Polizei im Dauereinsatz

Glätte-Unfälle in NRW: 55-Jähriger stürzt mit dem Fahrrad und stirbt

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Die teils extreme Glätte auf den Straßen von NRW sorgte am Freitagmorgen für zahlreiche Unfälle. Ein Fahrradfahrer in Dortmund stürzte und verlor sein Leben.

Update, 13.45 Uhr: Der Fahrradfahrer, der am Freitagmorgen auf der Speicherstraße am Hafen Dortmund gestürzt war, ist gestorben. Das teilte die Polizei am Mittag mit. Der 55 Jahre alte Mann aus Dortmund sei trotz Reanimations-Maßnahmen in einem Krankenhaus verstorben. Insgesamt sind laut Polizei seit Donnerstagabend 104 Unfälle auf Glatteis zurückzuführen.

Glätte-Unfälle in NRW: 55-Jähriger stürzt mit dem Fahrrad und stirbt

Wie schon die Polizei Paderborn berichtet auch die Polizei Dortmund von neun Fällen von Unfallflucht. „Wer so handelt, begeht eine Straftat - und kommt nicht zwangsläufig ohne Konsequenzen davon“, schreibt die Polizei auf X. So hätten sich mehrere Zeugen gemeldet, die Hinweise auf Unfallverursacher gegeben haben. Die Polizei bittet alle, die einen Unfall verursacht haben: „Melden Sie einen Unfall der Polizei. Sie ersparen sich unangenehme Konsequenzen.“

Update, 13 Uhr: In Lünen wurde in der Nacht auf Freitag eine leblose Person auf der Friedrichstraße gefunden. Der 52-jährige Mann lag am Rand der Fahrbahn. Die Polizisten begannen direkt mit der Reanimation und übergaben ihn dann einem Rettungswagen. Gute Nachrichten: Nach etwa 20 Minuten wies der Mann wieder Vitalzeichen auf. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Da am Unfallort erhebliche Glätte herrschte, geht die Polizei von einem Sturz aus.

Im Kreis Paderborn berichtet die Polizei von über 70 Unfällen, die mit dem Glatteis in Verbindung gebracht werden. Insgesamt gab es vier verletzte Personen, zwei davon schwer. Bei Bad Lippspringe kam ein zu schnell fahrender Twingo ins Schleudern, überschlug sich und landete in einem Graben. Während der Fahrer diesen Unfall unverletzt überstand, erlitt der 22.-jährige Beifahrer schwere Verletzungen.

Glätte-Unfälle in NRW: Mann stürzt und muss reanimiert werden

Außerdem ermittelt die Polizei in sechs Fällen wegen Fahrerflucht. Unter anderem kam es auf der B1 von Paderborn nach Salzkotten zu einem Unfall, bei dem ein Auto ins Schleudern geriet. Aufgrund dessen bremsten Verkehrsteilnehmer dahinter ab, es kam zu einer Kollision zwischen drei Transporten und einem Pkw. Der mutmaßliche Verursache des Unfalls fuhr einfach weiter.

Mit einem Renault Twingo verunglückten zwei junge Männer am Donnerstagabend auf der B1 bei Bad Lippspringe.

Update, 12.45 Uhr: Die Polizei Bielefeld meldet 40 Unfälle aufgrund der überfrierenden Nässe. Eine 37-jährige Frau verletzte sich leicht, als sie mit ihrem Pedelec auf einem Gehweg wegrutschte. Sie wurde von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht. Darüber hinaus entstand vor allem Blechschaden, wenngleich einige Unfälle recht spektakulär waren. So krachte am frühen Freitagmorgen ein Audi A3 in einen am Fahrbahnrand geparkten Opel Corsa. Der A3 kippte zur Seite und blieb auf dem Dach liegen, der Opel wurde gegen einen Mercedes geschoben. Der Schaden wird auf rund 11.000 Euro geschätzt.

Auch in Hagen verliefen die 25 von der Polizei gezählten Unfälle glimpflich. „Lediglich zwei Personen erlitten nach derzeitigem Stand Verletzungen“, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Am Freitagmorgen wurde ein Fußgänger von einem Auto erfasst. Bei einem Auffahrunfall zwischen zwei Autos an einer Ampel erlitt ein Fahrer ebenfalls leichte Verletzungen.

Update, 11.30 Uhr: Das Glatteis in NRW am Freitagmorgen führt dazu, dass die Feuerwehr in vielen Städten wesentlich mehr zu tun hat als an anderen Tagen. „Seit 8 Uhr befinden sich fast alle Rettungswagen und Notärzte der Feuerwehr Bochum im Dauereinsatz“, berichtet beispielsweise die Feuerwehr Bochum. Ein deutlicher Anstieg an gemeldeten Stürzen war bereits gegen 6 Uhr am Freitagmorgen wahrnehmbar. Der Rettungsdienst befindet sich laut der Feuerwehr in Vollauslastung. Das führt dazu, dass immer wieder Löschfahrzeuge losfahren, um die Erstversorgung für gestürzte Personen zu übernehmen. Arm- und Beinbrüche sowie Platzwunden machen einen großen Teil der Verletzungen aus.

Update, 11.20 Uhr: Auch die Polizei im Kreis Warendorf hat eine Bilanz zu den Glatteis-Unfällen herausgegeben. So haben sich am Donnerstagabend, in der Nacht sowie am Freitagmorgen insgesamt 35 Unfälle ereignet. „Die meisten Verkehrsunfälle geschahen in Beckum mit neun Fällen, Ahlen folgte mit sieben Unfällen und Ennigerloh mit fünf“, teilt die Polizei mit.

Glätte-Unfälle in NRW: Schüler gerät unter Bus, Auto rutscht in die Tiefe

Es gibt auch weitere Details zu dem Schüler, der in Beelen ausgerutscht und von einem Bus angefahren worden war. Der Vorfall ereignete sich laut Polizei gegen 7.05 Uhr. Der 12-Jährige rutschte an einer Bushaltestelle aus und geriet mit den Beinen vor die Hinterachse des heranfahrenden Busses. Er kam mit Verletzungen am Fuß in ein Krankenhaus.

In Ahlen rutschte ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug gegen einen geparkten Pkw. Obwohl ein Schaden an dem stehenden Auto entstand, fuhr der Unfallverursacher einfach davon. In Oelde stürzte eine 27-jährige Fahrradfahrerin und erlitt dabei schwere Verletzungen.

Update, 11.10 Uhr: Die Polizei Dortmund schreibt auf X, ehemals Twitter: „Bei uns gehen weiter zahlreiche Meldungen über Verkehrsunfälle ein.“ Die Verkehrsteilnehmer werden in diesem Zusammenhang von der Polizei noch einmal gebeten, vorsichtig zu fahren, das Tempo anzupassen und ausreichend Abstand zu anderen Fahrzeugen zu halten.

Update, 10.45 Uhr: Die Polizei im Kreis Unna berichtet von 34 Unfällen, zu denen das Glatteis im Zeitraum von Donnerstagabend bis Freitagmorgen geführt hatte. Der wohl schwerste ereignete sich in Bergkamen. Ein Auto kam von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Baum. Daraufhin rutschte das Fahrzeug zwei Meter in die Tiefe. Der schwerverletzte Fahrer wurde von Einsatzkräften der Feuerwehr aus dem Auto befreit.

Blitzeis in NRW: Unfälle auf glatten Straßen – Auto rutsch zwei Meter in die Tiefe

Eine weitere verletzte Person gab es in Unna. Ein 31-Jähriger war zu schnell auf der spiegelglatten Straße unterwegs und krachte gegen einen Ampelmast. Die Polizei entnahm dem Fahrer eine Blutprobe, da Verdacht auf Alkoholkonsum bestand.

Update, 10 Uhr: Besonders im nördlichen Gebiet des Märkischen Kreises kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. So krachte es im morgendlichen Berufsverkehr in Iserlohn gleich achtmal. Einen Zusammenstoß meldet die Polizei aus Menden, zwei weitere aus Balve.

[Erstmeldung] Hamm - Am Donnerstagabend, 11. Januar, setzte in einem großen Teil von NRW Glatteis ein. Das sorgte in der Nacht auf Freitag für zahlreiche Unfälle. Der Freitagmorgen brachte keine Erleichterung der Situation. Im Gegenteil: Der DWD warnt nach wie vor markanter Glätte. In einigen Orten und Kreisen schlug sogar die Warn-App Nina an. Polizei und Feuerwehr sind im Dauereinsatz.

Blitzeis in NRW: Unfälle auf glatten Straßen - Kind wird von Bus angefahren

Ein großer Teil der gemeldeten Unfälle bestehen aus Blechschäden und unverletzten oder leicht verletzten Personen. Aber auch schwerere Unfälle haben sich in der Nacht auf Freitag und am Freitagmorgen ereignet. So berichtet der WDR davon, dass ein Kind ausgerutscht und von einem Bus angefahren worden sei. Das Kind sei laut Polizei ansprechbar.

Im besonders stark vom Glatteis betroffenen Stadtgebiet Münster hat die Polizei seit Donnerstagabend bis Freitag, 7.30 Uhr, 38 glättebedingte Unfälle gezählt. Auch hier kam es zu einem schweren Unfall mit einem Bus: Gegen 21.31 Uhr stürzte eine 20-Jährige an der Straße Bült und geriet unter einen Bus. Das Fahrzeug rollte über die Beine der Frau, die dabei schwere Verletzungen erlitt.

Am Freitagmorgen um 7.03 Uhr kam ein Autofahrer von der Straße ab und fuhr in einen Graben. Er wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Das führte zu einem weiteren Unfall: Ein Fahrzeug der Feuerwehr rutschte ebenfalls in den Graben. Dabei wurden zwei weitere Fahrzeuge beschädigt.

Unfälle wegen Glatteis in NRW: viel Blechschaden, einige Verletzte

In Dortmund erlitt ein Radfahrer bei einem Sturz lebensgefährlich Verletzungen. Der Unfall ereignete sich laut Polizei an der Speicherstraße am Hafen. Auf der B236 schleuderte in der Nacht ein Audi in die Schutzplanke. Hierbei wurde zum Glück niemand verletzt. Auf der B219 in Greven hat ein Autofahrer auf der spiegelglatten Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Das Fahrzeug prallte gegen einen Baum.

Ein Pkw-Fahrer in Greven hat auf spiegelglatter Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ist in einen Baum geprallt.

Im Kreis Coesfeld zählte die Polizei bis zum frühen Freitagvormittag 43 Unfälle aufgrund der glatten Straßenverhältnisse. Hierbei kam es lediglich zu zwei Leichtverletzten allerdings teils zu massiven Sachschäden. So kam es auf der B474 in Dülmen am Donnerstagabend zu einem Verkehrsunfall mit sechs beteiligten Fahrzeugen. Zwei Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Bei einem anderen Unfall rutsche ein Auto in einen Streifenwagen.

In Hamm zählte die Polizei bislang 53 Glätte-Unfälle. Vier Personen seien dabei leicht und eine Person schwer verletzt worden. Der Gesamtsachschaden liege bislang im niedrigen sechsstelligen Bereich. Wie in vielen anderen Orten machte die Stadt am Morgen darauf aufmerksam, dass Eltern selbst entscheiden dürfen, ob ihre Kinder zur Schule gehen. In welchen Fällen fällt die Schule in NRW aus?

Rubriklistenbild: © Polizei Kreis Paderborn

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