VonJohanna Werningschließen
Der Kölner Dom steht im Fokus einer Terror-Drohung. Dies hat zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen geführt. Doch was bedeutet das für Silvester?
Köln – Seit mehreren Tagen herrscht rund um den Kölner Dom eine erhöhte Sicherheitslage. Kurz vor Weihnachten teilte die Polizei Köln mit, dass es für den Kölner Dom und den Bereich rund um den Kölner Dom eine Terror-Drohung gibt. Der Gefahrenhinweis bezieht sich dabei konkret auf Silvester. Schon jetzt gibt es besondere Schutzmaßnahmen.
Nach Terror-Warnung in Köln: „Schöpfen alle rechtlichen Möglichkeiten aus“
Rund um den Kölner Dom befinden sich zahlreiche Polizistinnen und Polizisten. Vor den Eingängen wurden Sicherheitskontrollen eingerichtet. Auch in der Kathedrale kontrollieren immer wieder Einsatzkräfte. Außerdem sind Spürhunde im Einsatz. Derzeit ist der Kölner Dom für Touristinnen und Touristen gesperrt. Das gilt auch für die Aussichtsplattform und die Schatzkammer. Sogar das Anzünden von Kerzen ist derzeit nicht in der Kirche möglich. Wer am Gottesdienst teilnehmen möchte, muss vorher von der Polizei kontrolliert werden. Aber was bedeutet die Terror-Drohung für Silvester? Gibt es nun besondere Schutzmaßnahmen?
Klar ist, an Silvester gilt in Köln eine besondere Sicherheitslage. Bereits bevor die Terror-Drohung öffentlich geworden ist, gab es Schutzmaßnahmen für Köln und insbesondere für den Bereich rund um den Kölner Dom. Das bezog sich jedoch vor allem auf das Feuerwerks- und Böllerverbot in der Kölner Innenstadt. Mehrere Kontrollpunkte wurden angekündigt. Nun könnten aufgrund der Terror-Drohung weitere Sicherheitskontrollen hinzukommen. Was das für Kölnerinnen und Kölner sowie Touristinnen und Touristen bedeutet, ist derzeit noch unklar. Immerhin ist der Bereich in der Altstadt neben den Kölner Silvester-Partys für viele eine beliebte Anlaufstelle an Silvester.
„Wir schöpfen alle rechtlichen Möglichkeiten aus, um die Menschen, den Dom und die bevorstehenden Silvesterfeierlichkeiten zu schützen. Wir ermitteln mit Hochdruck und sind dankbar, dass die Besucherinnen und Besucher des Doms Verständnis für die strikten Sicherheitsmaßnahmen zeigen. Mein Dank gilt aber auch den vielen Kolleginnen und Kollegen, die in diesen Tagen in einem wichtigen Einsatz sind“, betonte Kripochef Michael Esser zuletzt.
Nach Terror-Drohungen in Köln: 30-Jähriger festgenommen
Im Zuge der Ermittlungen sind inzwischen mehrere Personen zeitweise festgenommen worden. Dabei handelt es sich um fünf Männer aus Wesel. „Während vier von ihnen wieder auf freien Fuß kamen, nahmen die Einsatzkräfte einen 30 Jahre alten Tadschiken, zu dem staatschutzrelevante Erkenntnisse vorliegen, zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam“, teilt die Polizei Köln mit. Nach dpa-Informationen handelt es sich um eine Gruppierung mit Bezug auf die Terrorgruppe Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK).
Das Amtsgericht Oberhausen hat am 25. Dezember auf Antrag der Polizei Köln die Anordnung der Ingewahrsamnahme des 30-Jährigen bis zum 7. Januar bestätigt. „Zu den Hintergründen der Ingewahrsamnahme wird die Polizei Köln wegen aktuell laufender Ermittlungen bis auf Weiteres keine weiteren Auskünfte erteilen.“ (jw)
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