auf der Heedfelder Straße gibt es aufgrund der Bauernproteste Stau, der Verkehr staut sich in der Folge auf dem Autobahnzubringer Nord weit zurück. Aktuell 15 Minuten plus. Auf der Werdohler Straße geht nichts mehr und auch auf der Herscheider Landstraße ist in Fahrtrichtung Innenstadt alles dicht.
8.28 Uhr: Die mehr als 100 Trecker, die sich am Möbelhaus gesammelt haben, sind über die Herscheider Landstraße in Richtung Hohe Steinert aufgebrochen. Andere Verkehrsteilnehmer sollten den Bereich weiträumig meiden. Die Demonstrationsteilnehmer und die Polizei stellen sicher, dass die Anfahrt zu den Märkischen Kliniken für Rettungsfahrzeuge weiterhin möglich bleibt. Der Konvoi ist laut hupend unterwegs.
8.22 Uhr: Auch außerhalb der Stadt Lüdenscheid kommt es zu Verkehrsbehinderungen. In Meinerzhagen müssen Verkehrsteilnehmer an der L539 in Höhe der Autobahnauffahrt Meinerzhagen mit bis zu 15 Minuten mehr Wartezeit rechnen. In Breckerfeld gibt es Stau im Ortskern. Auch in Schalksmühle-Heedfeld dauert es auf der Heedfelder Straße nun länger.
8.13 Uhr: Die Spitze des Konvois der Handwerker ist inzwischen an der Kluse angekommen, zieht sich auf drei Kilometern durch die Lüdenscheider City. Das Problem: Im Bereich Sauerfeld ist der Track nicht durchgefahren, so dass sich inzwischen auch andere Fahrzeuge dazwischen gesetzt haben, die regulär an Ampeln halten. Das Ende des Konvois hat das Sauerfeld noch nicht passiert. Jörn Kittel als Mitorganisator der Demonstration von Handwerkern, Gewerbetreibenden, Spediteuren, Gastronomen und Industrie spricht von mehr als 150 Fahrzeugen alleine in diesem Demonstrationszug durch die Stadt. Der Zug wird nun weiterziehen zur Lennestraße - auf die A45-Umleitung. Dort geht derzeit gar nichts vor oder zurück.
8.08 Uhr: Am Kreisel am Möbelhaus XXXL Lutz stehen mehrere Polizei-Fahrzeuge, während der Parkplatz des Möbelhauses bereits voller Trecker ist. Auch an der Herscheider Landstraße stehen landwirtschaftliche Fahrzeuge. Am Möbelhaus sammeln sich die Demonstranten, um anschließend gemeinsam in die Innenstadt zu fahren. Die Herscheider Landstraße ist dicht. Das Hupen der Bauern erfasst die ganze Stadt.
7.56 Uhr: Die Demonstranten sind da! Hupend fahren Trecker durch die Lüdenscheider Innenstadt. Einige Lkw antworten ihrerseits mit Hupen. Es ist der Auftakt der heißen Phase der Bauernproteste in Lüdenscheid. Die Staulängen erhöhen sich stark. Am Bräuckenkreuz sind es nun +20 Minuten. An der Kölner Straße staut es sich jetzt auch. Auf der Talstraße muss ebenfalls mit Wartezeiten gerechnet werden. Auswirkungen haben die Trecker-Korsos auch auf den Busverkehr. An vielen Stellen stehen die Linienbusse im Stau.
7.45 Uhr: Zwischenfazit der Polizei: „Es gibt definitiv Einschränkungen, aber es hat noch keine besonderen Zwischenfälle gegeben“, sagt Polizeisprecher Vincent Schlotmann, „alles läuft wie erwartet. In und um Lüdenscheid wird es aber sicherlich noch voller werden, wenn sich am Ende aus allen Richtungen die Fahrzeuge in Richtung Hohe Steinert bewegen werden.“
7.41 Uhr: Am Bräuckenkreuz staut es sich in beiden Richtungen, Wartezeit mindestens 10 Minuten. Der Autozug der Handwerker rollt derweil gerade über die Talstraße und Kölner Straße in Richtung Rathaustunnel. Hier soll es eine Zwischenkundgebung geben. Der Verkehr kommt dann im Bereich Sauerfeld, Kölner Straße, Weststraße, Rathaustunnel zwischenzeitlich zum Erliegen. Verkehrsteilnehmer sollten den Bereich weiträumig umfahren.
7.37 Uhr: Erste Zwischenstation für alle Bauern, die aus dem Osten und Süden anreisen, ist der Parkplatz bei XXXL Sonneborn. Dort steht bereits Trecker an Trecker. Die Nottebohmstraße in Lüdenscheid ist dicht. Dort müssen Verkehrsteilnehmer derzeit mit Verzögerungen von bis zu 20 Minuten rechnen.
7.32 Uhr: Die Auswirkungen der Bauernproteste halten sich noch in Grenzen, allerdings sind auch noch längst nicht alle bis zu 500 erwartete Trecker in der Bergstadt angekommen. Der Winterdienst hat die Hauptstraßen geräumt. Allerdings kann es auf Nebenstraßen glatt sein. Derweil hat die Feuerwehr Lüdenscheid auf die erwarteten Verkehrsbehinderungen reagiert. Zur Sicherstellung des Brandschutzes werden in den jeweiligen Stadtteilen die fünf Gerätehäuser durch unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte ab morgens bis zum Ende der Proteste (gegen Mittag) besetzt. Der Dienstbeginn der hauptamtlichen Einsatzkräfte (Brandschutz und Rettungsdienst) wurde vorverlegt, damit das Personal rechtzeitig den Dienst aufnehmen kann. „Keine Sorge, wir sorgen für Eure Sicherheit“, schreibt die Feuerwehr.
7.15 Uhr: Auch in Lüdenscheid ist der erste Konvoi unterwegs. Auf dem Poco-Parkplatz kamen Dutzende Demonstranten mit ihren Fahrzeugen zusammen. Darunter befanden sich allerdings nur eine Handvoll Trecker. Schwerpunkt bilden Handwerksbetriebe, die sich den Bauernprotesten anschließen.
7.05 Uhr: In Herscheid haben sich Landwirte bei Minustemperaturen versammelt und machen sich unter Polizeibegleitung auf den Weg nach Lüdenscheid. Die Bauernproteste im Märkischen Kreis haben begonnen.
Manch ein Herscheider dürfte am frühen Montagmorgen aus dem Schlaf gerissen worden sein, denn über 40 zumeist große Traktoren fuhren durch das Dorf, um sich zunächst vor der Gemeinschaftshalle zu treffen. Erwartet wurden die Teilnehmer der angekündigten Bauern-Demonstration dort bereits von der Polizei. Gegen 6.50 Uhr erfolgte der Startschuss nach einer Durchsage der Polizei, die den Konvoi in Richtung XXXLutz anführte und die Teilnehmer darum bat, „sich gesittet zu benehmen.“ Die Polizei verwies zudem darauf, dass die Autobahn gesperrt sei. Am Möbelhaus erfolgt dann die Übergabe an die Polizei-Einsatzkräfte aus Lüdenscheid, die den Konvoi von dort zum eigentlichen Demonstrationsgelände im Bereich Hohe Steinert lotsen werden.
In Begleitung von Polizeifahrzeugen startete ein Trecker-Konvoi mit rund 40 Fahrzeugen von der Herscheider Gemeinschaftshalle um 6.50 Uhr in Richtung XXXL-Lutz.
Montag, 8. Januar, 7 Uhr: Damit es wegen der Bauern-Proteste und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen in Lüdenscheid nicht zu langen Verzögerungen bei der Entsorgung kommt, hat der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) die Müllabfuhr-Termine um einen Tag verschoben. Das betrifft sowohl die Leerung der schwarzen Behälter für den Restmüll als auch die Sperrgutabfuhr sowie die Abfuhr der Weihnachtsbäume. Der Recyclinghof ist wie gewohnt geöffnet. Alle Haushalte, deren Tonnen normalerweise montags geleert werden, müssen ihre Abfallbehälter erst am Dienstag, 9. Januar, an den Straßenrand stellen. Auch für die restlichen Wochentage verschiebt sich die Müllabfuhr jeweils auf den Folgetag.
Bauern-Proteste: Sternfahrt nach Lüdenscheid auf diesen Strecken
Erstmeldung: Die ersten Bauern machen sich um 6.45 Uhr auf den Weg. Zwischen 7 und 9 Uhr könnte es auf allen folgenden Strecken eng werden. Das sind die bei der Polizei angemeldeten Routen:
Herscheid ab etwa 6.45 Uhr über die L651 bis Lüdenscheid Süd, über die Herscheider Landstraße, am Möbelhaus XXXL Lutz vorbei und weiter in Richtung Innenstadt.
Lüdenscheid ab etwa 7 Uhr ab Poco-Markt im hinteren Bereich / Ecke Jüngerstraße, Fahrt über Nottebohm-, Bräucken- und Talstraße, über die Kölner Straße, das Sauerfeld, Hochstraße, Oberstadttunnel, Werdohler Straße, Lenne- und Rahmedestraße und weiter über die Heedfelder Straße bis zum Schützenplatz Hohe Steinert.
Lüdenscheid ab etwa 8 Uhr ab Möbelhaus XXXL am Piepersloh über die Herscheider Landstraße, Bräucken-, Werdohler Land- und Lennestraße, Altenaer Straße, Sauerfeld, Bahnhofstraße, Heedfelder Straße, vorbei am Kreishaus zur Hohe Steinert, Lösenbacher Landstraße in Richtung Brügge und Talstraße bis zum Möbelhaus.
Schalksmühle etwa 8 Uhr ab Schützenplatz Heedfeld, über die L692 in Richtung Heedfelder Straße, Im Grund, Altenaer Straße, Lennestraße, Werdohler Land- und Bräuckenstraße, Hochstraße, Sauerfeld, Rathaustunnel, Bahnhofstraße und Heedfelder Straße bis Hohe Steinert.
Iserlohn: um 8 Uhr ab Hemberg über die Baarstraße, Hans-Böckler- und Karl-Arnold-Straße, Igelstraße, Untergrüner Straße, B236 / Altenaer Straße, Nachrodt/Hagener Straße, Ehrenmalstraße, Wiblingwerder Straße, Wiblingwerde / L692 und Heedfelder Straße zur Hohen Steinert.
Altena ab Dahler Straße über Kohlberg durch Dahle, Westiger Straße, Nette- und Bachstraße, Lüdenscheider Straße / B236, Rahmedestraße, Altenaer Straße, Im Grund, über Heedfelder Straße zur Hohen Steinert.
Meinerzhagen um 8 Uhr ab Im Tempel über Weststraße, Heerstraße, Kölner Straße, Kierspe Bahnhof, über die B54 in Richtung Brügge, Lösenbacher Landstraße und Heedfelder Straße zur Hohen Steinert.
Balve um etwa 8.30 Uhr ab Beckum, über B229 / Arnsberger Straße, Kreisverkehr An der Kormke, Garbecker Straße, Am Pickhammer, Langenholthausener Straße, Im Brauke, Garbecker Straße.
Abfahrt um 8.45 Uhr am Drostenfeld über Hüttenweg, B229, Küntroper Straße, Bahnhofstraße, Dahler Straße über Kohlberg durch Altena-Dahle, Westiger Straße, Nettestraße, Bachstraße, Lüdenscheider Straße / B236, Rahmedestraße, Altenaer Straße, Im Grund und Heedfelder Straße zur Hohen Steinert.
Halver etwa 9.15 Uhr ab Karlshöhe über die Frankfurter Straße, Umgehungsstraße, B229 in Richtung Brügge, Lösenbacher Landstraße und Heedfelder Straße zur Hohen Steinert.
Kierspe ab etwa 9.15 Uhr ab Schützenplatz Am Hedberg, Fahrt über die Friedrich- Ebert-Straße, Wildenkuhlen, Kölner Straße, Kierspe Bahnhof, B54 Richtung Brügge, Lösenbacher Landstraße und Heedfelder Straße zur Hohen Steinert.
Verkehr beeinträchtigt: Zentrale Kundgebung an der Hohen Steinert
Anschließend kommen die Landwirte zu einer zentralen Kundgebung an der Hohen Steinert zusammen, wo gegen 9 Uhr die ersten Fahrzeuge eintreffen sollen. Die Polizei rechnet damit, dass die Auswirkungen des Bauernprotest bis 16 Uhr zu spüren sein werden. Eine aktuelle Übersicht in Echtzeit über die Verkehrssituation mit Angaben zu den zu erwartenden Verzögerungen finden Sie hier. Bei einer ersten Protestaktion vor Weihnachten wollten die Landwirte in Meinerzhagen die A45 blockieren. Dies wurde durch die Polizei verhindert, die Demonstranten fuhren nach Lüdenscheid.
Nun hat ein Gericht Blockaden von Autobahnabfahrten nicht mehr grundsätzlich abgelehnt. Zumindest die Blockade durch Baufahrzeuge an der A45-Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord dürfte am Montag Geschichte sein. Dann nimmt die Baufirma die Arbeit wieder auf. Mit den Bauernprotesten hatte dies nichts zu tun.