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Bundestagswahl-Ergebnisse in NRW: AfD mit historischem Sieg in einstiger SPD-Hochburg

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Die SPD muss bei der Bundestagswahl 2025 eine Niederlage in einer einstigen Hochburg in NRW hinnehmen. Die AfD konnte hier ein historisches Ergebnis erzielen.

Gelsenkirchen – Die Bundestagswahl 2025 ist vorbei, die Wählerinnen und Wähler haben gewählt und die (noch vorläufigen) Ergebnisse stehen fest. In Nordrhein-Westfalen hat – wie auch in ganz Deutschland – die CDU die meisten Stimmen geholt und die Nase vorn. Der gebürtige Briloner Friedrich Merz wird folglich der nächste Kanzler, vermutlich in einer Koalition mit der SPD. Die war es auch, die in einer einstigen Hochburg eine Schlappe hinnehmen musste. Die AfD fuhr in einer Stadt im Ruhrgebiet ein historisches Ergebnis ein.

Bundestagswahl-Ergebnisse in NRW: AfD mit historischem Sieg in einstiger SPD-Hochburg

Die SPD holte in diesem Jahr nur noch 24,1 Prozent in Gelsenkirchen. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 waren es bei den Zweitstimmen noch 37,1 Prozent*. Die AfD gewann den Wahlkreis Gelsenkirchen mit der Zweitstimme in NRW mit 24,7 Prozent (12,8 Prozent im Jahr 2021*) für sich. Überraschend kommt das nicht unbedingt, doch ist es ein historisches Ergebnis. Schon bei vorherigen Wahlen hatte die AfD in Gelsenkirchen überdurchschnittlich viele Stimmen in der vom Strukturwandel arg gebeutelten Stadt verbuchen können. Nun aber ist sie zum ersten Mal stärkste Kraft beim Zweitstimmenergebnis in einem Wahlkreis:

Bundestagswahl 2025: Vorläufige Ergebnisse für NRW – Zweitstimmen in Gelsenkirchen (Stand: 24. Februar, 8.55 Uhr*)

SPDCDU/CSUGrüneFDPAfDLinkeBSWSonstige
24,122,76,53,024,79,45,14,5

*Quelle: wahlergebnisse.nrw

Mit Blick auf das gesamte Land holte sie aber nicht überall so viel:

Bundestagswahl 2025: Vorläufige Ergebnisse für NRW – Zweitstimmen (Stand: 24. Februar, 6.15 Uhr*)

SPDCDU/CSUGrüneFDPAfDLinkeBSWSonstige
20,030,112,44,416,88,34,13,8

*Quelle: wahlergebnisse.nrw

Bundestagswahl 2025: Vorläufige Ergebnisse für NRW – Erststimmen (Stand: 24. Februar, 6.15 Uhr*)

SPDCDU/CSUGrüneFDPAfDLinkeBSWSonstige
25,134,011,73,316,46,80,12,6

*Quelle: wahlergebnisse.nrw

Nach der Bundestagswahl: Diese Politiker kommen als Wirtschaftsminister infrage

Carsten Linnemann ist aktuell Generalsekretär der CDU.
Als Top-Favorit gilt die „rechte Hand“ von Kanzlerkandidat Friedrich Merz: Carsten Linnemann ist der Generalsekretär der Union. Er ist Diplom-Volkswirt und hat vor seinem Aufstieg in der CDU bei der Deutschen Bank und bei der Deutschen Industriebank gearbeitet. 1977 in Paderborn geboren, gehört Carsten Linnemann zum rechten Flügel der Union. Er gilt als Initiator der „Aktivrente“, die es Senioren in Deutschland ermöglichen soll, auch über das Rentenalter von 67 Jahren hinaus zu arbeiten. Aus diesem Grund wird sein Name auch häufig im Zusammenhang mit dem Arbeits- und Sozialministerium genannt.  © IMAGO/Christian Ender
Jens Spahn profiliert sich seit Monaten als Wirtschaftsexperte der CDU.
Jens Spahn ist kein Unbekannter im politischen Berlin: Von 2018 bis 2021 war er der Gesundheitsminister im vierten Kabinett von Kanzlerin Merkel. Damit ist er in der Corona-Krise besonders in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt – und war erheblicher Kritik ausgesetzt. Der ausgebildete Bankkaufmann versucht seit dem Ende seiner Regierungszeit mehr in die Wirtschaftspolitik zu gehen und meldet sich als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag häufig zu wirtschaftspolitischen Themen zu Wort, zum Beispiel zum Heizungsgesetz, für dessen Abschaffung er mehrmals plädiert hat. © IMAGO
Julia Klöckner war unter Merkel die Landwirtschaftsministerin.
Julia Klöckner dürfte den meisten noch als Landwirtschaftsministerin unter der Kanzlerin Angela Merkel in Erinnerung sein. In der Opposition war sie wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU und wird deshalb als mögliche Kandidatin für den Posten als Wirtschaftsministerin gehandelt. Sie ist außerdem die Schatzmeisterin der CDU.  © IMAGO
Thorsten Frei ist Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag.
Thorsten Frei ist der Parlamentarische Geschäftsführer der Union im Bundestag und hat sich in der Opposition zu einem wichtigen Mitstreiter von Friedrich Merz gemacht. In der Vergangenheit hat sich Frei auf Innenpolitik und Verbraucherschutz fokussiert, weshalb er eher als Außenseiter im Rennen um das Wirtschaftsministerium gilt. Es gilt aber als sicher, dass Frei einen wichtigen Posten im Merz-Kabinett einnehmen wird.  © IMAGO/Frederic Kern
Alexander Dobrindt ist der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag.
Ein Name, der so gut wie sicher im nächsten Kabinett auftauchen wird, ist Alexander Dobrindt von der CSU. Aus Kreisen der Union hört man, dass sich Dobrindt aussuchen darf, welchen Posten ihm am besten gefällt: Wirtschafts-, Innen-, Verteidigung- oder Außenministerium. Natürlich kommt das ein bisschen auch auf den Koalitionspartner an – aber für den einstigen Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens dürfte das Wirtschaftsministerium durchaus seinen Reiz haben.  © IMAGO
Ina Scharrenbach ist die Bauministerin im Land NRW.
Und was, wenn sich Merz jemanden aussucht, den keiner auf dem Schirm hat? Das immer möglich und in der Union gibt es auf Landesebene zahlreiche erfahrene Politiker und Politikerinnen, die in Frage kämen. Ein Beispiel dafür ist die Bauministerin von NRW, Ina Scharrenbach. Noch dazu würde die Diplom-Betriebswirtin und einstige Wirtschaftsprüferin das Frauen-Problem der Union lösen.  © IMAGO/M. Popow
Danyal Bayaz ist Finanzminister in Baden-Württemberg
Zum Schluss noch zwei Politiker, die vom möglichen Koalitionspartner kommen könnten. Schließlich ist nicht mal sicher, ob die CDU überhaupt den Wirtschaftsminister stellt oder doch lieber Ministerien wie das Finanzministerium und das Arbeitsministerium haben möchte. Da Merz von den Grünen Robert Habeck als Wirtschaftsminister ausgeschlossen hat, könnte Danyal Bayaz aus Baden-Württemberg vorrücken. Er ist im Südwesten der Finanzminister und könnte nach der Landeswahl 2026 auf der Suche nach einem neuen Job sein.  © Bernd Weißbrod/dpa
Verena Hubertz ist Wirtschaftspolitikern der SPD
Wird es eine Große Koalition mit der SPD, dann könnte Verena Hubertz eine Rolle spielen. Sie ist selbst Unternehmensgründerin und hat eine Koch-Plattform mit einer Studienkollegin gegründet. Seit 2020 ist sie nicht mehr dort die Geschäftsführerin, damals hat sie erfolgreich um den Bundestag kandidiert. Sie sitzt im Wirtschaftsausschuss und im Ausschuss für Klimaschutz und Energie – wäre also eine perfekte Kandidatin für das Amt der Wirtschaftsministerin.  © Harald Tittel/dpa

Mit Blick auf das gesamte Land zeichnen die vorläufigen NRW-Ergebnisse (Stand: 24. Februar, 6.15 Uhr) der Bundestagswahl 2025 ein klares Bild. Die CDU ist im bevölkerungsreichsten Bundesland stärkste Kraft geworden – und kam nach Auszählung aller 64 Wahlkreise auf 30,1 Prozent der Stimmen. Abgeschlagen dahinter landete die SPD mit 20,0 Prozent auf Platz zwei. Drittstärkste Kraft mit 16,8 Prozent wurde die AfD vor den Grünen (12,4), wie auf der Website der Bundeswahlleiterin ersichtlich war. Die Linke erreichte 8,3 Prozent. Die FDP blieb mit 4,4 Prozent auch in NRW unter der 5-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung lag bei 82,2 Prozent.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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