Bei Aachen

Autobahnbrücke in NRW gesprengt - Koloss stürzt mit lautem Knall in die Tiefe

+
Die Haarbachtalbrücke der A544 bei Aachen ging mit einem enormen Knall zu Boden.
  • schließen

Die Haarbachtalbrücke der A544 in NRW wurde gesprengt. Sie verschwand mit einem großen Knall. Evakuierung, Ablauf, Live-Bilder: Alles zur Sprengung des Bauwerks bei Aachen.

  • Die Haarbachtalbrücke der A544 bei Aachen wurde am Dienstag, 30. Januar, gesprengt.
  • Mit einem lauten Knall gingen 3000 Tonnen Material zu Boden.
  • An der wichtigen Pendler-Autobahn starten nun die Aufräumarbeiten. Die neue Brücke soll in weniger als zwei Jahren entstehen.

Update vom 30. Januar, 13.35 Uhr: Nach der Sprengung fängt die Arbeit in Aachen nun richtig an. Rund 3000 Tonnen Material müssen in den kommenden Tagen und Wochen fortgeräumt werden, bevor die Arbeiten an den neuen A544-Brücke beginnen können. In weniger als zwei Jahren soll sie bereits stehen

Update vom 30. Januar, 13.20 Uhr: Die Rauchwolken nach dem Knall haben sich verzogen, viele der mehreren hundert Schaulistigen ebenfalls. Die Sperrungen sind aufgehoben. Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen zog ein positives Fazit: „Mit der Sprengung der Haarbachtalbrücke ist ein großer und sichtbarer Schritt getan. Sie markiert den Fortschritt eines ambitionierten, für Wirtschaft wie Region wichtigen Projekts.

Autobahnbrücke in NRW gesprengt - Koloss stürzt mit lautem Knall in die Tiefe

Update vom 30. Januar, 13.01 Uhr: Die Brücke ist unten. 160 Kilogramm Sprengstoff haben den Stahlbetonkoloss zu Boden gebracht. Erst stürzte der Mittelteil der Haarbachtalbrücke ins Fallbett, dann folgen die beiden Seiten. Es hat alles geklappt.

Update vom 30. Januar, 12.37 Uhr: Die Uhr tickt. Um Punkt 13 Uhr wird die Haarbachtalbrücke nach fast 70 Jahren verschwinden. Die Evakuierung rund um das Bauwerk ist abgeschlossen, die letzten Vorbereitungen laufen. Um 12.45 Uhr wird der WDR seine Live-Berichterstattung von der Sprengung der Autobahnbrücke starten.

Schaulustige beobachten die Sprengung der Haarbachtalbrücke. Die 157 Meter lange Brücke aus dem Jahr 1956 auf der A544 ist gesprengt worden. Sie wird durch einen Neubau ersetzt.

Sprengung der Haarbachtalbrücke in NRW: Sprengung um Punkt 13 Uhr

[Erstmeldung] Hamm - An vielen Stellen kriselt und rieselt es: Nordrhein-Westfalen, Land der maroden Brücken. Die Vollsperrung der A42-Brücke zwischen Bottrop und Essen sorgt täglich für massive Staus, von der Rheinbrücke bei Köln wollen wir gar nicht erst anfangen. Im Sauerland hat man sich kaum vom Brückendesaster an der A45 erholt, schon wird dort eine Brücke auf einer wichtigen Umleitungsstrecke gesperrt. Heute, am 30. Januar, verschwindet eine Autobahnbrücke in NRW ganz. Die 70 Jahre alte Haarbachtalbrücke bei Aachen wird gesprengt.

BauwerkHaarbachtalbrücke
AutobahnA544
Baujahr 1956
Gesamtlänge 157 Meter
Maximale Höhe 20 Meter

Sprengung der Haarbachtalbrücke der A544 bei Aachen: Evakuierung und Live-Bilder

Bei der Haarbachtalbrücke der nur gut vier Kilometer langen A544, die die A4 mit dem Aachener Stadtzentrum verbindet, ist der Sanierungsbedarf schon seit längerem bekannt. Bei regelmäßigen Prüfungen durch die Autobahn GmbH hatten sich neue Risse in der Fahrbahn gezeigt. Um das Stahlverbundbauwerk zu entlasten, wurde es Ende Juli 2023 in Fahrtrichtung Köln gesperrt. Seit dem 15. Januar 2024 ist die Brücke voll gesperrt.

Am Dienstag, 30. Januar, wird die fast 70 Jahre alte, 157 Meter lange und rund 3000 Tonnen schwere Brücke innerhalb weniger Sekunden verschwinden. Um Punkt 13 Uhr werden 240 einzelne Sprengladungen in den acht Pfeilern ausgelöst und die Fahrbahnen 20 Meter in die Tiefe stürzen lassen, wie 24RHEIN schreibt. Die einzelnen Pfeiler sind so ummantelt, dass keine Beton- und Stahlteile durch die Gegend fliegen.

Signale, Knall und Fall: So läuft die Sprengung der Haarbachtalbrücke ab

Rund um die Haarbachtalbrücke der A544 ist in enger Abstimmung mit dem Sprengmeister Karl-Heinz-Bühring ein Sperrradius mit einem Durchmesser von 200 Meter festgelegt worden. In diesem Sperrbezirk befinden sich einige Wohnhäuser und Gewerbebetriebe. 53 Personen sind nach Angaben der Stadt Aachen betroffen. Sie müssen spätestens um 10 Uhr ihre Häuser verlassen.

Die Sprengung wird durch ein Hornsignal angekündigt. Bei Ertönen eines langen Signals muss die Gefahrenzone geräumt werden. Zwei kurze Töne kündigen unmittelbar die Sprengung an. Kurz vor der eigentlichen Sprengung der Brücke gibt es außerdem noch eine so genannte Vergrämungssprengung. Das ist ein lautes Signal, das Wildtiere verjagen und damit schützen soll. Mit drei kurzen Töne wird das Ende der Sprengung signalisiert.

Sprengung der Haarbachtalbrücke: Wo und wie sie live verfolgt werden kann

Wer die Brückensprengung aus sicherer Entfernung beobachten möchte, kann zur Haarener Gracht kommen oder sich auf den Haarberg begeben. Gute Aussicht bieten die Aussichtsplattform am Haarener Kreuz und der Vorplatz der Friedenskapelle. Die Stadt Aachen weist darauf hin, dass der Haarberg nicht mit Kraftfahrzeugen befahren werden kann und bittet darum, wegen fehlender Parkmöglichkeiten möglichst nicht mit dem Fahrzeug anzureisen. Das gelte auch für die Haarener Gracht.

Der WDR berichtet live über die Sprengung der Haarbachtalbrücke in der Nachrichtensendung „WDR Aktuell“ von 12.45 bis 13.05 Uhr und parallel auch im Internet per Stream - und auch auf Facebook bei WDR Aktuell und in der WDR-App.

Die Autobahn GmbH rechnet damit, dass der Neubau der Haarbachtalbrücke etwas weniger als zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Im Vergleich zur A45, die eine wichtige Anbindung für Menschen und Wirtschaft im gesamten Sauer- und Siegerland ist, halten sich die Unannehmlichkeiten für Aachen in Grenzen. Die Großstadt im Dreierländer-Eck mit Belgien und den Niederlanden ist über etliche andere Ausfahrten der A4 und der A44 gut zu erreichen.

Kommentare