VonJohanna Werningschließen
Damit der Colonius in Köln wieder öffnen kann, muss sich einiges beim Brandschutz tun. Unter anderem: Die Fahrstühle, doch das ist keine einfache Sache.
Köln – Der Fernsehturm Colonius ist mit seinen 266 Metern Höhe das höchste Gebäude in Köln. Neben dem Kölner Dom gilt vor allem der Colonius als das Wahrzeichen in Köln. Er wird sogar auf T-Shirts, Schlüsselanhängern und Bauchtaschen gedrückt. Ohne Frage: Der Fernsehturm mit seiner rut-wießen Spitze hat viele Fans. Doch betreten können ihn nur die wenigsten.
Kölner Fernsehturm seit über 20 Jahren geschlossen – wegen Brandschutz
Zwar war der Fernsehturm in den 1980er- und 1990er-Jahren ein beliebtes Ausflugsziel, doch seit 1999 ist der Colonius geschlossen – wegen Brandschutzmängeln. Die sind so massiv, dass der Fernsehturm nicht nur im Dornröschenschlaf liegt, sondern die Aussichtsplattform und das ehemalige Restaurant des Colonius kaum mehr wiederzuerkennen sind.
Am Eingang des Kölner Fernsehturm hängt ein trauriger Zettel. Im Inneren wurde die Deckenverkleidung entfernt, Böden wurden herausgerissen und die Farbe blättert von den Wänden. „Der Grund, warum es hier wie bei einem Rohbau aussieht, ist das Thema Brandschutz. Seit der Turm öffentlich nicht mehr genutzt wird, haben wir hier alle Brandlasten entfernt. Deswegen sieht es hier so kahl aus“, sagt Benedikt Albers, Unternehmenssprecher der Deutschen Funkturm GmbH, die den Colonius betreibt.
Seit über 20 Jahren geschlossen: Wie es heute im Colonius aussieht




„Keine einfache Sache“: Das muss sich tun, damit der Colonius endlich wieder öffnet
Damit der Fernsehturm wieder eröffnen kann, muss sich einiges tun, sagt Albers weiter. Die offensichtlichen Dinge – wie die Deckenverkleidung oder ein neuer Boden sind dabei jedoch noch nicht einmal das größte Problem. „Das wirklich Herausfordernde wären zum Beispiel die Aufzüge, die saniert werden müsste.“
„Das ist keine einfache Sache: Der Aufzug geht hoch auf bis zu 170 Metern. Aus Brandschutzgründen müsste er komplett feuerfest gemacht werden“, so der Unternehmenssprecher weiter. Hinzu kommen unter anderem sogenannte Löschmittelanlagen auf der ehemaligen Aussichtsplattform und dem damaligen Restaurant. „Das sind die Dinge, die man als Besucherin und Besucher gar nicht so wahrnimmt, die aber für die Sicherheit entscheidend sind.“
Wie teuer die Brandschutzmaßnahmen werden, ist noch unklar. Darum ist auch noch nicht ganz klar, wann und ob der Colonius wieder eröffnet wird. Zwar sprechen sich Betreiber und Oberbürgermeisterin Henriette Reker immer wieder für eine Eröffnung aus, doch könnte das tatsächlich noch dauern.
Ein wichtiger Meilenstein wurde dafür allerdings bereits erreicht, erklärt Albers weiter: Seit 2022 steht der Colonius unter Denkmalschutz. „Dadurch ist es möglich, Fördergelder zu bekommen. Und die machen es viel realistischer, dass das Brandschutzkonzept umgesetzt werden kann. Da sind wir aber noch ganz am Anfang, eine Jahreszahl zur Eröffnung kann man darum noch nicht nennen.“
| Die zehn höchsten Fernsehtürme in Deutschland: | Für die Öffentlichkeit zugänglich: |
|---|---|
| Berliner Fernsehturm (368 Meter) | Ja |
| Europaturm in Frankfurt am Main (337,5 Meter) | Nein, seit 1999 geschlossen |
| Fernmeldeturm Nürnberg (292,8 Meter) | Nein, seit 1991 geschlossen |
| Olympiaturm in München (291,3 Meter) | Ja (Sanierung ab 2024) |
| Telemax in Hannover (282,2 Meter) | Nein |
| Heinrich-Hertz-Turm in Hamburg (276,5 Meter) | Nein, seit 2001 geschlossen |
| Colonius in Köln (266 Meter) | Nein, seit 1999 geschlossen |
| Fernmeldeturm Koblenz (265,5 Meter) | Nein |
| Fernsehturm Dresden (252 Meter) | Nein, seit 1991 geschlossen |
| Rheinturm in Düsseldorf (240,5 Meter) | Ja |
Fernsehturm Köln: Was wird aus dem Colonius?
Wie genau die künftigen Konzepte für den Colonius aussehen könnte, ist ebenfalls noch offen. Angebote hat die Deutsche Funkturm GmbH allerdings schon massig bekommen. Darunter auch skurrile wie ein Fitnessstudio, ein Hotel oder sogar ein Bordell. So weit dürfte es jedoch wohl nicht kommen.
Klar ist jedoch: Ein klassisches Konzept, bestehend aus Gastronomie und Aussicht, dürfte wohl nicht ausreichen. „Man müsste hier wohl auch einen gewissen Eventcharakter hereinbringen.“ (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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