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Sonntagnacht wurden zwei Rotorblätter zum Windpark Rennweg transportiert. Weil es Schwierigkeiten auf der Strecke gab, konnten die Genehmigungszeiten nicht eingehalten werden.
Warstein – Inzwischen sind es vier Rotorblätter, die vom Logistikplatz am Belecker Haarweg zum Bestimmungsort im Windpark Rennweg per „Bladelifter“ transportiert worden sind. Doch das vierte Rotorblatt, gemeinsam mit dem dritten am zurückliegenden Sonntagabend im Doppelpack nacheinander transportiert, machte Probleme. Beziehungsweise vielmehr der Transportweg.
So musste am Montagmorgen, 16. Juni, sogar die Polizei zur Unterstützung gerufen werden. Weil die Schwertransporte an Sonn- und Feiertagen erst später – an Wochentagen nach 19 Uhr – starten dürfen, ging es am Sonntagabend nach 22 Uhr vom Logistikplatz über die Külbekreuzung, durch Mülheim, Sichtigvor, Allagen und Niederbergheim zum Bestimmungsort. Allerdings, so schilderte Marcel Papenfort, Geschäftsführer der Windpark Rennweg Betriebs GmbH & Co.KG, sei das Personal, das den zweiten sogenannten Selbstfahrer, auf dem die Rotorblätter gelagert sind, steuerte, noch nicht so vertraut mit der Strecke, ihren Tücken und Engstellen gewesen. Es war ihre erste Tour.
Während das erste Rotorblatt zwischen 3 und 4 Uhr am Montagmorgen im Windpark ankam, schaffte es Nummer zwei nicht vor 6 Uhr. Nur bis zu dieser Zeit gilt allerdings die Transportgenehmigung. In „ein oder zwei Kreuzungen“, so Papenfort, habe es in der Nacht Probleme gegeben, teilweise hätte mehrfach vor- und zurückgesetzt werden müssen, weshalb es zu den Verzögerungen kam. In Absprache und unterstützt durch die Polizei sei die Sauerlandstraße dann bis wenige Minuten vor 8 Uhr verlängert gesperrt worden und der Transport abgesichert, um das Rotorblatt zum Windpark zu transportieren.
Anwohner kamen zu spät zur Arbeit
Ja, das habe für Unmut in der Bevölkerung gesorgt, so Papenfort, Anwohner seien teils verspätet zur Arbeit, Schüler teilweise verspätet zur Schule gekommen: „Wir bitten das zu entschuldigen, wir werden das gemeinsam mit dem Unternehmen aufarbeiten.“ Es wäre aber keine Alternative gewesen, das Rotorblatt bis zum nächsten Genehmigungszeitraum „einfach auf der Straße stehenzulassen“, so Papenfort. „Die Betreiber gehen nach Gesprächen mit allen verantwortlichen Stellen davon aus, dass zukünftig wieder vor 6 Uhr die Straße freigegeben werden kann“, heißt es zusätzlich in einer Pressemitteilung.
Der erste Rotorblatt-Transport fand bereits in der Nacht vom 2. auf den 3. Juni statt. Dass nun zwei Rotorblätter direkt hintereinander transportiert wurden, war ein Novum. „Ja, aktuell stehen uns zwei ‚Bladelifter‘ zur Verfügung“, erklärt Papenfort. Die Transporte seien dabei immer wetterabhängig. Regen spielt für die Transporte keine Rolle, „Gewitter ist nicht so toll“, so Papenfort, entscheidend sei aber der Wind. Ab Windgeschwindigkeiten über 20 km/h können die Rotorblätter nicht transportiert werden. Am Sonntag passten die Bedingungen.
Insgesamt 33 Rotorblätter für elf Windenergieanlagen müssen zum Windpark, neben vier Blättern seien auch schon einzelne Stahlturmelemente zum Bestimmungsort gebracht worden. Dementsprechend werden in den kommenden Tagen und Wochen weitere Transporte stattfinden, auch mit zwei „Bladeliftern“, solange beide gleichzeitig zur Verfügung stehen, so Papenfort. Wobei eigentlich angedacht sei, diese im Pendelverkehr zu nutzen.

