Fragen und Antworten

Outlet-Center Remscheid: Infos zu Eröffnung, Geschäften und Öffnungszeiten

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Ein neues Outlet-Center soll in Remscheid-Lennep entstehen. Es dauert noch Jahre bis zur Eröffnung. Vieles ist aber schon bekannt. Fragen und Antworten im Überblick.

Remscheid – Seit der Ankündigung zum neuen Outlet-Center in Remscheid-Lennep ist viel passiert. Nach Bürgerdialog, ersten Verhandlungen und vor allem einer wichtigen Abstimmung im Remscheider Stadtrat scheint der Weg für das Mega-Projekt vorerst frei. Auch der Investor Philipp Dommermuth ist guter Dinge und hat nach und nach immer mehr Informationen zum geplanten Einkaufszentrum bekannt gegeben. Die wichtigsten Informationen zum Outlet Remscheid im Überblick.

Outlet Remscheid: Wie ist der aktuelle Stand? Wie gehts es weiter?

► Mit dem Grundsatzbeschluss am 19. Juni 2023 hat der Rat der Stadt Remscheid der Ansiedlung eines Outlets in Remscheid-Lennep grünes Licht gegeben. Auch das konkrete Angebot des Investors Philipp Dommermuth wurde dabei angenommen. Politisch steht dem Projekt nun also nichts mehr im Wege.

► Jetzt muss der finale Kaufvertrag zwischen der Stadt und Dommermuth noch notariell beurkundet werden.

► Anschließend soll zunächst eine „frühzeitige“ Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden, in der auch ein erster Planungsentwurf vorgestellt wird. Welche Gutachten zu diesem Zeitpunkt schon vorliegen werden, wird laut dem Investor noch mit der Stadt Remscheid abgestimmt. Diese rechtlichen Grundlagen zur Errichtung des Outlets werden zusammen von der Stadt und den Architekten sowie Ingenieurbüros des Investors geschaffen. Dazu gehören unter anderem Verkehrs-, Einzelhandels- und Umweltverträglichkeitsgutachten.

► Sobald alle benötigten Gutachten vorliegen und die endgültige Planung erstellt ist, findet die eigentliche Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden statt – die sogenannte „Offenlage“. Das soll frühestens Ende des Sommers 2023 der Fall sein.

Hinweis: Stand vom 25. Juli 2023; alle Angaben ohne Gewähr

Outlet Remscheid: Wann beginnen die Bauarbeiten? Für wann ist die Eröffnung geplant?

Investor Dommermuth hofft darauf, die Baugenehmigung für das Outlet-Center Remscheid innerhalb von 2 Jahren, also bis 2025, zu erhalten. Danach kann und sollen die Bauarbeiten auch umgehend starten. Nach aktuellem Plan soll das Einkaufszentrum in Lennep dann im Jahr 2027 seine Pforten öffnen. „Wenn es schnell geht“, dann könne das Outlet bereits in „drei, vier Jahren“ eröffnen, hatte Dommermuth im Gespräch mit wa.de Ende Mai gesagt. Anfang März hatte Dommermuth noch eine Eröffnung in vier bis fünf Jahren für das Outlet Remscheid als realistisch bezeichnet. Eine Eröffnung zwischen 2026 und 2028 scheint also durchaus realistisch.

So könnte das Outlet-Center in Remscheid-Lennep aussehen.

Geschäfte und Restaurants: Diese Mieter könnten in das Outlet Remscheid ziehen

So könnte das Outlet-Center in Remscheid aussehen.

Im Outlet Remscheid soll es auf einer Gesamtfläche von maximal 18.000 Quadratmetern ganze 120 bis 140 Geschäfte sowie einige Restaurants geben. Mittlerweile ist auch bekannt, was Kunden ungefähr werden kaufen können:

  • Bekleidung: maximal 15.000 Quadratmeter
  • Schuhe und Taschen: maximal 3000 Quadratmeter
  • Spielwaren, Haushalt, Körperpflege/Kosmetik, Süßwaren, Porzellan/Keramik, Wäsche/Bettwaren/Gardinen: maximal 500 Quadratmeter je Sortimentsgruppe
  • Sportartikel, Elektrokleingeräte, Uhren/Schmuck, Sonstiges: maximal 300 Quadratmeter je Sortimentsgruppe
  • Gastronomie: circa 1266 Quadratmeter

Bei den angegebenen Flächen handelt es sich – mit Ausnahme der Gastronomie – um Obergrenzen. Laut dem zukünftigen Betreiber des Outlet-Centers Remscheid soll auf alle Geschäfte abseits von Bekleidung, Schuhen/Taschen und Gastronomie maximal 2500 Quadratmeter Fläche entfallen. Die genaue Aufteilung ist derzeit aber noch nicht bekannt. Jegliche Form von Dienstleistungsgeschäften wie etwa Friseure soll es in dem neuen Einkaufszentrum mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben.

Im Gespräch mit wa.de hatte Philipp Dommermuth bereits erste Details zu möglichen Marken im Outlet Remscheid verraten. Außerdem erklärte er, dass die Betreiber bestimmte Nachhaltigkeitskriterien einhalten sollen. Für die Gastronomie gibt es laut dem Investor die Idee eines Food-Courts, auch wenn das noch nicht ganz sicher sei.

Das gastronomische Angebot soll sich im Zentrum des Outlet Remscheids befinden.

Die Akquise von Geschäften für das Outlet Remscheid soll bereits sehr bald starten. „Damit beginnen wir nach den Sommerferien. Dabei geht es natürlich noch nicht um Mietverträge, sondern zunächst um die Frage, ob überhaupt Interesse besteht“, sagte der 36-jährige Investor gegenüber der Rheinischen Post. Gegenüber der Zeitung erklärt er zudem, dass man möglichst schnell öffnen möchte. Deshalb werden wohl nicht alle Geschäfte gleichzeitig öffnen. Vielmehr sei ein sogenanntes „Soft Opening“ mit rund 40 Shops geplant. Anschließend soll das Outlet-Center dann nach und nach erweitert werden. Der Beschluss des Stadtrats hat die Möglichkeit einer schrittweisen Eröffnung ermöglicht.

Wie sollen die Öffnungszeiten des Outlet-Centers Remscheid aussehen?

  • Montag bis Samstag von 10 bis 20 Uhr
  • Sonntags soll das Outlet geschlossen bleiben

Ob Autos oder Fahrräder: So soll die Parksituation am Outlet Remscheid aussehen

Insgesamt sind 1152 Auto-Parkplätze für Kundinnen und Kunden geplant. Davon sollen rund 611 oberirdisch (überwiegend ebenerdig) und circa 951 unterirdisch liegen. Für Beschäftigte sind 102 weitere PKW-Stellplätze geplant. Ein richtiges Parkhaus soll es am Outlet Remscheid nicht geben. Neben gewöhnlichen Stellplätzen sind auch circa 500 Ladestationen für E-Autos geplant. Auch Fahrradfahrer erhalten einen extra Stellplatz, welcher überdacht werden soll.

Park, Materialien, Energie: Wie wird beim Outlet Remscheid auf Nachhaltigkeit geachtet?

Der wohl mit Abstand auffälligste Aspekt an den Plänen zum Outlet Remscheid ist die große Parkanlage, die sich über das komplette Dach des Centers ziehen soll. Dort sollen nicht nur diverse Pflanzen, Bäume und Sträucher Platz finden, sondern auch die Besucher sowie Anwohner aus Lennep. Denn der Park wird für alle Menschen frei begehbar sein. Jedoch nicht rund um die Uhr. „Aus Haftungsgründen und Verkehrssicherungspflicht werden die Öffnungszeiten des Dachs sich an den Öffnungszeiten des Centers orientieren +/- 1-2 Stunden“, teilt der Outlet-Betreiber mit.

So könnte das Outlet-Center in Remscheid-Lennep von oben aussehen.

Insgesamt 90 Prozent der Dachflächen sollen begrünt sein, davon 70 Prozent „intensiv“ (Bäume, Blumen etc.) und 30 Prozent „extensiv“ (Moos, Gräser etc.). Für die Bewässerung soll zuvor in Zisternen gesammeltes Regenwasser genutzt werden. Durch die Bauweise soll Energie, vor allem für Heizung und Kühlung eingespart werden. Strom soll vor allem durch eine eigene Photovoltaikanlage gewonnen werden. Wenn möglich, soll im Outlet-Center auch eine Geothermieanlage gebaut werden.

Outlet-Center in Remscheid: Fokus auf Nachhaltigkeit

Das Gebäude selbst soll als umweltfreundlicheren Materialien wie Holz oder recycelte Baustoffe für Boden, Wände und Decke bestehen. „Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass ein möglichst hoher Anteil an wiederverwendbaren Materialien zum Einsatz kommt“, teilten die Betreiber mit.

Und was ist mit den Marken und den Produkten, die sie anbieten? Gegenüber wa.de hatte Philipp Dommermuth bereits betont, dass der Fokus auf Nachhaltigkeit auch bei der Auswahl der Geschäfte im Outlet eine Rolle spielen werde. Dabei soll vor allem auf die sogenannte ESG-Norm geachtet werden. . „Wenn man heute in die Immobilienbranche guckt, welches Thema in den letzten zwölf Monaten besonders aufkam, war es ESG. Das wird für die Mieter immer wichtiger. Die Mieter haben heute schon Ansprüche zur Nachhaltigkeit, die wir erfüllen möchten“, so der Investor. „Natürlich müssen wir unsere Mieter animieren, die ESG-Norm gegenseitig einzuhalten. Ich glaube nicht, dass in der aktuellen Debatte ein ‘weiter so wie bisher’ funktioniert.“ Laut dem 36-Jährigen würden große Marken wie beispielsweise Adidas, Nike oder Asics ihre Prozesse bereits jetzt immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit ausrichten.

Was ist die ESG-Norm genau?

„ESG“ steht für „Environmental, Social und Governance“ (Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und bezeichnet Regeln zur Bewertung des ökologischen und ethischen Handelns von Unternehmen. Durch diese drei Kriterien soll sichergestellt werden, dass Firmen auf einen nachhaltigen Handel achten, der die natürliche Regeneration von Umwelt, Menschen und Unternehmen bewahrt. Der Bereich „Umwelt“ betrifft unter anderem Bereiche wie Abfall- und Umweltmanagement, Ressourcenmanagement, Treibhausgas-Emissionen (THG), Energieeffizienz und Entwaldung.

Kritik an den Outlet-Plänen in Remscheid

Unterdessen gibt es auch Kritik an den Plänen zum neuen Outlet-Center in Remscheid – etwa vonseiten der Bürgerinitiative Lennep. In einer Mitteilung heißt es von dort: „Nach den Erfahrungen der letzten 10 Jahre ist so etwas schlicht und einfach verantwortungslos. Der vorgestellte Planungsansatz des neuen Investors geht zwar auf von uns gesetzte Eckdaten (u. a. Erhalt der Bäume und der Wupperstraße, kein Parkhaus auf dem Kirmesplatz) ein und versucht brutale architektonische Eingriffe in das Stadtbild zu minimieren. Trotzdem bleibt die grundsätzliche Kritik bestehen: Ein Outlet-Center erzeugt unnötigen Konsum und ist mit einer gesunden Umwelt nicht in Einklang zu bringen.“

Unklar ist auch, ob das neue Center wirklich mehr Arbeitsplätze nach Remscheid bringt – oder vielmehr als großer Einzelhandel-Konkurrent zu Ladenschließungen in der Innenstadt führt.

Wer steckt hinter dem Outlet Remscheid?

Eigentümer des Einkaufszentrums wird die sogenannte „Outlet Remscheid GmbH & Co. KG“. Gesellschafter des Unternehmens sind Ralph Dommermuth (Vater) und Philipp Dommermuth (Sohn). Ersterer ist vor allem als Gründer und Vorstandsvorsitzender von 1&1 bekannt. Im gesamten Prozess tritt aber letzterer als Investor und Hauptverantwortlicher des Projekts auf. Die Eigentümergesellschaft wird in Remscheid ansässig sein.

Was kostet das Outlet Remscheid? Wer zahlt welche Kosten?

Insgesamt soll das Outlet-Center Remscheid den Investor rund 140 bis 150 Millionen Euro kosten. Der Kaufpreis des Grundstücks beträgt dabei circa 14,9 Millionen Euro, also etwa 232 Euro pro Quadratmeter (bei 64.082 m² Grundstücksgröße). Der zukünftige Betreiber soll auch alle Kosten für das Baurecht sowie alle „durch das Projekt entstehenden bzw. bereits entstandenen Folgekosten“ übernehmen. Das umfasst zum Beispiel auch die bereits durch die Stadt übernommenen Kosten für die Verbesserung des Verkehrsknotenpunkts.

Was passiert mit der Wupperstraße?

Die Verkehrsfunktion der Wupperstraße sollen trotz Outlet-Bau erhalten werden. Die Kunden des Einkaufszentrums werden unter der Straße hindurchgehen. Gleichzeitig wird die Wupperstraße wohl durch eine Brücke leicht erhöht werden. Damit es nicht zu Verkehrsbehinderungen, wie etwa durch Parkplatzsuchende kommt, soll es rund um das Outlet-Center auch ein neues Verkehrsleitsystem geben.

Wie viele Arbeitsplätze sollen durch das Outlet Remscheid geschaffen werden?

Die Betreiber rechnen mit insgesamt neuen 1000 Arbeitsplätzen im gesamten Outlet-Center. Neben der Center-Verwaltung werden die Stellen vor allem bei den Geschäften und gastronomischen Angeboten entstehen. (os)

Rubriklistenbild: © Graf Architektur GmbH

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